
Edgar Merle übernimmt die NachfolgeNach 30 Jahren Ehrenamt: Herbert Guntermann als Ortsgerichtsvorsteher verabschiedet
ALSFELD (ls). 30 Jahre lang hat sich Herbert Guntermann um Beglaubigungen, Grundstücks-Schätzungen, Sterbefallanzeigen und vieles mehr in Elbenrod, Eudorf und Hattendorf gekümmert, jetzt gibt der Ortsgerichtsvorsteher sein Ehrenamt in jüngere Hände und verabschiedet sich aus dem Dienst. Edgar Merle übernimmt die Nachfolge.
Jetzt, da die Zahl der Neuinfektionen leicht sinken, lasse das Infektionsgeschehen auch einen kleineren feierlichen Rahmen zu, der Anlass dafür war um so größer: Nach knapp 30 Jahren ehrenamtlichen Engagements scheidet Herbert Guntermann als Ortsgerichtsvorsteher der drei Alsfelder Ortsteile Eudorf, Elbenrod und Hattendorf aus. „Das ist heutzutage schon etwas ganz Besonderes“, sagte Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule im Rahmen der feierlichen Verabschiedung des Hattendorfers, der drei Jahrzehnte lang der Ansprechpartner für eine Vielzahl an Menschen war.

Nach 30 Jahren als Ortsgerichtsvorsteher wurde Herbert Guntermann im kleinen Rahmen feierlich von Bürgermeister Paule und Jens Götting verabschiedet. Edgar Merle übernimmt die Nachfolge. Foto: ls
Am 13. Juli 1990 wurde Herbert Guntermann zum Ortsgerichtsvorsteher des Ortsbezirks und war dabei 30 Jahre und fünf Monate für Beglaubigungen, Grundstücks-Schätzungen, Sterbefallanzeigen, Sicherung von Nachlässen und vielem mehr zuständig – praktisch als Hilfsbehörde für der Justiz.
Ortsgerichte sind eine Besonderheit, die es so in dieser Form nur in Hessen gibt. Seit 1953 gibt es in jeder hessischen Gemeinde mindestens ein Ortsgericht, derzeit gibt es, so gibt es das Hessische Justizministerium bekannt, rund 900 Ortsgerichte.
Sie sind Hilfsbehörden der Justiz. Ihnen obliegen verschiedene Aufgaben auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit und des Schätzwesens, die im Ortsgerichtsgesetz festgelegt sind. Ortsgerichte leisten sowohl Hilfestellungen für Bürgerinnen und Bürger als auch für Behörden und Gerichte. Für ihre Dienstleistungen erheben sie Gebühren auf gesetzlicher Grundlage, die abhängig von der jeweiligen Leistung sind.
In Alsfeld gibt es vier Ortsgerichte. Das Ortsgericht Alsfeld I zuständig für Alsfeld, Altenburg, Leusel, Angenrod, Billertshausen, Reibertenrod und Liederbach; Alsfeld II zuständig für Schwabenrod, Münch-Leusel, Fischbach, Heidelbach; Ortsgericht Alsfeld III zuständig für Berfa, Lingelbach, Eifa; Ortsgericht Alsfeld IV zuständig für Hattendorf, Elbenrod, Eudorf.
Nicht nur die lange Zeit in der sich Guntermann ehrenamtlich zum Wohle der Stadt engagiert hat sei etwas Besonderes, sondern auch die damit einhergehende Orts- und Menschenkenntnis, die er sich so über die Jahre hinweg aneignen können. „So lange bei einer Sache zu bleiben ist keine Selbstverständlichkeit, doch auch schöne Dinge gehen irgendwann einmal zu Ende“, ergänzte Paule. Aber nicht nur als Ortsgerichtsvorsteher sei Guntermann bekannt, sondern auch für sein vielfältiges Engagement in anderen Vereinen und der Kirchengemeinde.
Doch auch Guntermanns Nachfolger steht ihm in Sachen ehrenamtliches Engagement in keiner Weise nach: Edgar Merle, Ortsvorsteher von Eudorf und seit vielen Jahren der Stellvertretende Ortsvorsteher, übernimmt nun den Dienst.
Guntermann: „Es war Zeit für mich, den Dienst in jüngere Hände zu geben“
„Ich schließe mich den Worten von Bürgermeister Paule an und danke Ihnen für Ihr Engagement. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Zusammenarbeit nun mit dem Wechsel nahtlos ineinander übergeht“, erklärte der Geschäftsleiter vom Alsfelder Amtsgericht, Jens Götting. Zweifel habe Götting an einem reibungslosen Übergang nicht, da auch Merle, der sich für das partnerschaftliche Engagement bedankte, im Ortsgericht kein Unbekannter ist.

Zum Abschied würde noch ein Präsent übergeben.
„Es war Zeit für mich, den Dienst in jüngere Hände zu geben“, sagte Guntermann. Dabei sei Edgar Merle nicht weniger erfahren, denn auch er sei die letzten 30 Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher mit gewachsen. Den Dienst als Mitglied im Ortsgericht habe er vor allem aus zwei Gründen gemacht: Einerseits weil er eine berufliche Vorkenntnis habe, andererseits bringe es ihn mit Menschen in ins Gespräch – und das sei für ihn von zentraler Bedeutung gewesen. Mit der offiziellen Verabschiedung wolle er die Aufmerksamkeit auf das Ehrenamt lenken und ihm Respekt und Anerkennung zollen.
Auch interessant:




Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren