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Kleintümpel und Siechmulden im Alsfelder StadtwaldDas Wasser zurückhalten, den Wald schützen

ALSFELD (ls). Nach drei trockenen Sommern, Borkenkäferplagen, Stürmen und Starkregen sind die Wälder im Vogelsberg stark geschädigt. Auch der Alsfelder Stadtwald bekommt die Dürre deutlich zu spüren. Genau hier, oder genauer gesagt am Stadtberg Homberg, versucht man nun einen anderen Weg: Mit Kleintümpeln und Siechmulden soll das Wasser im Wald gehalten werden.

Bereits im vergangenen Jahr sei klar gewesen, dass der Alsfelder Stadtwald vor großen Herausforderungen stehe, erklärte Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule gleich zu Beginn des Ortstermins und erinnerte sich an einen Waldspaziergang am Homberg mit dem CDU Stadtverband, der von Revierförder Tobias Behlen geleitet wurde. Anhaltende Trockenheit, extreme Wetterverhältnisse, Pilz- und Schädlingsbefall seien auch hier im Wald am Stadtberg deutlich sichtbar. Genau dagegen versucht die Stadt mit Revierförster Tobias Behlen nun vorzugehen – und das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden.

„Besonders die Starkregenereignisse sind hier durch das abschüssige Gelände ein Problem“, skizziert Behlen. Durch die Trockenheit sei der Boden zu hart, dadurch könne das Wasser in diesen Mengen nicht schnell genug einsickern. Die Folge: Das Wasser läuft die Waldwege runter, spült sie aus und sammelt sich immer wieder an der B62 in Höhe der Flohrshöhe. Ziel ist es also das Wasser im Wald zurückzuhalten, die Waldwege zu sichern und gleichzeitig etwas für die Natur zu tun.

Bereits in den vergangenen Wochen hat sich in dem installierten Kleintümpel Wasser gesammelt. Fotos: ls

Dazu legte die Stadt Alsfeld gemeinsam mit Revierförster Behlen von Hessen Forst im Spätsommer des vergangenen Jahres einen kleinen Tümpel und mehrere Siechmulden an, die einerseits das Wasser sammeln und andererseits den Wasserfluss bei Starkregen regulieren sollen. „Wenn es stark regnet, dann wird der Strom des Wassers dadurch verlangsamt und gezielter abgeleitet“, erklärt Behlen. Zunächst würde das Wasser in die Siechmulden im oberen Bereich laufen, wo es gespeichert werde und in mäßigem Fluss weiter nach unten in Richtung Kleintümpel laufen könne. „Das Wasser bleibt also im Wald.“

„So kann verhindert werden, dass es einfach nur abläuft und die Waldwege unterspült werden, die nach einem Starkregenereignis oftmals wieder hergestellt werden müssen“, sagt Behlen. Gleichzeitig könnten die umliegenden Bäume durch die feuchte Erde längerfristig genährt werden, was besonders mit Blick auf die Trockenheit der vergangenen Jahre eine wichtige Rolle spielt und einen Schutz für die Bäume bietet.

Ein Blick auf den Eingang des Tümpels.

„Hier entsteht auch ein kleines Biotop für Frösche, Molche oder andere Tiere und bietet ihn einen zusätzlichen Lebensraum“, erklärt Paule. Das diene der Biodiversität und dem Artenschutz. Und deswegen zahle es sich aus, dass diese Idee über die normale Pflege des Stadtwalds hinausgehe.

4 Gedanken zu “Das Wasser zurückhalten, den Wald schützen

  1. Paule ist ein typischer CDU-Politiker. Diese scheinheilige Werbekampagne.
    Wasser zurückhalten? Er hätte sich besser gegen die A 49 engagieren sollen als
    sie zu fordern. Wer braucht diesen immer grinsenden CDU-Lobby-Politiker. Für ihn und seine Genossen gibt es nur eine Ausrichtung, gegen Natur und Klima, alles für die Profiteure.

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  2. Es wäre gut wenn aus Einsicht auch Handlungen folgen würden.Das ist leiter nicht so ,Felder in Alsfeld und Autobahn bei Homberg zeigen das gegenteil.

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  3. Sehr vorbildliches Projekt. Weiter so! Sollte Hausbesitzer ermutigen, selbst Regenwasser zu sammeln zum Gießen in trockenen Jahren.

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