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Saisonstart für ZweiräderPolizei, Bergwacht und Verkehrswacht informieren am Hoherodskopf

SCHOTTEN (ol). Am Hoherodskopf fand im Rahmen der Auftaktveranstaltung für Zweiräder eine gemeinsame Präventionsaktion von Polizei, Bergwacht Schotten und Verkehrswacht Vogelsbergkreis statt. Ziel war es, Verkehrsteilnehmende zum Saisonstart für typische Unfallrisiken im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Im Fokus standen dabei unter anderem Geschwindigkeit, Überholverhalten und Sicherheitsabstände.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung für Zweiräder am Hoherodskopf im Vogelsberg waren das Polizeipräsidium Osthessen, die Bergwacht Schotten und die Verkehrswacht Vogelsbergkreis auf dem Parkplatz am Hoherodskopf mit Infoständen vertreten, berichtet die Vogelsberger Zeitung in einer Pressemitteilung.

„Wir machen diese Auftaktveranstaltung jährlich und immer zu Beginn der Saison, sprich im Monat April, weil wir insbesondere die Zweiradfahrer auf die Gefahren, die die neue Saison mit sich bringt, hinweisen wollen“, erklärt Sandra Suski, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Osthessen. Jetzt im Frühjahr sei diese Prävention besonders wichtig, da die Biker „wieder aufwachen“, sagt Sandra Suski.

Jetzt komme es darauf an, sich und die Maschine wieder kennenzulernen und das Fahrgefühl zu bekommen. Dabei dürfe jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Sonne zwar wieder scheine, die Temperaturen jedoch oft noch recht niedrig seien, sodass das Fahrverhalten auf der Straße möglicherweise ein anderes sei, als das eigene Gefühl es vermuten lasse.

„Genau deshalb haben wir hier auch mehrere Präventionsstände, gemeinsam mit der Bergwacht und der Verkehrswacht, wo wir auf verschiedene Dinge hinweisen wollen, insbesondere auf Gefahren“, so die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums. Dabei wolle sich die Polizei mit den Bikern austauschen: Was sind die Anliegen der Biker, was sind die Anliegen von uns als Polizei? Genau darum gehe es. Dabei würden auch die drei Hauptunfallursachen benannt: die überhöhte Geschwindigkeit – die Beschleunigung der Motorräder sei deutlich höher als die von Autos –, das Überholen trotz unklarer Verkehrslage sowie die zu geringen Sicherheitsabstände, die häufig zu schweren, teils auch tödlichen Verkehrsunfällen führten.

Harald Schlenk, Polizeihauptkommissar beim Regionalen Verkehrsdienst, erklärte: „Wir führen viele aufklärende Gespräche, so Auge-zu-Auge von Motorradfahrer zu Motorradfahrer. Allerdings darf man nicht verschweigen, dass wir eben auch Verstöße ahnden müssen. Insgesamt sind die Motorradfahrer oder auch Autofahrer, die wir kontrollieren, sehr einverstanden und haben vollstes Verständnis für diese Maßnahmen, weil es ja um unsere aller Sicherheit geht.“ Auch bei den Autofahrern müsse das Verständnis im Frühjahr immer wieder neu geweckt werden, dass nun wieder Motorradfahrer unterwegs seien, die schnell unterwegs seien, und dass Motorradfahrer keine „bösen Menschen“, sondern ebenfalls Verkehrsteilnehmer seien.

Schlenk fährt privat ebenfalls Motorrad und könne viele Probleme der Fahrer nachvollziehen. „Also das ergänzt sich sehr schön, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann. Aber wir machen auch alles andere. Wir freuen uns, wenn wir mal die Zeit finden, Motorrad zu fahren“, so Schlenk. Das Schönste sei für ihn, wenn sich Verkehrsteilnehmer mit einem Dank oder einem Lächeln verabschieden. Auch Fahrradfahrer würden kontrolliert. Er selbst fahre privat ebenfalls Fahrrad und meint: „Auch da bin ich voll drin, weil ich auch Fahrradfahrer bin und kann das entsprechend bei den Kontrollen auch so rüberbringen. Also die Fahrradfahrer müssen auch kontrolliert werden. Da versuchen wir auch unser Möglichstes zu tun, aber wir können leider nicht überall sein. So viele Leute sind wir halt eben nicht.“ So versuche der Verkehrsdienst, alle Bereiche abzudecken: „Gerade wir jetzt, ich in meiner Tätigkeit als Verkehrsdienst, wir konzentrieren uns auf das gesamte Spektrum“, sagt Polizeihauptkommissar Harald Schlenk.

Michael Katzer von der DEKRA Niederlassung in Fulda erklärte: „Ich darf heute die Polizei bei den jeweiligen Fragestellungen unterstützen im Rahmen der technischen Kontrollen, die wir hier mit Motorrädern durchführen. Das sind gerade zu Saisonbeginn der technische Zustand und die Zulässigkeit an Motorrädern. Das heißt: Ist der Reifen noch in Ordnung? Wie sieht es aus mit der Abgasanlage? Ist es eine originale oder ist es Zubehör? Und da eben diese mittlerweile komplizierten Regelungen umzusetzen, dabei unterstütze ich hier heute die Polizei.“ Ein Sachverständiger müsse sehr viel über die gesetzlichen Grundlagen wissen. Er setze die technischen Vorgaben des Gesetzgebers im Auftrag des Staates um. Ein Spezialgebiet der DEKRA sei die Unfallanalytik. „Wir sind Unfallgutachter, die zu schweren, tödlichen oder unklaren Verkehrsunfällen regelmäßig hinzugezogen werden, um die Spuren detailliert zu sichern. Moderne Fahrzeuge sind sehr komplex, sehr kompliziert. Da gibt es viel auszuwerten, was eben für die Polizei ein Bereich ist, der dort nicht so stark besetzt ist. Und wir unterstützen dann an dieser Stelle, um den Unfallablauf umfassend aufzuklären“, erklärt Michael Katzer.

Ein Motorradfahrer stellte zudem eine besondere Frage, an die kaum jemand denkt. Auf dem Parkplatz am Hoherodskopf müssen auch Motorräder Parkgebühren zahlen. Die Frage sei jedoch nicht die Zahlung selbst, sondern wohin mit dem erworbenen Parkschein. Während Autofahrer den Parkschein hinter die Windschutzscheibe legen, klemme der Motorradfahrer ihn am Tank fest, mit der Sorge, dass er von jemandem entwendet werden könnte und er dadurch ein „Knöllchen“ bekomme. Wie könne er dann nachweisen, dass er bezahlt habe? Ein Tipp eines Polizisten lautete, den Parkschein neben das Nummernschild zu halten und ein Foto mit dem Handy zu machen, sodass Datum und Uhrzeit deutlich erkennbar seien. In der Regel reiche dies als Nachweis aus.

Es lag vermutlich auch am Wetter, dass in diesem Jahr nicht viele Motorradfahrer auf dem zweithöchsten Gipfel des Vogelsbergs zu sehen waren. Das habe man auch an den Infoständen gemerkt.

Fotos: Vogelsberger Zeitung

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