Seit 20 Jahren ist Andreas Beinhorn zusammen mit seinem Team auf dem Alsfelder Pfingstmarkt. Foto: ls

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Seit 20 Jahren mit dem Imbiss auf dem Alsfelder Pfingstmarkt„Der Alsfelder Pfingstmarkt ist Familie und Heimat“

ALSFELD (ls). Seit 20 Jahren schon ist er einmal im Jahr in Alsfeld zu Gast – und zwar immer pünktlich zum Alsfelder Pfingstmarkt: Andreas Beinhorn. Zusammen mit seiner ganzen Familie und seinem Team betreibt der Braunschweiger mittlerweile in der vierten Generation den Familienbetrieb seines Urgroßvaters und reist mit seinem Imbiss-Betrieb als Schausteller fast das ganze Jahr durch das Land. Das vergangene Wochenende war er wieder – und das mittlerweile zum 20. Mal – zu Gast auf dem Pfingstmarkt in Alsfeld, da „wo Heimat und Familie“ ist.


Noch ist es ruhig auf dem Festplatz rund um die Stadthalle in Alsfeld. Vereinzelt hört man leise Musik, ein Hammer schlägt auf Metall. Leise wird sich hier und da unterhalten, von dem lauten, glücklichen Stimmengewirr ist noch nichts zu hören. Es ist Freitagmorgen 10 Uhr, nur noch wenige Stunden bis zur offiziellen Eröffnung des Alsfelder Pfingstmarktes – und die Vorbereitung vor dem großen Ansturm laufen auf Hochtouren.

So auch am Imbiss-Stand von Andreas Beinhorn. Kühlschränke werden mit kleinen Getränkeflaschen eingeräumt, Bierbankgarnituren aufgebaut und mit Tischdecken verkleidet. An einen Stehtisch gelehnt steht Andreas Beinhorn, lächelt und kleine Falten tanzen um seine Lippen. „Bald geht es los. Wir sind in den letzten Zügen der Vorbereitung“, erklärt der Besitzer. Über 1920 Kilometer hat Beinhorn und sein Team hingelegt – wohlgemerkt auf mehrere Fahrten – um alles Nötige von Braunschweig nach Alsfeld zu fahren.

Das Schild, das den Weg weist: XXL-Bratwurst, Pommes, Pilze und noch viel mehr gibt es am Imbiss von Andeas Beinhorn. Foto: ls

Seit 20 Jahren auf dem Alsfelder Pfingstmarkt dabei

Andreas Beinhorn ist Schausteller und gehört seit mittlerweile 20 Jahren zum festen Inventar des Volksfestes. Zusammen mit seinem Team und seiner Familie betreibt er in der vierten Generation den Familienbetrieb: Einen Imbissstand, mit dem er den größten Teil des Jahres durch ganz Deutschland zieht. „Nach Alsfeld komme ich aber am liebsten. Es fühlt sich ein bisschen wie Heimat an, wie Familie“, sagt der herzliche Mann und lehnt sich abseits der Vorbereitungen in einem Stuhl zurück. Andreas Beinhorn muss es wissen, immerhin kommt er bereits seit 20 Jahren auf den Alsfelder Pfingstmarkt. Ein Jubiläum in diesem Jahr.

Während sein Urgroßvater noch mit dem Imbiss auf dem Dreirad von Dorf zu Dorf gefahren ist, gehört da heutzutage ein bisschen mehr dazu: Lkw, mehrere Autos und natürlich die Wohnwagen. Den hat Beinhorn dieses Mal allerdings nicht mit in Alsfeld. „Ich schlafe im Hotel. Meine Frau hat den Wohnwagen. Die ist in Herzberg im Harz aktuell“, klärt er auf. Normal seien sie ab März gemeinsam in Deutschland unterwegs. Wenn sich zwei Termine überschneiden, dann trenne man sich und veranstalte die Märkte getrennt. „Ich wollte aber wie immer gerne nach Alsfeld“.

Nur etwa drei Monate im Jahr würde die Familie gemeinsam in ihrem Haus bei Braunschweig leben, das „ist die Bürozeit. Da planen wir das Jahr, machen Abrechnungen, besuchen Lehrgänge und Fortbildungen, schulen das Personal und rüsten alles auf mögliche neue Vorschriften um“. Ab März dann, gehe das Geschäft los – und dann verbringe man mehr Zeit im Wohnwagen. Andreas Beinhorn selbst ist auch im Wohnwagen groß geworden, genauso wie seine Kinder und seine Familie. „Man muss dafür geboren sein, aber man gewöhnt sich auch daran“, sagt er und schmunzelt. Los gehe es ab März mit Schützenfesten, Frühlingsmärkten zu Pfingstmärkten und historischen Märkten, bis dann Herbstfeste und Weihnachtsmärkte zum Jahresende folgen. Unter dem Motte „Qualität setzt sich durch“ reist Beinhorn mit seinem Team von A nach B – stets mit regionalen Produkten von örtlichen Metzgern oder Bäckern.

Abends zur Eröffnung herrscht Hochbetrieb. Foto: jal

Es habe aber seine Vorteile, immerhin sehe man viel vom Land und lerne immer wieder nette Leute kennen – so wie in Alsfeld. „Wenn man ankommt und man schon von vielen Einheimischen begrüßt wird, ist das einfach ein sehr herzliches Gefühl und man fühlt sich sehr willkommen“, ergänzt Beinhorn. So ergehe es ihm bereits seit 20 Jahren in Alsfeld. Auch unter den Schaustellern an sich, habe sich über die Jahre eine kleine Familie gebildet.

„Hier treffen sich immer alle wieder und einen Tag vor dem Pfingstmarkt treffen wir uns hier bei uns am Imbiss und grillen gemeinsam. Das ist eine der schönsten Traditionen die wir haben“, führt er weiter aus. So haben sich über die 20 Jahre hinweg Freundschaften entwickelt – egal ob zwischen Schaustellern oder aber mit den Alsfeldern. Jedes Jahr freue er sich alle wieder zu sehen.

Im nächsten Jahr wieder in Alsfeld dabei

Gleich sei es für ihn und sein Team deshalb nicht unbedingt auf jeden Markt, jeder habe seine Unterschiede – die Art wie die Menschen welche Bratwurst essen sei so ein Unterschied, und wie willkommen man sich fühle. „In Alsfeld essen die Menschen gerne grobe Bratwurst im Brötchen und oben drauf Senf oder Ketchup. In Braunschweig beispielsweise liegt am besten alles einzeln auf dem Teller und grobe Bratwurst wird da nicht so gerne gegessen. Erst durch diese kleinen Unterschiede merken wir manchmal in welcher Region wir eigentlich sind“, bemerkt Beinhorn und lacht laut.

In diesem Jahr aber wird Beinhorn noch öfter in die Nähe von Alsfeld kommen: Nach Fulda aufs Schützenfest, aufs Lullusfest nach Bad Hersfeld, nach Fritzlar und nach dem Pfingstmarkt geht es direkt weiter auf den Prämienmarkt nach Lauterbach. Und Alsfeld im nächsten Jahr? „Da sind wir natürlich auch wieder dabei“, schmunzelt er und geht wieder in Richtung in Imbiss. In wenigen Stunden wird der Pfingstmarkt eröffnet – und bis dahin gibt es noch eine Menge zu tun.