
Online-VeranstaltungStadt Land Frust
Stadt Land Frust – Eine politische Vermessung. Online-Veranstaltung mit Lukas Haffert am Montag, dem 30. Mai 2022 um 19.30 Uhr.
Anmeldung unter info@rlc-vogelsberg.de
Das Leben in der Stadt scheint attraktiv: Da ist es schrill, bunt, voll Kunst und Kultur. Aber Leben in der Stadt ist auch Stress. Wohnraum ist knapp und teuer und soziale Spannungen wachsen. Die Realität auf dem Lande sieht oft anders aus: Es gibt immer weniger Landwirtschaft und Handwerk, keine Industrie-Jobs. Die Höherqualifizierten und Jüngeren verlassen das Land.
Die Kluft zwischen urbanen Zentren, den städtischen Metropolen und der Peripherie, wie den ländlichen Regionen nimmt weiter zu. Das hat auch politische Auswirkungen. Bei keiner Bundestagswahl war der Stadt-Land-Graben so tief wie bei der im September 2021.
Lukas Haffert analysiert in seinem jüngst erschienen Buch „Stadt-Land-Frust“ warum die Unterschiede zwischen Stadt und Land in unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem seit einiger Zeit wieder zunehmen, und stellt dar, welche politischen Folgen das z.B. für Präferenzen für die Grünen in städtischen Milieus und für die AfD in einigen ländlichen Regionen hat.
Lukas Haffert ist Oberassistent am Lehrstuhl für vergleichende politische Ökonomie der Universität Zürich. Seit 2018 ist er Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Vorschau
Walter Benjamin – eine Einführung in sein Werk. Online-Veranstaltung mit Ruth Sonderegger, Montag, 13. Juni 2022, 19.30 Uhr
Anmeldung bitte unter info@rlc-vogelsberg.de
Walter Benjamin war einer der großen kritischen Intellektuellen im Deutschland der 1920er und 1930er Jahre, passt aber in keine der gängigen Schubladen. Durch die enge Freundschaft zu Theodor W. Adorno gelangte er in das Umfeld der Frankfurter Schule. Sein Wirken war inspirierend für zahlreiche Aspekte der Kritischen Theorie und vielfach richtungsweisend.
Benjamin war der kommunistischen Bewegung verbunden, blieb dabei aber stets kritisch und pflegte ein, wie er selbst sagte „linkes Außenseitertum“. Hannah Arendt bezeichnete ihn als den seltsamsten Marxisten, den diese an Seltsamkeiten nicht arme Bewegung hervorgebracht habe.
Sein Werk ist eine einzigartige Fundgrube kluger Gedanken, viele Entwicklungen geistig vorwegnehmend, auch heute noch überaus lesenswert aber nicht immer leicht zu erschließen. Seine beiden wohl berühmtesten Werke sind der Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ und, leider unvollendet geblieben, „Das Passagenwerk“.
Nach seiner Emigration 1933 aus Nazi-Deutschland, der Ausbürgerung 1939, der Internierung in Frankreich und der Flucht vor der Nazi-Armee nahm er sich im September 1940 in Portbou das Leben.
Ruth Sonderegger ist Professorin für Philosophie und ästhetische Theorie an der Akademie der bildenden Künste Wien und eine exzellente Kennerin des Werkes von Walter Benjamin. Sie wird uns den Menschen und sein Werk näherbringen und zum Weiterlesen anregen. Der Eintritt ist frei.
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