
Kolumne von Mario Eichenauer, Vermögensmanager bei Aurum Vermögensmanagement GmbHAktienmarktprognose: Experten warnen vor längerem Abwärtstrend
ALSFELD (ol). Marktexperten prognostizieren einen länger anhaltenden Abwärtstrend an den Aktienmärkten aufgrund von Topformationen und Warnzeichen für eine bevorstehende Rezession. Anleger sollten alternative Anlageklassen wie dividendenstarke Aktien, Zinsanlagen und Edelmetalle in Betracht ziehen.
Quo Vadis Aktienmarkt?
Am Freitag, den 29. September hat der DAX unter seiner 200-Tage-Durchschnittslinie geschlossen, was gerade im Rahmen eines Wochenschlusskurses ein klares Verkaufssignal der Charttechnik entstehen lässt. Auslöser dafür waren vor allem die Notenbanken, die im Rahmen ihrer letzten Sitzungen keine Signale für eine Zinswende nach unten gegeben haben, obwohl die Marktteilnehmer dies schon seit Monaten erwarten. Für die Zentralbanken hat die Bekämpfung der Inflation oberste Priorität. Genau dies haben Christine Lagarde und Jerome Powell auch schon seit Monaten genau so kommuniziert, doch der Markt hat dies nie für bare Münze genommen und nach wie vor mit Zinssenkungen noch im Jahr 2023 gerechnet.
Längerer Abwärtstrend voraus?
Die Charttechnik vieler wichtiger Indices weist seit geraumer Zeit sogenannte Topformationen aus, die als Trendumkehr-Formationen bekannt sind. Das heißt im Klartext, dass sehr viel für einen neuen Abwärtstrend an den Börsen spricht und der Aufwärtstrend seit Ende September letzten Jahres eventuell nur eine Bearmarket-Rally (Gegenbewegung im Rahmen eines Abwärtstrends) gewesen sein könnte.
Seit Juli 2023 sind alle Zutaten vorhanden, die auf den Beginn einer neuen Abwärtswelle hinweisen. Fundamentale Überbewertung, klare Rezessionssignale, euphorische Stimmung, eine überkaufte Markttechnik, ein starker Anstieg der langfristigen Zinsen und sogar das sehr seltene Phänomen schrumpfender Geldmengen. Von den spekulativen Exzessen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Umsatzrekorden in den riskantesten Segmenten der Optionsmärkte gar nicht zu reden.
Alternativen am Aktienmarkt
Auch wenn man mit ausgewählten dividendenstarken Aktien durchaus Dividendenrenditen in Höhe von 3,50% oder mehr vereinnahmen kann, so sind auch bei diesem Aktiensegment die Kursrisiken für die kommenden Wochen nicht zu unterschätzen. Trotzdem ist dieses Marktsegment dafür bekannt eine überdurchschnittliche Widerstandskraft zu haben und gerade bei fallenden Aktienmärkten einen geringeren Teil des Kursabschwungs mitzumachen. Im Vergleich zu Dividendenfonds weist der Dow- Jones-Aktienindex in den USA lediglich eine Dividendenrendite von durchschnittlich 1,60% aus.
Zinsmarkt wieder interessant
Vor ungefähr zwei Jahren hätten es vermutlich nur die größten Optimisten für möglich gehalten, dass wir 24 Monate später wieder Zinsen mit der vier vorm Komma in Europa haben würden. In Amerika steht sogar die fünf vorne, was den kurzfristigen Anlagehorizont angeht. Auch wenn die Zinsstrukturkurven nach wie vor invers sind (kurzfristige Zinsen sind höher als die langfristigen), so kann man beispielsweise in Amerika mit Zinsanlagen schon wieder realen Ertrag erwirtschaften, da dort die Inflationsrate bereits unter den kurzfristigen Anlagezinsen liegt. Dies wird in Europa wahrscheinlich noch eine Weile dauern.
Kursgewinne am Anleihenmarkt voraus?
Wenn man den Aussagen der Notenbank-Chefs Glauben schenkt, dürfte der Gipfel der Leitzinserhöhungen bei den wichtigsten Zentralbanken weitestgehend erreicht sein. Vom Markt-Timing her könnte daher ein Einstieg in den mittel- bis langfristigen Anleihenmarkt aktuell gut passen.
Sollte sich die Rezession auch in den USA verfestigen, wie es viele Frühindikatoren bereits vorhersagen, werden die Zentralbanken sehr wahrscheinlich wieder anfangen die Zinsen Stück für Stück zu senken. Dies beschert den Anleihebesitzern zusätzlich zu den jährlichen Zinszahlungen auch noch Kursgewinne, so dass mit dieser Anlageklasse auch hierzulande reale Erträge möglich sein sollten.
Fazit
In einem breit aufgestellten Anlageportfolio sollte keine Anlageklasse mit der jeweils persönlich passenden Gewichtung fehlen. Auch die Edelmetalle sind preislich nochmals deutlich zurückgekommen, so dass auch mit diesem Baustein auf mittlere Sicht Ertrag zu generieren sein sollte.
Im aktuellen Umfeld scheint ein guter Mix aus dividendenstarken Aktien, Zinsanlagen und Edelmetallen je nach persönlicher Risikoneigung sinnvoll zu sein.
Ich wünsche Ihnen wie immer ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung Ihres persönlichen Anlageportfolios!
Sind Sie auf der Suche nach passenden Anlagemöglichkeiten, dann sind wir Ihnen gerne bei der Auswahl behilflich. Rufen Sie uns gerne an und vereinbaren einen unverbindlichen Gesprächstermin TEL: 06631/8018440
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Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH, Mario Eichenauer, Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld
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