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Klimaschutzmanagerin Louisa Wenzel berichtet über die AktivitätenFünf Jahre Klimakommune: Alsfeld zieht positive Bilanz

ALSFELD (ls). 17 Maßnahmen standen auf der Agenda des städtischen Klima-Aktionsplans, 13 Maßnahmen davon sind fertig. Aber auch die restlichen Maßnahmen sollen noch realisiert werden – und viele weitere stehen in den kommenden fünf Jahren an.

Einen Überblick darüber bot Alsfelds Klimaschutzmanagerin Louisa Wenzel vor den Ausschussmitgliedern am Dienstagabend, wobei sie nicht nur die bisherigen städtischen Aktivitäten im Rahmen der Mitgliedschaft beim Netzwerk Klimakommune vorstellte, sondern auch eine Bilanz nach den ersten fünf Jahren zog. Im Vordergrund, so sagte Wenzel, stehe vor allem der Austausch unter den mittlerweile 344 hessischen Klimakommunen.

„Das ist eine schöne Sache, dass man sich gegenseitig inspirieren kann“, erklärte sie. So habe sie die Möglichkeit bekommen, die städtische Klimaschutzförderrichtlinie vorzustellen, in der Folge habe sie viele Anrufe von Kommunen bekommen, die ebenfalls eine solche Förderrichtlinie auf den Weg bringen wollen und die Wenzel um Rat baten.

Weitere Vorteile würden die erhöhten Förderquoten sein, die die Stadt schon bei einigen Maßnahmen in Anspruch genommen hätte. Bei der Förderung von kommunalen Klimaschutz- und Anpassungsprojekten an städtischen Gebäuden kann es eine Förderung von 70 Prozent geben – bei Klimakommunen sind es nochmal 20 Prozent mehr, also sogar Förderungen bis zu 90 Prozent. Gleiches gilt für die Teilnahme an kommunalen Informationsinitiativen, womit nun auch die Solarkampagne angegangen werden soll.

Mehr erneuerbare Energie für Alsfeld

Dabei will die Stadt verstärkt für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen werben und darüber mit Flyern, Informationsbroschüren, Plakaten oder aber auf der städtischen Homepage informieren – und vor allem aufzeigen, wo sich solche Anlagen lohnen. „Wobei man sagen muss, dass sich heutzutage fast jedes Gebäude eignet, weil sich die neueren, modernen Module entsprechend passend ausrichten lassen“, erklärt die Klimaschutzmanagerin.

Noch nicht genutzt wurde allerdings die Kommunalrichtlinie Hessen, bei der für Klimakommunen – je nach erzielter Energieeffizienz – zwischen 60 bis 90 Prozent Förderung für die Nutzung erneuerbarer Energien gefördert werden kann.

13 von 17 Maßnahmen umgesetzt, vier ausstehende sollen folgen

13 von 17 Maßnahmen wurden allerdings in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt, darunter beispielsweise die energetische Sanierung des Baubetriebshofs, wobei neue Fenster, eine Infrarotdeckenstrahlheizung im Bürotrakt, eine neue Heizung und auch neue LED-Beleuchtung umgesetzt wurde.

Besonders erfreut zeigte sich Wenzel über die optimierte Strom- und Wärmeversorgung in Gebäuden auf dem Marktplatz, insbesondere durch das Blockheizkraftwerk. Das nämlich habe in seinem ersten Jahr schon über 20.000 Kilowattstunden mehr produziert, als prognostiziert wurde. „Ich bin gespannt darauf, wie sich das energetisch auswirkt“, erklärte sie. Am Hochzeitshaus wurden die Fenster ausgetauscht, im Rathaus und im Weinhaus wurde die oberste Geschossdecke gedämmt und auch eine LED-Beleuchtung eingerichtet.

Währenddessen befindet sich das geplante Blockheizkraftwerk im Alsfelder Erlenbad noch in der Umsetzung, die Zisterne zur Regenwassernutzung soll erst im kommenden Frühjahr eingesetzt werden, steht also noch aus. Genauso wie der Aufbau des Facility-Managements, was sich noch in der Vorbereitung finde. Eigentlich war außerdem an der Kita Altenburg ein Austausch der Fenster angedacht, doch die Maßnahme wurde erst einmal zurückgestellt, denn eine bauliche Begutachtung habe gezeigt, dass mindestens eine komplett-Sanierung, ein Anbau oder sogar ein Neubau nötig sein könnten. „Es macht keinen Sinn da nur die Fenster zu tauschen und dann gesamtbaulich zu schauen. Da muss man sich erst einmal klar sein, in welche Richtung man geht“, erklärte Bauamtsleiter Tobias Diehl ergänzend.

Energiebericht und Klima-Aktionsplan sollen gemeinsam veröffentlicht werden

Auch die Heizungserneuerung in den städtischen Dorfgemeinschaftshäusern sei so möglicherweise nicht möglich, weil es oft nicht wirtschaftlich sei. Hier sei denkbar, dass eine gesamtheitliche Betrachtung folgt und ein anderes Förderprogramm herangezogen werde. Sicher sei allerdings eins: „Es werden alle ausstehenden Maßnahmen aus dem Klima-Aktionsplan noch umgesetzt“, versicherte die Klimaschutzmanagerin.

Im Aktionsplan für die kommenden fünf Jahre würden Maßnahmen wie die naturhafte Erweiterung des Goetheparks in Richtung alte Feuerwache und Schwalm stehen, die Sanierungen von Minnigerodehaus und Hochzeitshaus, die Fortsetzung der Klimaschutzförderrichtlinie oder aber die Umsetzung des Radwegekonzepts, das Alsfeld und alle Ortsteile untereinander vernetzen soll.

Zusammen mit dem Energiebericht 2022 soll der Aktionsplan 2022-2027 veröffentlicht werden und einen umfassenden Überblick über alle Klima- und Naturschutzmaßnahmen der Stadt bieten. Alle fünf Jahre soll er aktualisiert werden und die Möglichkeit bieten, große Projekte aufzunehmen.

Ein Gedanke zu “Fünf Jahre Klimakommune: Alsfeld zieht positive Bilanz

  1. Wer eine energetische Sanierung plant, der wird um einen Energieberater nicht herumkommen. Das ist auch richtig so, weil nur ein Fachmann sagen kann, mit welcher Maßnahme der größte Nutzen ökologisch und ökonomisch gesehen erzielt werden kann.
    Von daher stellt sich die Frage, welchen Sinn eine Klimamanagerin macht.
    Das Bauamt ist doch eigentlich der orginisatorisch und fachlich richtige Ansprechpartner.

    Sich „inspirieren“ lassen und flyer für ökologisch und ökonomisch Sinnlose PV-Anlagen auf Wohngebäuden zu verteilen, dafür ist das Geld zu schade.
    In Wirklichkeit handelt es sich hier um eine PR-Veranstaltung für die Umweltministerin auf Kosten des Steuerzahlers.

    Die Krönung steht uns noch bevor. Wenn die hässlichen Hallen erstmal fertig gestellt sind, dann werden wir angesichts ungenutzter Dachflächen feststellen, dass die Klimamanagerindoch ganz vergessen hat, bei der dhl einen ihrer inspirierenden flyer in den Briefkasten zu werfen.

    Trotz Krieg, der Klimawandel geht weiter. Steuergelder sollten nicht für personalisierte Werbemaßnahmen ausgegeben werden. Würde man die Personalausgaben für die vielen Klimamanager/innen den Bürgern als Fördermittel zukommen lassen, dann ließe sich damit sicherlich mehr erreichen.

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