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Kolumne von Mario Eichenauer, Aurum Vermögensmanagement GmbHDie US-Notenbank hat jetzt einen erfahrenen Mann an ihrer Spitze

ALSFELD (ol). Seit dem 22. Mai steht Kevin Warsh an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve. Der frühere Fed-Gouverneur übernimmt das Amt in einer Phase hoher US-Staatsverschuldung und intensiver geldpolitischer Debatten. In der öffentlichen Diskussion rücken dabei Themen wie Realzinsen, Inflationsentwicklung sowie die Rolle von Gold und Bitcoin als mögliche Wertspeicher stärker in den Fokus.

Seit dem 22. Mai ist Kevin Warsh der neue Fed-Präsident und leitet die Geschicke der US-Notenbank, der auch der Wunschkandidat von US-Präsident Donald Trump gewesen ist. Mit ihm übernimmt ein Mann das Ruder, der nicht nur als reichster Fed-Chef der Geschichte gilt, sondern auch mit einer für einen Notenbanker ungewöhnlichen Aussage aufhorchen ließ: „Bitcoin sei das Gold der jungen Generation“.

Mr. Warsh übernimmt allerdings eine US-Notenbank, die unter dem erdrückenden Gewicht von fast 39 Billionen USD Staatsschulden kaum noch Spielraum hat, wenn das Geld vom Zinssatz her teuer bleiben sollte. Wer verstehen will warum Gold und Bitcoin gerade jetzt in den Focus rücken, der muss zuerst den neuen Mann an der Spitze der Fed verstehen.

Der 55-jährige Jurist und Financier ist im Fed-System kein Unbekannter. Bereits 2006 ernannte ihn George W. Bush zum jüngsten Fed-Gouverneur aller Zeiten und er war auch schon in der Finanzkrise ab 2008 an verschiedenen Rettungsaktionen beteiligt, unter anderem an der JP-Morgan-Übernahme von Bear Stearns. Verheiratet ist der Harvard-Jurist mit einer Milliardärin und war seit 2011 wieder in der Privatwirtschaft für einen der erfolgreichsten Hedgefonds der vergangenen Jahrzehnte tätig.

Die Mandate der Federal Reserve Bank

Eigentlich hat die Fed nur zwei Mandate zu erfüllen, und zwar sowohl das der Geldwertstabilität als auch eine maximale Beschäftigung. Bei allen Entscheidungen muss sie also stets die Inflation und den Arbeitsmarkt im Blick behalten. Nach dem Aktiencrash 1987 hat sie allerdings ein inoffizielles drittes Mandat übernommen. Bei jeder Krise reagiert sie mit Zinssenkungen oder Anleihekäufen. Daran wird sich auch unter Kevin Warsh nichts ändern.

Zinszahlungen für US-Schulden bei über 1 Billion US-Dollar pro Jahr

Die USA zahlen erstmals seit 1930 mehr Zinsen auf Ihre Schulden, als sie für ihre Verteidigung ausgeben. Im letzten Jahr waren dies knapp eine Billion USD und annualisiert lag dieser Wert im ersten Quartal 2026 bei mittlerweile 1,2 Billionen USD. Das Haushaltsbüro des Kongresses geht sogar von einem Anstieg dieser Zinslast auf 2,1 Billionen US-Dollar bis 2036 aus.

Eigentlich bleibt dem neuen Fed-Chef gar nichts anderes übrig, als im Sinne des US-Präsidenten die Zinsen zu senken. Aber genau hier kollidiert der Plan des neuen Präsidenten der Zentralbank mit der fiskalischen Realität. Will er nämlich die aufgeblähte Fed-Bilanz i. H. von ca. 6,7 Billionen USD schrumpfen, muss er Fed- Anleihen verkaufen. Damit steigen die Renditen und die Zins- bzw. Schuldenlast explodiert weiter. Ökonomen nennen das Fiscal Dominance, nämlich dass hohe Verbindlichkeiten des Staates die Geldpolitik diktiert und nicht umgekehrt.

Präsident Trump hat im Rahmen der Vereidigung von Kevin Warsh einen interessanten Satz von sich gegeben: „Wir haben ein paar Schulden, die wir gerne abbezahlen möchten“. Billiges Geld ist politisch erwünscht und Warsh wird sich vermutlich nicht gegen Donald Trump wenden.
Realzins im Fokus

Entscheidend für Gold und Bitcoin ist nicht der Nominalzins, sondern der Realzins, sprich die Fed Funds Rate (Leitzins) abzüglich der Inflation. Aktuell steht dieser mit -0,05% hauchdünn im Minus. Senkt also die Zentralbank den Leitzins, so wie es die Schuldenlast eigentlich erzwingt, geht der Realzins deutlicher ins Negative, wenn die Inflation gleich bleibt oder steigt.

Fazit

In den Phasen mit negativem Leitzins (2008-2021) und im Extremjahr 2022 verloren Sparer mit Cash real an Kaufkraft und genau dann liefen Gold und Bitcoin zur Höchstform auf.

Die Logik dahinter ist sehr simpel. Wenn verzinstes Geld keinen Schutz mehr bietet, sinken die Opportunitätskosten zinsloser Wertspeicher. Sollte also der neue Mann an der Fed-Spitze den von Trump gewünschten Kurs einschlagen, könnte er damit genau das Umfeld schaffen, in dem das echte Gold am hellsten glänzt. Und in seinem Windschatten der Bitcoin vermutlich auch. Darauf sollten sich Anleger einstellen.

In einem gut diversifizierten Portfolio gehören andere Sachwerte wie Aktien und Immobilien, neben einem überschaubaren Cash-Anteil für die unvorhersehbaren Dinge des Lebens natürlich auch dazu.

Ich wünsche Ihnen wie immer ein gutes Händchen für ihre persönliche Vermögensstruktur!

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