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Welche Tests sind zugelassen? Wo brauch ich überall einen negativen Test? Wo kann ich mich testen lassen?Modellkommune: Die wichtigsten Antworten aus Paules Live-Stream

ALSFELD (akr). Am 8. April sollen in Alsfeld die Einzelhändler wieder öffnen dürfen, denn die Kleinstadt wurde neben Baunatal und Dieburg als Corona-Modellkommune ausgewählt. An diesem Donnerstag stellte Bürgermeister Stephan Paule das Konzept und wichtige Einzelheiten in einem Live-Stream vor. Die wichtigsten Informationen gibt es hier.

Mit ihrem Konzept konnte die Kleinstadt Alsfeld die hessische Landesregierung überzeugen und wurde als eine von drei Corona-Modellkommunen ausgewählt. „Unser Konzept sieht kleine Schritte vor, wie zunächst der Einzelhandel mit einer dazugehörigen Schnellteststrategie wieder öffnen dürfte, trotz des Lockdowns, jedoch nur gegen Nachweis eines negativen, tagesaktuellen Testergebnisses“, erklärte Bürgermeister Stephan Paule schon im Vorfeld des Live-Streams. An diesem Donnerstag stellte der Rathauschef nochmal Details zum Projekt vor. Die wichtigsten Informationen aus dem Live-Stream finden Sie hier.

Wie funktioniert das Konzept „Modellstadt“ genau?

Wer in ein Einzelhandels- oder Großhandelsgeschäft möchte, welches eigentlich aufgrund der Corona-Maßnahmen geschlossen ist beziehungsweise lediglich click & collect anbietet, kann dies nach Start des Projektes gegen Vorlage eines negativen Testergebnisses tun. Dieses darf maximal 24 Stunden alt sein. Die Kunden tragen sich in eine Kontaktverfolgungsliste am Geschäftseingang (innen) ein und die Vorlage des Negativattestes wird dokumentiert. Auch in den Geschäften gelten aber trotzdem weiterhin die Corona-Regelungen mit Maske, 20-Quadratmeter-Regelung, AHA-Regeln etc.

Wo kann ich mich testen lassen und welche Tests sind zugelassen?

Sie können sich an den drei zugelassenen Teststationen in Alsfeld testen lassen. Dazu zählen das Schnelltestzentrum an der Alsfelder Stadthalle, das Testzentrum der City Ambulanz, das Testzentrum, dass in der Obergasse öffnen wird oder bei örtlichen Ärzten in Alsfeld. Selbsttests sind nicht erlaubt. Auch die Tests durch die Mobile-Teststation der City Ambulanz zählen. Wichtig ist auch, dass die Tests in Alsfeld gemacht wurden und nicht älter als 24 Stunden sind. „Wir wollen vermeiden, dass die Leute sich zum Beispiel in Frankfurt testen lassen und dann zu uns nach Alsfeld fahren“, erklärte der Rathauschef. Nur die Tests aus Alsfeld werden akzeptiert, das sei Teil der Auflage.

Wie oft kann ich mich testen lassen?

Dafür gibt es keine Begrenzung. Alle Bürger und Bürgerinnen haben Anspruch auf einen Test pro Woche, dieser wird vom Bund bezahlt. Alles, was darüber hinaus geht, wird von der Stadt bezahlt. Die Stadt hat dafür extra ein Budget im Haushalt eingeplant. Zunächst sei eine Kapazität von 600 Tests am Tag geplant.

Muss ich mich auch einen Negativ-Test vorlegen, wenn ich bereits geimpft wurde?

Auch, wenn Sie bereits Ihre Impfung erhalten haben, müssen sie dennoch ein negatives Testergebnis vorlegen.

Wer braucht alles ein negatives Testergebnis? Gilt das auch für Kinder? Und was ist mit den Mitarbeitern im Geschäft?

Jeder, der ein Geschäft der Einzelhändler betreten möchte, braucht einen Test. Dazu zählen auch Kinder. Das DRK im Schnelltestzentrum an der Stadthalle gibt es dort auch extra Tests für Kinder. Auch Mitarbeiter, die an dem jeweiligen Tag im Geschäft arbeiten, müssen ein negatives Testergebnis vorlegen.

Brauche ich auch einen negativen Test, wenn ich zum Friseur oder in den Supermarkt will? 

Nein, hier gelten die bereits bekannten Hygieneregelungen (Maske, Aha-Regeln), ein negativer Test wird nicht gebraucht. Dieser muss nur vorgelegt werden, wenn man die Geschäfte der Einzelhändler besuchen möchte.

Kann ich auch weiterhin Click and collect nutzen?

Ja, Sie können auch weiterhin ganz normal ihre Bestellungen abholen.

Wieso wird keine App zur Kontaktverfolgung genutzt?

Eine Kontakt-Nachverfolgungsapp soll in Zukunft ergänzend dazu kommen. Erstmal wird es die „Papierlösung“ geben, weil nicht alle Menschen Zugang zu Apps haben.

Wird man in allen Geschäften dann wieder einkaufen können?

Sie können in den Geschäften einkaufen, sie an dem Projekt teilnehmen wollen. Die Geschäfte müssen sich vorab bei der Stadt unter www.alsfeld.de/coronamodellprojekt registrieren und dann werden die Teilnahmevoraussetzungen geprüft.

Wann wird das Projekt abgebrochen?

Es gibt klar definierte Kennzahlen, bei denen ein Abbruch des Modellprojektes erfolgt, zum Beispiel, wenn die Inzidenz des Kreises drei Tage über 200 liegt, nicht ausreichende Testkapazitäten vorhanden sind, sich beispielsweise die Unternehmen nicht an die Regeln halten. Sollte die Inzidenz des Kreises, bereits vor dem Start des Projektes, die Inzidenz überschreiten (an diesem Donnerstag liegt sie bei 184,6) dann wird das Projekt auch nicht starten können. Sollte es dazu kommen, dass das Projekt abgebrochen werden muss, müsse man erst warten, bis die Inzidenz wieder unter 200 sinkt und dann muss auch erst wieder eine Genehmigung eingeholt werden, wie Paule erklärte.

Hier gibt es noch weitere wichtige Fragen und Antworten:

Corona-Modellkommune Alsfeld: Die wichtigsten Fragen und Antworten

7 Gedanken zu “Modellkommune: Die wichtigsten Antworten aus Paules Live-Stream

  1. Und die Coronazahl steigt in Alsfeld,aber das ist König Paule ja egal, Hauptsache Modellstadt und im Mittelpunkt stehen,

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    1. Ja kam sogar heute Morgen im Sat 1 Frühstücksfernsehen in den Nachrichten. Die Obergasse war im Fernsehen zu sehen. Suuuuper, heute Nachmittag die Nachricht 60 Neuinfektionen. Man impft die Menschen. Mit der ganzen Testerei wird die Pandemie nicht bekämpft.

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  2. Man versteht natürlich den Ansatz: Städte, deren Attraktivität und Lebensfähigkeit zu einem hohen Prozentsatz von den Möglichkeiten zum Bummeln, Shoppen und Einkehren abhängig sind, suchen eine Art intelligentes Management gegen den totalen Lockdown. Leider lassen sich die Hauptursachen für die Ausbreitung immer noch ansteckenderer Virus-Mutationen offensichtlich nicht klar genug identifizieren. Also sucht man Wege zwischen Impfen und Testen, um ein normales Leben auf „Erlebnispark-Ebene“ bzw. auf der Grundlage von „Tageskarten“ wenigstens häppchenweise zu ermöglichen.
    Das Ziel, den nächsten Lockdown oder die nächste Ansteckungswelle zu überleben, überlagert inzwischen die Fragestellung, wie es mit den ländlichen Regionen in Zukunft weitergehen soll, die bereits vor Ausbruch von Corona diskutiert wurde. Viele hatten bereits ein zuversichtliches Szenario entwickelt, dass ein neuer Trend zum Landleben, verstärkt durch die Wohnungsnot in den Metropolen und deren Umland und unterstützt durch die technischen Möglichkeiten des digitalen Home-Office, die drohenden Folgen des demografischen Wandels in den ländlichen Regionen aufhalten werde.
    Diesen Trend sieht man nun durch die Einschränkungen befeuert, die den Menschen im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung auferlegt werden. „In Corona-Zeiten wird die Großstadt für viele unattraktiver“, behauptet da eine ZDF-Doku vom 1. April. „Fehlende Freizeitmöglichkeiten, das beengte Wohnen und ein Gefühl von Unsicherheit sorg[t]en dafür, dass immer mehr Menschen der Stadt den Rücken kehren woll[t]en.“ Quelle: https://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation-sonstige/raus-aus-der-stadt-landlust-100.html
    Der Beitrag nennt eine Reihe von Voraussetzungen, unter denen ländliche Regionen und selbst kleine Gemeinden von dem neuen „Landliebe-Trend“ profitieren könnten. Doch diese wollen erst einmal geschaffen werden – durch Ausbau der digitalen Infrastruktur, aber zum Beispiel auch durch unkonventionelle Bebauungspläne, die die Entstehung sog. „Co-Dörfer“ (Wohnquartiere mit Kleinhäusern, Gemeinschaftseinrichtungen, einem generationenübergreifenden Quartiersmanagement usw.) am Rande der „alten“ Siedlungen ermöglichen. Die Zukunftsplanung – nicht nur von Alsfeld – hängt davon ab, dass man solche grundlegenderen Fragen der Regionalentwicklung zum „Modell“ erklärt, anstatt mit hohem Aufwand an einem Lockdown-Management zu basteln, dass die nächste Ausbreitungswelle einer aggressiveren Virus-Mutante schon wieder umschmeißen kann.

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    1. Wo sind sie geblieben?
      Redakteur*innen löschten sie geschwind
      Auch die, die ich geschrieben
      Wann wird man’s je versteh’n
      Wann wird man’s je versteh’n

      Ich sage nur KoDörfer (Beispiel https://kommunal.de/dorf-ko-dorf-wiesenburg). Zehnmal wichtiger für die Belebung ländlicher Regionen als diese verzweifelten Öffnungsversuche mitten im Lockdown, die bei den nächsten Inzidenzzahlen bereits morgen schon wieder eingestellt werden, obwohl auch denen nicht zu trauen ist (siehe https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-vorsicht-bei-den-covid-inzidenzzahlen-17276723.html).

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  3. So ein Schwachsinn, testen testen testen um einkaufen zu dürfen. Impft die Menschen gleich.

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