
Durch lautes Bellen auf verunglückten Nachbarn aufmerksam gemachtWie Hündin Luna ein Leben rettete
ALSFELD (akr). Die zweijährige Luna ist eigentlich ein ruhiger Hund. Umso irritierter war ihr Herrchen Josef Strack, als die Hündin eines Nachts nicht aufhörte lauthals zu bellen – zum Glück, denn so rettete sie einem älteren Herren sozusagen das Leben.
Der 59-jährige Josef Strack kann sich noch ganz genau an die besagte Nacht erinnern. Es war so um kurz nach 2 Uhr, als er plötzlich durch das laute Bellen seiner Hündin Luna geweckt wurde. „Sie ist aus ihrem Hundbettchen aufgesprungen, hat derart laut gebellt, das hat sie noch nie gemacht“, erzählt Strack.
Als die kleine Jack-Russel-Dame dann auch noch aufs Bett sprang und anschließend zur Wohnungstür rannte und an ihr kratzte, immer noch laut bellend, setzte sich der 59-Jährige in seinen Rollstuhl und fuhr zur Wohnungstür. „Ich habe die Tür aufgemacht und sie ist direkt zur Tür meines Nachbars gerannt. Sie hat immer noch laut gebellt und dann an seiner Wohnungstür gekratzt. Sie ist eigentlich ein ruhiger Hund, ich kenne das gar nicht von ihr“, erinnert er sich.
Kurzerhand entschied sich Strack, bei seinem Nachbarn zu klingeln. „Als er nicht aufmachte bin ich nach draußen zu seinem Balkon und habe gesehen, dass das Licht brannte und das Rollo oben war. Das war nicht normal“, erzählt er, denn sein Nachbar würde schon verhältnismäßig früh schlafen gehen. Strack klingelte nochmal, mehrmals. Keine Reaktion und auch Luna konnte sich nicht richtig beruhigen.
„Mir hat die ganze Situation keine Ruhe gelassen, also habe ich die 112 angerufen und dem Mann in der Leitstelle erklärt, was los ist.“ Als der Rettungsdienst schließlich eintraf, von seinem Nachbar aber immer noch keine Reaktion kam, machte Strack die Einsatzkräfte darauf aufmerksam, dass das Licht im Wohnzimmer brenne und die Rollos oben seien.

Seit Josef Strack vor einem halben Jahr die rumänische Straßenhündin Luna aus dem Alsfelder Tierheim adoptierte, sind die beiden unzertrennlich.
Der Rettungsdienst habe dann festgestellt, dass die Balkontür offen gewesen sei, sodass er so in die Wohnung gelangen konnte, erzählt Strack. Die Einsatzkräfte hätten seinen Nachbarn auf dem Boden liegend vorgefunden, weil er offenbar gestürzt war. Er soll aber bei Bewusstsein gewesen sein, neben einem zerbrochenen Glastisch gelegen haben. Der Rettungsdienst kümmerte sich um den Verletzten und nahm ihn mit ins Krankenhaus.
Strack vermutet, dass Luna diesen Sturz gehört haben könnte und deshalb so reagiert hat. Er selbst habe durch sein Beamtungsgerät, das er in der Nacht zum Schlafen braucht, nichts gehört – erst Lunas lautes Bellen habe ihn geweckt. „Die zwei hatten irgendwie eine Verbindung zueinander“, erzählt der 59-Jährige. Als Luna seinen Nachbarn das erste Mal gesehen hatte, sei sie sofort auf ihn zu gerannt und wollte von ihm gestreichelt werden. So habe sich die kleine Jack-Russel-Dame auch des Öfteren in der Wohnung des Nachbars aufgehalten, sich dort beispielsweise auf der Couch entspannt.
Am Sonntag habe Strack dann den Sohn seines Nachbarn getroffen, als dieser ein paar Sachen für seinen Vater packen wollte. „Er hat sich natürlich bei uns bedankt“, lächelt er. Die kleine Luna habe der Sohn als „Lebensretter“ bezeichnet und betont, dass dank ihr sein Vater diese Nacht überlebt habe. Ein Happy End hat diese Geschichte aber leider nicht, denn wie Strack erzählt, sei der Mann nur wenige Tage später verstorben, wie ihm der Sohn mitgeteilt habe. „Im Prinzip hat sie schon ein Leben gerettet“, sagt Strack – genau deshalb ist er auch stolz auf seine kleine Hündin, auch wenn es eben leider nur für ein paar wenige Tage war.
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