
ALA zur Industriegebiet-InformationsseiteALA: Info-Seite rückt Industriegebiet in „positives Licht“
ALSFELD (ol). Wie von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, hat die Alsfelder Verwaltung auf der Webseite der Stadt Informationen zum Industriegebiet „Am weißen Weg“ übersichtlich publiziert. Allerdings hat offenbar Bürgermeister Stephan Paule dafür gesorgt, dass dabei das Vorhaben für das Gewerbegebiet in positivem Licht erscheint, meint die Alternative Liste Alsfeld.
So sei die Arbeitskräftefrage zweifellos ein zentrales Thema. Auf der Webseite der Stadt heiße es dazu, dass die zukünftig angebotenen Arbeitsplätze im Industriegebiet „Am weißen Weg“ eine breite Bandbreite an Berufen abdecken würden, heißt es in der Pressemitteilung der ALA. Tatsächlich werden vom Management über die Bürokräfte bis zu den Auszubildenden diverse Berufsfelder angeboten, aber bei den beiden Logistikern würden jeweils 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten Lagerarbeiter sein. Dazu sage die Info auf der städtischen Seite nichts.
Aus der Info der Verwaltung erfahre man, dass über 3.000 Menschen zu Arbeit aus Alsfeld auspendelten. Diese Angabe könnte laut ALA den Eindruck erwecken, mit dem Arbeitsplatzangebot aus dem Gewerbegebiet ließe sich die Zahl der Auspendler reduzieren. Zur ganzen Wahrheit gehörte, dass Alsfeld schon jetzt über 4.000 tägliche Einpendler habe, die zumeist die Arbeitsplätze mit einfachen Arbeiten ausfüllen. „Die Auspendler hätten offenbar höherwertige Tätigkeiten und kämen für Lagerarbeiten als Zielgruppe gar nicht in Betracht.“
Etliche Stadtverordneten spekulierten laut ALA auf sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen. Ganz zweifellos werde es Einnahmen geben, aber bei solchen Unternehmen wie DHL werden die Gewerbesteueranteile für die Standorte zentral errechnet und seien in der Höhe von der Anzahl der Beschäftigten am Ort und der Höhe der Arbeitslöhne abhängig. Niedrige Löhne und hoher Automatisierungsgrad würden damit auch die Höhe der zu erwartenden Gewerbesteuer reduzieren.
Mehrere Positionen würden weiterhin gegensätzlich beurteilt werden
Im Zuge des Abweichungsverfahrens von 2013 für das Gewerbegebiet habe das Regierungspräsidium festgelegt, dass für das Gelände eine umfangreiche Eingrünung festzusetzen sei. Dem gegenüber heiße es bei der Alsfelder Bauplanung, dass eine weitgehende Ausnutzung des Plangebiets für Industriebauflächen vorgesehen werde, womit die Grundflächenzahl den maximal zulässigen Wert von 0,8 erreiche. Baurechtlich zulässige Überschreitungen dieser Zahl durch Nebenanlagen seien im Rahmen der Festsetzungen noch zulässig.
Was das Landschaftsbild angehe, heißt es seitens des Regierungspräsidiums, dass Im Rahmen der Bauleitplanung eine plausible Begrenzung der Gebäudehöhen festzusetzen sei. Wichtige Orientierungspunkte bildeten hierbei landschaftliche und topografische Gegebenheiten sowie Blickbeziehungen vom Homberg auf die Stadt Alsfeld. Die Planung der Stadt erlauben Hallenhöhen von 20 Metern. Das liege aber am oberen Bereich dessen, was bei Lagerhallen üblich ist.
Die Mehrheit der Stadtverordneten wird, so die ALA, an dem Vorhaben „Am weißen Weg“ festhalten wollen. Ohne gravierende Änderungen bei den Planungen könnten sich noch große Probleme ergeben, heißt es abschließend von der Alternativen Liste Alsfeld.
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