Die Hirsche, die bei Alsfeld gesichtet worden waren. Foto: privat

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Tiere könnten aus illegalem Gehege in der Region stammenWeiße Hirsche bei Rabenau eingefangen

VOGELSBERG (jal). Die beiden weißen Hirsche aus Alsfeld haben es mittlerweile zu kleinen Berühmtheiten geschafft. Zeitungen, das Radio und sogar das Fernsehen berichten über die Tiere. Am Donnerstag dann teilt das Forstamt Romrod mit: Die Hirsche wurden bei Rabenau in der Nähe Gießens eingefangen – und könnten aus einem illegalen Gehege im Vogelsberg stammen.

Bei den Tieren handelt es sich nicht wie von OL anfangs mangels anderer Informationen angenommen um Rotwild, das durch einen Gendefekt ein weißes Fell aufweist und im nördlicheren Hessen öfter anzutreffen ist, sondern um Damwild, das in mehreren Farbschlägen vorkommen kann, darunter auch ein geflecktes Weiß. Doch in unserer Region gibt es solche Tiere eigentlich nicht, sagt Forstamtschef Hans-Jürgen Rupp.

Dieser Fakt und das Verhalten der beiden wenig scheuen Tiere ließen darauf schließen, dass es sich bei den beiden um Ausreißer handeln könnte. Rupp zufolge könnten die zwei Hirsche aus einem illegalen Gehege in der Vogelsberger Region ausgebüxt sein. Damwild ist für sein gutes Fleisch bekannt und wird deswegen immer wieder gerne zum späteren Schlachten von Menschen gehalten.

Was mit den beiden Hirschen nun geschehe, sei unklar, sagte Rupp. Sie seien selbstständig in das offene Gehege bei Gießen gelaufen, sie dort einzufangen war also gar nicht geplant. Rechtlich gesehen dürften sie getötet werden. Berichten zufolge hat sich jedoch der Nationalpark Kellerwald prinzipiell bereit erklärt, die zwei Tiere aufzunehmen.

Studierte in Erfurt Staats- und Geschichtswissenschaften, ist Mitbegründer von Oberhessen-live und seit 2017 Chefredakteur des Magazins. Hat bei der HNA in Kassel volontiert, danach Stationen bei SPIEGEL ONLINE in Hamburg und der Süddeutschen Zeitung in München. Sammelt eine Auswahl seiner Arbeiten auf diesem Blog.

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