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Gemeinsame Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr AlsfeldEin für die „Alsfelder Verhältnisse“ ruhigeres Jahr

ALSFELD (akr). Für die freiwilligen Feuerwehren aus Alsfeld war es wieder Zeit zurückzublicken, zurück auf das vergangene Jahr, das trotz der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen ziemlich ereignisreich war. Einen umfangreichen Einblick gab es kürzlich auf der Jahreshauptversammlung, auf der auch Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung standen.

247 Einsätze, 14.566 ehrenamtliche Stunden – die Alsfelder Brandschützer haben auch 2021 wieder sehr viel geleistet. Und auch wenn das Jahr für die Verhältnisse in Alsfeld ziemlich ruhig war, waren sie doch wieder die meist beschäftigte Feuerwehr im Vogelsberg, wie Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung berichtete. Dazu aber später mehr.

Bei der Feuerwehr geht es schon lange nicht mehr nur darum, Brände zu löschen, Ölspuren zu beseitigen oder einen Baum, der eine Straße blockiert, zu entfernen. Die Aufgaben der Brandschützer sind immens – sie gehen weit über das Löschen von Feuer hinaus. Sie retten, löschen, bergen und schützen, setzen sich mit ihrem ganzen Herzblut für die Sicherheit der Menschen ein. Jederzeit, rund um die Uhr.

Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer gab einen Einblick über den Personalbestand: Zum 31. Dezember 2021 waren 63 Kinder in vier Kindergruppen, 52 Kinder und Jugendliche in vier Jugendfeuerwehren, 298 Personen in der Einsatzabteilung und 36 Musiker in den aktiven Abteilungen tätig. Das sind insgesamt 449 Aktive. In den Feuerwehrvereinen sind 2.032 Mitglieder zu verzeichnen. Alle Fotos: akr

Dass das aber nicht ihr Hauptberuf ist, sondern ein Ehrenamt, das wissen eben nicht alle. „Nicht wenige denken, dass wir unser Geld hier bei der Feuerwehr verdienen. Zu oft führen wir Gespräche mit Menschen, denen wir das Konzept der Freiwilligen Feuerwehr erklären müssen, dass hier keiner ist, der diese Aufgabe für Geld macht“, erklärte Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer in seinen einleitenden Worten.

Jeder Retter hat nämlich einen Beruf und wenn der Pager oder die Alarm-App klingelt, dann werden Menschen aus unterschiedlichen Jobs zu Helfern. Sie kommen von der Arbeit, von der Familie, aus der Freizeit, aus dem Bett, der Dusche – wo sie eben gerade sind. Reich werde man dadurch eben nicht, jedenfalls nicht an Geld – „nur an Erfahrung, Wissen und dem guten Gefühl, helfen zu können“, erklärte er.

28 Brände, 162 Hilfeleistungen und 57 Fehlalarme

Und geholfen haben sie im vergangenen Jahr wieder sehr oft, die Alsfelder. „Wiederholt waren wir die meist beschäftigte Feuerwehr des Vogelsbergkreises. Daher auch an dieser Stelle nochmals meinen Dank an die Unternehmen in Alsfeld für die Freistellung unserer Einsatzkräfte.“ Zu 247 Einsätzen wurden die Alsfelder Brandschützer 2021 alarmiert. Die Gesamtpersonalstunden belaufen sich auf 3.986 Stunden – rund 800  weniger als im Jahr davor. „Auch hier zeigt sich, dass dieses Jahr ruhig für uns war, also ruhig für Alsfelder Verhältnisse“, so Schäfer.

Die Einsätze gliederten sich in 28 Brände, 162 Hilfeleistungen und 57 Fehlalarme. „In 2021 gab es, zu unserer Freude, keinen böswilligen Alarm. Im Jahr 2022 hatten wir bereits eine Alarmierung aus diesem Grund“, berichtete der Stadtbrandinspektor. Im vergangenen Jahr konnten die Ehrenamtlichen vier Personen retten, sechs Personen waren bei den Einsätzen verletzt, es gab aber leider auch vier Tote.

74 Lehrgänge und Seminare wurden durch die Feuerwehrleute besucht, dabei 2521 Stunden Ehrenamtszeit geleistet. Einige Stunden davon online, der Corona-Lage geschuldet. „Wir freuen uns, das in diesem Jahr wieder mehr Ausbildung möglich ist. Im heimischen Kreis und an der Landesfeuerwehrschule in Kassel“, so Schäfer. Durch die Pandemie war nämlich vieles nicht möglich. Nun nähere man sich aber der Normalität – und in normalen Jahren seien es nochmal rund 1.000 Stunden mehr in diesem Bereich.

Ein Blick in die Runde.

Im Jahr 2021 leistete die Feuerwehr 14.566,62 Stunden ehrenamtliche Zeit. Davon war sie 3.986 Stunden im Einsatz. Weiter wurden auch sechs Lehrgänge am Standort Alsfeld absolviert. „Für uns eine geringe Zahl, aber wir waren froh, wenigstens ein paar Lehrgänge komplett durchzuführen. Zusätzlich wurde unser Online-Studio für Sprechfunklehrgänge genutzt“, berichtete Schäfer.

Ein neues Fahrzeug konnte vergangenes Jahr zwar nicht in den Dienst gestellt werden, aber ausgeschrieben und bestellt wurde ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser für Eudorf. Nur wenige Kilometer weiter konnte in Elbenrod der Neubau für die Einsatzabteilung Elbenrod-Hattendorf begonnen werden, das neue Haus für die fusionierte Wehr soll übrigens noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Kinder- und Jugendfeuerwehr ruhte zunächst

Auch die Arbeit der Jugendfeuerwehr ruhte im Jahr 2021 zunächst. „Das war natürlich auf die Pandemie zurückzuführen, denn Lust auf Jugendfeuerwehr hatten alle“, erklärte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Kevin Planz, stellvertretend für die Stadtjugendfeuerwehrwartin Corinna Schlitt. Nach den Sommerferien wurde dann aber mit viel Elan und Tatendrang wieder gestartet, jede Jugendfeuerwehr hatte eine sogenannte „Welcome back“-Veranstaltung.

Kevin Planz berichtete stellvertretend für Corinna Schlitt.

Planz berichtete unter anderem, dass die Jugendfeuerwehr Angenrod wieder aus dem „Dornröschenschlaf“ erweckt werden konnte und diese nun zusammen mit der Jugendfeuerwehr Leusel ihren Übungsdienst immer abwechselnd einmal in Leusel und einmal in Angenrod macht. „Leider wurde unsere Jugendfeuerwehren erneut durch die Pandemie ausgebremst und ab Mitte November sind sie vorzeitig in die Winterferien gegangen.“ Der ruhige Jahrsanfang galt im Übrigen auch für die Kinderfeuewehren und die Stadtjugendfeuerwehr.

Zum Ende des Jahres 2021 waren 52 Jugendliche, davon 17 Mädchen, in fünf Jugendfeuerwehren, und in den Kinderfeuerwehrgruppen 60 Kinder, davon 24 Mädchen, aktiv. Das macht einen Neuzugang von neun Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren und 12 Kinder in der Kinderfeuerwehren. In den Jugendfeuerwehren wurden 22 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung betrieben und 81 Stunden allgemeine Jugendarbeit. Die einzelnen Jugendfeuerwehrmitglieder verbrachten zusammen 244,5 Stunden bei der Jugendfeuerwehr. Die kleinsten Feuerwehrleute kamen auf 232,5 Stunden, die sie gemeinsam bei der Kinderfeuerwehr verbrachten.

Fachbereich Gefahrengut

Den Jahresbericht für den Fachbereich Gefahrengut stellte Mathis Kruse vor. Viel zu berichten hatte dieser allerdings nicht, denn im Jahr 2021 lagen die Tätigkeien aufgrund der Pandemie weitestgehend still. Die Feuerwehr Alsfeld wurde aber durch den Einsatz im Schwimmbad in Alsfeld in größerem Umfang mit einer Gefahrgutlage konfrontiert. Anders als zunächst angenommen, war aber kein Chlorgas ausgetreten. „Hierbei zeigte sich die Notwendigkeit den begonnen Kurs der gemeinsamen Aufstellung des Fachbereiches Gefahrgut fortzuführen“, so Kruse.

Mathis Kruse stellte den Jahresbericht für den Fachbereich Gefahrengut vor.

Keine zusätzlichen Ausbildungsdienste in Präsenz

Sascha Knaust, Fachbereichsleiter Ausbildung, berichtete, dass man auch im vergangenen Jahr erneut vor der Aufgabe stand, die auf der einen Seite notwendige Ausbildung so gut es geht aufrecht zu erhalten, ohne jedoch auf der anderen Seite die Gesundheit der Einsatzkräfte und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr zu gefährden.

Hier entschied sich der Fachbereich, neben den regulär stattfindenden Kleingruppenübungen auf Stadtteilebene und der Onlineausbildung, keine zusätzlichen Ausbildungsdienste in Präsens anzubieten, um die Kontakte untereinander so gering wie möglich zu halten. Die Truppmann Teil 2- Ausbildung wurde weitestgehend ausgesetzt. Stattdessen wurden vorhandene Ausbildungsunterlagen und Präsentationen aktualisiert und überarbeitet, sowie neues Lehrmaterial erstellt, ebenso wurden die Ausbildungsschwerpunkte für das Jahr 2022 geplant und vorbereitet, berichtete Knaust.

Sascha Knaust am Rednerpult.

Gäste hatten das Wort

Nachdem das Stadtbrandinspektoren-Trio bestehend aus Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer und seinen beiden Stellvertretern Carsten Schmidt und Kevin Planz einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, hatten Gäste das Wort. „Es ist mir wie immer eine Ehre, vor Ihnen sprechen zu dürfen“, begann Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule sein Grußwort. Ihm sei in den letzten fünf Jahren vor allem ein Punkt aufgefallen: Je professioneller und besser man eine Ausgabe ausübe, umso mehr scheine es Menschen zu geben, die denken, dass sie es eigentlich besser machen könnten. Diese Menschen seien aber Gott sei Dank nur die geringste Minderheit.

Führungs-Trio der Alsfelder Feuerwehr einstimmig wiedergewählt

„Wir, die Mehrheit, wissen, was wir an Ihnen allen haben“, betonte Paule. Er hob hervor, wie die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in ihrer Freizeit nicht nur viel Aufwand und persönliche Arbeit in die Ausbildung investieren, sondern auch die Gesundheit, das eigene Leben riskieren. „Das war nie und das ist auch nie selbstverständlich.“ Der Rathauschef dankte auch denjenigen, die bereit sind, Führungspositionen in der Feuerwehr zu übernehmen. „Mit solchen Führungspositionen wächst jede Institution, sei es haupt- oder ehrenamtlich“, betonte er und sprach abschließend nochmal seinen aufrichtigen Dank für das ehrenamtliche Engagement aus.

Stadtverordnetenvorsteher Michael Refflinghaus gratulierte zunächst dem Trio zur Wiederwahl. „Ich wünsche euch, dass ihr die nächsten fünf Jahre genau so toll hinbekommt, aber davon bin ich überzeugt.“ Gleichzeitig dankte er auch den übrigen anwesenden Feuerwehrmitgliedern für ihre Einsatzbereitschaft. Es sei nicht selbstverständlich freiwillige Feuerwehren zu haben, das gebe es nämlich nicht überall. Deshalb könne man in Alsfeld wirklich stolz darauf sein, eine schlagkräftige Gruppe zu haben, „das beweist ihr täglich und wir können nicht oft genug danke dafür sagen.“

Bürgermeister Stephan Paule, Stadtverodnetenvorsteher Michael Refflinghaus und Kreisbrandinspektor Sven Holland waren unter anderem als Gäste erschienen und sprachen Grußworte.

Als Dritter im Bunde ging es für Kreisbrandinspektor Sven Holland ans Rednerpult. Er überbrachte unter anderem die Grüße von Landrat Manfred Görig oder auch den Kreisbrandmeistern und wünschte dem Führungs-Trio alles Gute für die nächsten fünf Jahre. „Der Jahresbericht hat gezeigt, wie umfangreich und arbeitsintensiv die Arbeit in Alsfeld ist“, so Holland. Dieser gab anschließend noch einen Einblick, wie Corona das Feuerwehrleben verändert und beeinträchtigt habe, sei es bei Einsätzen oder der Ausbildung. „Auch unter Coronabedingungen mussten Menschen gerettet oder Brände gelöscht werden“, betonte der Kreisbrandinspektor, der sich für das Engagement der Alsfelder Feuerwehren bedankte und immer gute Heimkehr wünschte.

Ehrungen und Beförderungen

Neben den Berichten der einzelnen Abteilungen standen auch zahlreiche Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung. Anerkennungsprämien für zehn Jahre Dienstzeit gab es für Anna Lena Bambey, Holger Hedrich, Marius Hohl, Hanna Kern, Lisa Krämer, Steffen Müller, Marc-Benjamin Ritter und Sabine Wilhelm. Sebastian Bambey, Christian Korell, Stefan Miksch, Sebastian Müller, Manuel Reinhardt, Klaus-Peter Schlosser, Stefan Schmidt, Alexander Winter und Johannes Zinn durften sich über eine Prämie für 20 Jahre freuen, Deitmar Hermann für 30 Jahre. Eine Anerkennungsprämie für 40 Jahre Dienstzeit gab es für Reinhold Eckstein, Udo Naujokat, Stefan Schreiber und Klaus Seum.

Viele Ehrungen standen an diesem Abend auf dem Programm.

Das Silberne Brandschutzzeichen am Bande für 25 Jahre gab es für Thorsten Ebert, Mario Koch, Günter Roesener, Kay-Bertram Rogalla. Das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande für 40 Jahre durften Markus Kropf, Jürgen Kurz, Oliver Ruppert und Klaus Seum entgegennehmen, Erhard Frick bekam dieses für 50 Jahre Mitgliedschaft überreicht.

Die Katastrophenschutz-Medaille in Bronze für zehn Jahre erhielten: Anna Lena Bambey, Holger Hedrich, Marius Hohl, Hanna Kern, Laura Krämer, Lisa Krämer, Pia Krug, Steffen Müller, Marc-Benjamin Müller, Kevin Semmler. Diese Medaille in Silber für 25 Jahre gab es für Thorsten Ebert und Günter Roesener. Gerd Hebel und Matthias Schlitt bekamen für 50 Jahre die Katastrophenschutz-Medaille in Gold.

Horst Eichenauer, Walter Greb, Roland Klemm, Andreas Riffer und Ottmar Schmidt wurden mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet, für besondere Verdienste um den örtlichen Brandschutz gab es für Klaus Kurz das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, die Florian Medaiille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Silber gab es für Pia Krug. Gregor Geibel und Holger Haberkorn aus Billertshausen wurden zum Wehrführer und stellvertetenden Wehrführer ernannt.

14 Beförderungen standen ebenfalls auf dem Programm. Matthias Goldstein wurde zum Feuerwehrmann-Anwärter und Timo Becker, Kevin Eilts, Oliver Martin, Gordon Stucki und Johannes Zinn zum Löschmeister befördert. Florian Borchard, Naomi Hedrich, Benjamin Klein, Niklas Naujokat, Oliver Schütz, Patrick Vogel und Sebastian Zinn tragen nun den Dienstgrad Oberlöschmeister, beziehungsweise Oberlöschmeisterin und Wolfgang Tomalla wurde zum Hauptbrandmeister befördert.

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