
Kolumne von Mario Eichenauer, Vermögensmanager bei Aurum Vermögensmanagement GmbHWohin geht die Reise im neuen Jahr?
ALSFELD (ol). Der deutsche Aktienindex DAX schließt das Jahr mit einer Rendite von 20,31% ab und übertrifft damit den europäischen Aktienindex EuroStoxx50. Allerdings fallen die Gewinne im Vergleich zu den marktbreiten US- und japanischen Aktienindizes geringer aus. Eine Prognose für das neue Jahr gestaltet sich schwierig.
Aktien waren im vergangenen Jahr ein „must have“
Die Performance des deutschen Aktienindex DAX kann sich mit plus 20,31% im abgelaufenen Jahr sehr gut sehen lassen. Damit haben die Blue Chips des deutschen Aktienmarktes sogar circa ein Prozent besser abgeschnitten als der europäische Aktienindex EuroStoxx50. Allerdings hat der marktbreite US- Aktienindex S&P 500 circa vier Prozent besser performt, der japanische Nikkei-Index sogar acht Prozent und mit Technologie-Aktien im Nasdaq 100 waren sogar fast 54% zu verdienen.
Es lässt sich also recht deutlich erkennen, dass trotz einer stark schwächelnden deutschen Wirtschaft und einer Vielzahl an schlechten Nachrichten auf der Welt die Geldflüsse die Kurse am Aktienmarkt bestimmen und nicht die Nachrichtenlage.
Eine alte Börsenweisheit besagt „The trend is your friend“, sprich niemals gegen einen laufenden Trend zu spekulieren. Eine andere, meiner Meinung nach noch viel Wichtigere, besagt „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“. Oftmals spielt uns die menschliche Psyche aber gerade bei der Letztgenannten einen Streich, denn viele Anleger machen leider sehr oft das Gegenteil, indem sie Gewinne am Aktienmarkt zu schnell realisieren und Verluste laufen lassen, frei nach dem Motto „das erholt sich schon wieder“. Das haben die meisten von uns sicherlich schon einmal erlebt.
Wohin geht die Reise im neuen Jahr?
Aufgrund der Tatsache, dass Geld die Kurse macht, sind seriöse Prognosen fast unmöglich zu treffen. So lange mehr Geld an die Börse fließt als dort abgezogen wird, steigen die Kurse nun mal. Und gerade im Vergleich zu früheren Zeiten fließen durch mtl. Fondssparpläne von Millionen Anlegern weltweit sehr hohe Summen an die Fondsgesellschaften, die von diesen Monat für Monat angelegt werden müssen. Solange dies der Fall ist, sind zumindest herbe Kursrückgänge an den Weltbörsen schwer vorstellbar. Andererseits ist die Haupt-Triebfeder steigender Aktienkurse die Gewinnentwicklung der einzelnen Unternehmen. Viele Verbraucher haben aufgrund der steigenden Inflation Konsumwünsche in den vergangenen Monaten vorgezogen, da zu befürchten stand, dass die Preise in der Zukunft noch viel höher sein würden. Auch die mittlerweile sehr hohen Zinsen bremsen die Wirtschaft ein Stück weit aus, da viele Kreditgeber deutlich defensiver agieren als in den vorhergehenden Jahren mit Null- und Minuszinsen. Außerdem halten sich die Verbraucher aufgrund der hohen Zinsen für Konsumkredite mehr und mehr zurück.
Ist der DAX teuer oder billig?
Von vielen Börsenmedien wird uns oftmals berichtet, dass der DAX mit einem Kursgewinnverhältnis (KGV) von 13 bezogen auf die Gewinne des Jahres 2023 deutlich preisgünstiger ist als die US-Aktien des Dow Jones Index mit einem KGV von 26. Leider lassen sich die beiden Indices nicht direkt vergleichen, da im DAX die Autobauer und die Versorger mit ihren traditionell niedrigen KGV`s viel stärker vertreten sind als im Dow Jones. Außerdem liegt bei der o. a. DAX-KGV-Berechnung der Teufel wie immer im Detail. Aktuell haben wir nämlich sechs von vierzig Unternehmen im DAX, die Verluste schreiben. Bei der obigen Berechnung wurden allerdings die KGV`s aller Einzelunternehmen addiert und durch 40 geteilt und somit die Verlust-Unternehmen mit in den Teiler genommen. Lässt man die Unternehmen mit roten Zahlen hingegen aus der Berechnung heraus, kommt man auf ein KGV von 19, welches im historischen Vergleich nicht mehr billig ist.
Zinsmarkt
Die Renditen an den Rentenmärkten scheinen ihre Hochs bereits im Herbst 2023 gesehen zu haben. Sowohl in Europa als auch in den USA haben die Zinsen vom Top aus betrachtet jeweils circa ein Prozent verloren und damit den Besitzern von Anleihen bereits zusätzliche Kursgewinne beschert. Da sich die Signale für eine Rezession auch in Amerika verdichten und die Inflation mehr und mehr zurückkommt, werden die Zinsen wohl dies- und jenseits des Atlantiks im neuen Jahr weiter fallen. Dieses Szenario haben die Aktienmärkte im Übrigen schon ein ordentliches Stück weit vorweggenommen.
Fazit
In der Vergangenheit haben Zinssenkungen der Notenbanken den Druck auf die Unternehmensgewinne erst einmal erhöht und die Konjunktur ist erst wieder voll durchgestartet, wenn die Zinsen wirklich „unten“ waren. Dies wird von den Aktienmärkten aktuell noch weitestgehend ignoriert, aber kann im Laufe des Jahres zu Kursrückgängen und dann vielleicht auch wieder günstigeren Kaufkursen der Aktien führen.
Aus diesem Grund könnte ein gut durchdachtes Absicherungskonzept für Ihr Aktiendepot hilfreich sein. Gerne stehen wir Ihnen bei solchen Überlegungen mit Rat und Tat zur Seite.
Auch die Edelmetalle als Schutz vor weiteren Krisen-Szenarien im neuen Jahr haben in der Vergangenheit immer gute Dienste zur Streuung und Absicherung eines breit aufgestellten Depots beigetragen.
Ich wünsche Ihnen wie immer ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung Ihres persönlichen Anlageportfolios!
Sind Sie auf der Suche nach passenden Anlagemöglichkeiten, dann sind wir Ihnen gerne bei der Auswahl behilflich. Rufen Sie uns gerne an und vereinbaren einen unverbindlichen Gesprächstermin TEL: 06631/8018440
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Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH, Mario Eichenauer, Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld
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