Im Vogelsberg eine Einzelkämpferin. Astrid Muth aus Lautertal setzt sich für ein vegane Ernährung ein. Foto: cdl

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In Deutschland gibt es immer mehr überzeugte Veganer - Im Vogelsberg ist diese Art der Ernährung noch eine SeltenheitMahnwache gegen das Töten von Tieren

ALSFELD (cdl). Im Rahmen der deutschlandweiten Mahnwachen-Aktion „Ein Licht der Hoffnung“ war auch am vergangenen Donnerstag in Alsfeld eine Aktion am Marktplatz und am Ludwigsplatz geplant. Allerdings war am Ende eine Einzelkämpferin unterwegs, die sich für vegane Ernährung und den Tierschutz einsetzte.


Vegane Ernährung ist in den letzten Jahren zu einem bundesweiten Trend geworden. Gerade viele junge Studenten und auch Mittlerweile einige Spitzensportler schwören auf diese Art der Ernährung. Doch im Vogelsberg scheinen Veganer eine absolute Randerscheinung. Zur geplanten Mahnwache war lediglich Astrid Muth aus Lautertal nach Alsfeld gekommen und verteilte ihre Flyer von unterschiedlichen Organisationen. Sie selbst hat schon damit gerechnet, dass sie in Alsfeld wohl die einzige Aktivistin sein wird, erzählte sie freimütig. Am kommenden Tag in Fulda würden sicherlich um die 30 Personen an der dort geplanten Mahnwache teilnehmen, mutmaßte sie.

Muth ist nach eigenen Angaben bereits seit acht Jahren Veganerin. Sie habe damals den Entschluss aus ethischen Gründen gefasst, nachdem sie aus dem Ruhrgebiet aufs Land nach Lautertal gezogen war. „Vorher hatte ich keine Ahnung von Tierhaltung, das ist mir erst beim Leben auf dem Land bewusst geworden“, so die überzeugte Veganerin. Was für den Vogelsberger ganz normal ist und für ihn ein artgerechte Tierhaltung schockierte sie damals. Sie habe gar nicht gewusst, dass Kälber von ihren Müttern direkt getrennt würden und, dass Kühe im Stall angebunden seien. Dann berichtete sie über das Hähnchen-Schreddern und über Begebenheiten in vielen Schlachthöfen. Für sie steht fest, dass man keine Tiere züchten sollte, nur um sie anschließend zu verspeisen. Ihr Credo: „Du sollst keine Tieren töten, Tiere sollen Leben.“

Neben dem Tierschutz war ihr auch die bewusste Ernährung ein Anliegen. Veganer würden sich deutlich vielfältiger ernähren als die meisten denken würden. Man komme mit Speisen in Berührung, die einem zuvor unbekannt gewesen seien und eigentlich kämen täglich neue Gerichte mit bisher unbekannten Zutaten auf den Speiseplan. Hinzu komme, dass in der letzten Zeit viele Spitzensportler sich vegan ernähren würden. Als prominentes Beispiel nannte Muth, Patrik Baboumian, der sich im Jahr 2011 den Titel „stärkster Mann Deutschlands“ geholt habe. Neben ihm sei der Veganismus in der Bodybuilder Szene, bei Marathon Läufern und seit neustem auch bei Bundesliga-Fußballern zu finden. Der Trend halte an, seitdem einige wissenschaftliche Studien belegt hätten, dass eine vegane Ernährung den Spitzensportlern zu besseren Leistungen verhelfe.

Jedoch war auch der Einzelkämpferin, die am vergangenen Donnerstag ihre Runden durch Alsfeld drehte, klar, dass der Fleischkonsum in unserer Gesellschaft kulturell tief verwurzelt ist und man das auch nicht von heute auf morgen ändern könne. Man wolle mit der Mahnwachen-Aktion lediglich die Menschen zum Nachdenken anregen. Für sie selbst hat der Tierschutz die höchste Priorität.

 

 

War von 2016-2017 Redakteur bei Oberhessen-live, Studienabschluss an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, Fachjournalistik Geschichte

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