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Neuer Bezirksvorstand gewählt – Hausärzte warnen vor Belastungen für die ambulante VersorgungHausärzteverband Vogelsberg bestätigt Vorsitzende Susanne Sommer

VOGELSBERGKREIS (ol). Der Bezirk Vogelsberg des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen hat seinen Vorstand neu gewählt und Susanne Sommer als Vorsitzende bestätigt. Neben der personellen Neuausrichtung standen die Herausforderungen für die hausärztliche Versorgung im Mittelpunkt. Der Vorstand kritisiert geplante gesundheitspolitische Maßnahmen, warnt vor zusätzlicher Bürokratie und setzt sich für verlässliche Rahmenbedingungen sowie eine starke hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum ein.

Der Bezirk Vogelsberg des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen hat seinen Vorstand neu gewählt. Die wiedergewählte Vorsitzende Susanne Sommer sieht die hausärztlichen Praxen angesichts des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und der aktuellen Diskussion um die telefonische Krankschreibung vor großen Herausforderungen, so heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.

Der Bezirk Vogelsberg des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Hessen hat seinen Vorstand neu gewählt. Susanne Sommer wurde als erste Vorsitzende im Amt bestätigt. Zweite Vorsitzende ist Denise Furdu-Schrimpf. Beide vertreten den Bezirk zugleich als Delegierte auf Landesebene. Als Ersatzdelegierte wurden Carsten Rottmann und Bianka Ehrhardt-Gerst gewählt. Dem erweiterten Vorstand gehören außerdem Jochen Müller und Christof Schwarzer an.

Dank an Dr. Dieter Ladwig

Ziel des Vorstandes ist es, die unterschiedlichen Regionen des Vogelsbergkreises möglichst breit einzubinden und die gute Zusammenarbeit der hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen im Kreis fortzuführen. Aus dem Vorstand ausgeschieden ist Dieter Ladwig, der über viele Jahre hinweg im Bezirksvorstand mitgearbeitet und die hausärztliche Arbeit im Vogelsbergkreis engagiert begleitet hat. Der Vorstand dankt ihm ausdrücklich für seinen langjährigen Einsatz.

Konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landkreis

„Die Zusammenarbeit unter den hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen im Vogelsbergkreis ist sehr gut. Wir unterstützen uns gegenseitig und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden, wenn Praxen vor besonderen Herausforderungen stehen oder Kolleginnen und Kollegen ausfallen“, sagt Dr. Susanne Sommer. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kreis sei konstruktiv.

Erhebliche Herausforderungen für die hausärztliche Versorgung

Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht der Vorstand erhebliche Herausforderungen für die hausärztliche Versorgung – auch im Vogelsbergkreis. „Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz setzt aus unserer Sicht genau an der falschen Stelle an: Wer die ambulante Versorgung finanziell deckelt und zugleich immer mehr Aufgaben in die Praxen verlagert, schwächt am Ende die Versorgung vor Ort. Gerade in ländlichen Regionen brauchen Hausarztpraxen keine zusätzlichen Belastungen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen und eine faire Vergütung“, betont Sommer.

Ohne telefonische Krankschreibung: mehr Bürokratie, mehr Infektionsrisiken

Auch die aktuelle Diskussion um die telefonische Krankschreibung sieht der Bezirksvorstand kritisch. „Die telefonische AU ist kein Selbstbedienungsangebot, sondern eine ärztliche Entscheidung bei bekannten Patientinnen und Patienten und klar begrenzten Fällen. Wer dieses Instrument abschafft und stattdessen Menschen mit leichten Infekten wieder massenhaft in die Wartezimmer schickt, schafft keine bessere Kontrolle, sondern mehr Bürokratie, mehr Infektionsrisiken und weniger Zeit für die Patientinnen und Patienten, die wirklich ärztliche Hilfe brauchen“, so Sommer.

„Die kommenden politischen Entscheidungen werden auch im Vogelsberg spürbar sein“
Der Bezirksvorstand will die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fortsetzen und sich weiterhin für die Interessen der hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen im Vogelsbergkreis einsetzen. „Die kommenden politischen Entscheidungen werden auch in den Praxen vor Ort spürbar sein. Umso wichtiger ist es, dass wir im Vogelsbergkreis gut vernetzt bleiben, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam für den Erhalt einer verlässlichen hausärztlichen Versorgung eintreten“, erklärt Sommer.

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