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Unterwegs mit Revierförster Tobias Behlen im Alsfelder StadtwaldÜber den Zustand des Waldes und wie man ihn verbessern kann

ALSFELD. Die Hitze und Dürre der vergangenen Jahre haben in den Wäldern so einige Schäden hervorgebracht: Trockene Böden, entwurzelte Bäume und Borkenkäferbefall sind nur einige Auswirkungen der Dürre. Auch am Alsfelder Stadtwald geht das nicht spurlos vorbei. Unterwegs mit Revierförster Tobias Behlen erzählt er, wie es um den Wald steht – und wie man den Zustand der Natur verbessern kann.

Im Wald scheint es derzeit viele Problemen zu geben: Einige gefährdete Baumarten sind bedroht und gehen in großer Menge kaputt. „Die Fichten sind dabei eine der gefährdetsten Baumarten“, erklärt Tobias Behlen, der Revierförster im Alsfelder Revierwald. Das liege daran, dass Fichten Flachwurzler sind, ihre Wurzeln sich also nicht tief im Erdreich verbergen, sondern dicht am Waldboden. Durch die Dürre und den trockenen Boden können die Wurzeln teilweise mehrere Wochen wenig bis gar kein Wasser aufnehmen, da die Baumart hier stark von Regenfällen abhängig ist. Bleibt der Regen aus, gibt es wenig Wasser für den Baum.

Die Trockenheit berge zusätzlich direkt das nächste, tierische Problem, was sich im Wald deutlich zeigt: Borkenkäfer, also kleine Käfer, die sich durch die Rinde bereits trockener Bäume, besonders Fichten durchfressen und den Bäumen somit alle Möglichkeiten zum überleben nehmen. Doch durch die anhaltende Trockenheit ist ihnen das noch besser möglich. „Borkenkäfer sind ein Problem, mit dem wir die letzten drei Jahre am meisten zutun hatten“, sagt Behlen.

Ein Blick auf Kaputte Bäume im Wald bei Romrod im Sommer 2020. Foto: archiv

Ein Faktor, der das begünstigt, ist die ständige Trockenheit, die auf die Bäume auswirkt und die Borkenkäfer anlockt. Mittlerweile gibt es sie in Massen, wie Behlen sagt. Doch die Käfer seien nicht die einzigen Insekten die dem Wald schaden. Auch die Larven und Raupen der Schmetterlinge fressen an den Blättern der Bäume, was zum Kahlfraß führen kann.

Orkanböen und Stürme verursachen Schäden im Wald

Gleichzeitig komme es ungefähr alle zehn Jahre zu einem starken Orkan oder Sturm, die vielerlei Schäden im Wald verursachen. Fichten seien in diesem Bereich besonders gefährdet, da sie Flachwurzler sind. Das bedeutet, die Wurzeln sind nicht komplett im Boden verankert, wodurch der Baum bei starken Orkanböen zu kippen droht. Auch Sommergewitter können das Abbrechen und Umknicken der Bäume fördern, da die Bäume im Sommer besonders von Laub bedenkt sind und so der Schwerpunkt ganz oben liegt. Doch es gibt auch noch das Sommergewitter welches das Abbrechen oder gar Umknicken ganzer Bäume fördert, da die Bäume im Sommer ihr volles Blattwerk entfaltet haben und der Schwerpunkt im Wipfel liegt.

„Ein weiteres Problem sind schädliche Pilze. Sie verbreiten sich mit einem dicken Wurzelgeflecht, die die Leitungsbahnen des Baumes abschnüren. So kann der Baum keinerlei Wasser oder Nährstoffe mehr transportieren“, berichtet der Revierförster. „Besonders gefährdet vom Pilzbefall sind die Laubbäume.“

Das Wasser zurückhalten, den Wald schützen

Wie man die Situation im Wald verbessern kann

Auch Bissschäden sind immer mal wieder ein schwerwiegendes Thema im Wald. Im Gebiet des Försters sei dafür eher das hier heimische Rehwild verantwortlich, in manchen Wäldern sei es allerdings auch das Rotwild. Das Wild beiße dabei an den jungen Bäumen und hindere das Wachstum in die Höhe. Doch selbst auch wenn sie in die Höhe wachsen sollten, haben sie oft nicht die Qualität, die für die Forstwirtschaft gut und erstrebenswert sei.

„Es gibt staatliche Hilfen für private Wälder, welche dabei helfen sollen den Wald wieder aufzubauen ohne dass man alles alleine bezahlen muss“, erklärt Behlen die Möglichkeiten, wie man einige Schäden im Wald wieder in Ordnung bringen kann.

Sturmschäden und Schäden von Dürre prägten 2020 das Bild in den Wäldern – und auch ein Jahr später ist davon noch viel zu sehen. Foto: archiv/ls

Es gibt eine Menge Probleme im Wald, aber können die Menschen etwas in ihrem Alltag ändern, damit sich die Situation im Wald verbessert? „Man könnte den Klimawandel aufhalten indem man alternative Antriebe bei Autos vorantreibt, mehr Verkehr auf die Schienen legt, anstatt ihn auf den Straßen zu haben. Das gilt auch für Lkw und außerdem kann man versuchen das Brauchwasser, beispielsweise für die Toilettenspülung, aus dem Regenwasser zu gewinnen, um kein wertvolles, aus dem Wald gewonnenes Trinkwasser zu verbrauchen“, sagt der Förster. Damit, so hofft er, könnte sich die Situation in den Wäldern schon bald bessern.

Von Natalie Behlen

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