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Stadtverordnete beschließen den Verkauf einer Fläche im Disröder FeldEin 50-Meter hoher Werbepylon vor den Toren Alsfelds

ALSFELD (akr). Den meisten Autofahrern, die schon mal von Alsfeld auf der A5 in Richtung Frankfurt unterwegs waren, ist er sicherlich schon aufgefallen, schließlich ist er kaum zu übersehen: der große Werbepylon gegenüber vom Mücker Burger King. So einer soll in Zukunft auch in Alsfeld stehen, auf einer Fläche im Disröder Feld seitlich vom Burger King. Das haben die Stadtverordneten am Donnerstag mehrheitlich beschlossen. Doch es wurden auch Bedenken geäußert.

Der Tagesordnungspunkt 13 ging um den Verkauf einer Gewerbefläche im Gewerbegebiet Disröder Feld – aber nicht für ein neues Unternehmen. Die Firma Unger, die auch der Investor des Burger Kings ist, will die Fläche kaufen, um dort einen Großpylon zu errichten. „Er soll so ähnlich aussehen, wie der in Mücke“, sagte Bürgermeister Stephan Paule. Etwa 50 Meter hoch solle er sein. Im Ausschuss am Dienstagabend stimmten sieben Politiker für den Antrag, Michael Riese, Fraktionsvorsitzender der ALA, enthielt sich.

Riese brachte am Donnerstag dann auch zugleich einen Änderungsantrag mit in die Runde. Die Fläche solle nicht verkauft, sondern zur Vermietung angeboten werden. Darüber hinaus solle die Stadt Alsfeld über den Mietzins hinaus eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen erhalten und sich bei der Auswahl der Werbung beteiligen. Die Stadt habe dem potenziellen Käufer allerdings schon ein Erbpacht-Modell angeboten, für die Firma Unger käme das aber Paule zufolge nicht in Frage.

Stephan Rühl äußerte Bedenken

Stephan Rühl von der ALA sah dem Vorhaben kritisch entgegen: „Wenn ich mir vorstelle vor den Toren Alsfeld so einen riesigen Turm zu haben, mit Werbung, naja okay. Aber wo ich erhebliche Bedenken habe, dass ein Privatunternehmen Werbeflächen einfach an irgendjemanden vergibt, da hab ich so eine Vision vor Augen: Ein Wahlkampf mit irgendwelchen Wahlwerbungen, wenn möglich noch mit einer Partei, die mit „A“ anfängt“. Als Gemeinde würde er sich dabei komisch vorkommen, man solle sich mal überlegen, ob man das wirklich wollen würde. Seiner Ansicht nach könne man die Fläche ja auf die Werbung von ortsansässigen Unternehmen begrenzen. „Wer weiß, was da alles beworben werden kann, und wir haben da keinen Einfluss drauf. Ich habe da so meine Bedenken“, sagte Rühl.

Stephan Rühl von der ALA äußerte seine Bedenken. Foto: akr


Paule erinnerte nicht nur an den Paragraphen 121 der Hessischen Gemeindeordnung, der der Stadt als Gemeinde die wirtschaftliche Betätigung verbiete, sondern auch daran, dass in Deutschland Gewerbefreiheit herrsche. „Wenn wir zu der Werbefläche nein sagen, dann drehen wir für alle, die bereits da sind, die Karten zurück“, sagte er Rathauschef.

Hintergrund: Die Behörden hätten den Unternehmen in der Gegend bisher das Recht verweigert, eigene, kleinere Werbe-Tower aufzustellen – mit der Begründung, dass es irgendwann einen großen geben werde. Komme dieser große Bau nun nicht, würden die Unternehmen die Baugenehmigung für ihre eigenen Pylonen einklagen, sagte Paule. „Dann haben wir anstatt einen 50 Meter hohen Pylon locker fünf 25 Meter hohe Pylone“, erklärte der Rathauschef.

„Ich bin nicht jemand, der der Wirtschaft irgendwelche Steine in den Weg legt. Bei dem Ding muss ich aber sagen: Es ist einfach abgrundtief hässlich“, sagte UWA-Fraktionsvorsitzender Martin Räther. Deswegen sei er auch nicht dafür, dass so etwas gebaut wird. Aber er wisse auch, dass man es nicht verhindern könne. Der Bürgermeister habe ja schließlich deutlich gesagt, was passieren werde, wenn man „Nein“ sage.

Auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Frank Jungk meldete sich zu Wort: „Ja es ist ein großer Turm, und ja er ist vielleicht hässlich, aber wir leben in einer freien Marktwirtschaft“. Man habe hier ein Unternehmen, dass die Fläche kaufen und sie aktivieren wolle. Als es dann zur Abstimmung kam, lehnten die Stadtverordneten den Änderungsantrag der ALA mehrheitlich ab und nahmen den ursprünglichen Antrag für den Verkauf der Fläche im Disröder Feld an.


3 Gedanken zu “Ein 50-Meter hoher Werbepylon vor den Toren Alsfelds

  1. Leute stellt euch nicht so an. Am Rasthof Mücke funktioniert das doch auch super. Vor allem wenn die Autofahrer dadurch wissen, dass „Er dich hält – Gott.“ Er steht nun mal über uns und wenn es nur noch Chemtrails und keine echten Wolken mehr gibt, auf denen er sitzen kann, dann muss er eben in Form eines Banners an einem 50m-Pylonen über uns wachen.

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  2. Hängt doch große Werbetafel an den Leonhardsturm. Wenn ihr das Bild der Stadt verschandeln wollt, dann doch gleich richtig und keine halben Sachen.

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  3. Stephan Rühls Bedenken sind für mich durchaus nachvollziehbar: Wahlwerbung für die ALA an so exponierter Stelle…grauenvoll.

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