
Kolumne von Mario Eichenauer, Aurum Vermögensmanagement GmbHHohe Zinsen gefährden das schuldenbasierte US-Wirtschaftswachstum
ALSFELD (ol). Die hohen Zinsen in den USA könnten angesichts der hohen Staatsverschuldung zunehmend zur Belastung für Wirtschaft und Finanzmärkte werden. Gleichzeitig mehren sich Anzeichen für eine mögliche Korrektur an den Aktienmärkten, während Gold nach dem jüngsten Rücksetzer wieder Aufwärtspotenzial zeigen könnte.
Am 28. August hielt Kevin Warsh seine erste Rede in Jackson Hole als neuer Chef der amerikanischen Zentralbank und seine Botschaft war unmissverständlich. Die aktuelle Inflation sei sehr breit angelegt, hartnäckig und auch nicht nur vorübergehend. Daher habe die FED noch sehr viel Arbeit vor sich. Die Märkte haben darauf sofort reagiert und die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September stieg deutlich an.
Letzte Woche Freitag kam dann noch etwas hinzu. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel überraschend stark aus, und zwar mit einer etwa dreimal so hohen Anzahl an neu besetzten Arbeitsstellen als erwartet. Der Markt setzt seitdem mehrheitlich auf eine Erhöhung der Leitzinsen im September und sowohl Aktien als auch die Edelmetalle erlebten einen ordentlichen Rücksetzer.
Können sich die hochverschuldeten Staaten höhere Zinsen leisten?
Auch wenn der Präsident der vereinigten Staaten seit vielen Monaten niedrige Zinsen einfordert, ist bisher das genaue Gegenteil passiert. Donald Trump hatte höchstpersönlich dafür gesorgt, dass Kevin Warsh der neue FED-Chef wird, aber unglücklicherweise sind die Zentralbanken lediglich für die kurzfristigen Zinsen zuständig. Die mittel- und langfristigen Zinsen entstehen am Kapitalmarkt, wo andere Faktoren eine Rolle spielen. Letztlich spielt hier vor allem die Bonität des jeweiligen Landes die größte Rolle.
Auch wenn die USA immer noch sehr gute Noten von den großen Ratingagenturen bekommen, so verlangen die Geldgeber am Kapitalmarkt schon seit Ende letzten Jahres höhere Zinszahlungen der USA. Diese Kapitalgeber sehen die vereinigten Staaten nämlich bereits seit geraumer Zeit nicht mehr als Top-Schuldner und verlangen für das aus ihrer Sicht gestiegene Risiko einfach höhere Zinsen.
Mittlerweile sind die jährlichen Zinszahlungen der vereinigten Staaten auf über eine Billion USD gestiegen, was bei einem Schuldenberg von ca. 40 Billionen USD und der aktuellen Zinssituation durchaus normal ist. Was allerdings bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass die Höhe der Zinszahlungen mittlerweile sogar das US-Militärbudget übertrifft. Und die Amerikaner haben eigentlich schon immer das höchste Budget für Waffen, Rüstung und Co. auf der ganzen Welt.
Aktuell versucht das US-Finanzministerium unter Scott Besssent mit Ankäufen langlaufender US- Staatsanleihen und dem anschließenden Umtausch in kürzere Laufzeiten den Zinssatz am langen Ende zu drücken. Ob das mittelfristig von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich erst noch zeigen.
Wie geht es an den Aktienmärkten weiter?
Seit einiger Zeit häufen sich verschiedene Signale, die in der Vergangenheit das bevorstehende Ende von Spekulationsblasen an den Aktienmärkten sehr treffsicher vorhergesagt haben. Fast alle Indikatoren der fundamentalen Analyse zeigen Extremwerte an, so dass zumindest eine deutliche Korrektur in den nächsten Monaten bevorstehen könnte.
Außerdem haben die spekulativen Exzesse ebenfalls nie dagewesene Ausmaße erreicht. Per Juni dieses Jahres hatten die Wertpapierkredite in den USA, mit denen Aktienkäufe finanziert werden, die unfassbare Summe von 1,5 Billionen USD erreicht, was knapp 5% des US-Bruttoinlandsproduktes entspricht.
Aufgrund der mittlerweile weltweit großen Beliebtheit passiver Anlagestrategien (Kauf bzw. Sparpläne in Index-ETFs) wird allerdings bis heute dafür gesorgt, dass Monat für Monat frisches Geld in den Markt fließt, welches auch sofort investiert werden muss. Dies unterstützt die Aktienkurse und sorgt dafür, dass auch die bereits sehr teuren Index-Schwergewichte immer weiter im Kurs steigen und dadurch immer höher bewertet sind.
Aktuell sendet die Charttechnik allerdings noch keine negativen Signale. Daher sollte die Börsenparty sogar noch ein kleines bisschen weiter gehen, bis eine durchaus gesunde Korrektur der Kurse erfolgen könnte.
Ist Gold aktuell billig oder teuer?
Die Edelmetalle haben nach dem furiosen Anstieg bis Ende Januar dieses Jahres einen viel beachteten Rücksetzer erfahren, der die vorher gesehene Übertreibung wieder etwas entspannt hat. Diese Korrektur scheint nun vorbei zu sein und gerade Gold hat vor kurzem schon wieder neue Kaufsignale von Seiten der Charttechnik geliefert.
Die Kursziele der Banken unterscheiden sich zwar zum Teil sehr deutlich, aber aufgrund des Mix von wieder steigender Inflation, der hohen Verschuldung weltweit und den wieder aufgenommenen Käufen durch Zentralbanken, sollten zumindest die alten Höchststände zukünftig wieder anvisiert werden.
Man sollte auch nie vergessen, dass ein steigender Goldpreis schlicht und ergreifend den Wertverlust unseres Papiergeldes widerspiegelt und daher wohl immer noch Aufwärtspotential besteht.
Fazit
In einem gut diversifizierten Portfolio sollte prinzipiell keine Anlageklasse fehlen. Mit den aktuellen Zinsen kann man der Inflation zumindest einigermaßen Paroli bieten. Gold und Silber gehören schon seit Jahren mit einer prominenten Gewichtung dazu und bei Aktien ist es vielleicht aktuell sogar ratsam, aufgelaufene Gewinne aus dem Technologie-Sektor zu sichern und ggf. in defensivere Werte umzuschichten.
Ich wünsche Ihnen wie immer ein gutes Händchen bei Ihrer persönlichen Anlagestrategie!
Als bankenunabhängiger Vermögensspezialist beraten wir Sie individuell und ohne hauseigene Produkte. Besuchen Sie uns auf unserer Internetseite www.aurumvm.de oder vereinbaren Sie gerne einen Gesprächstermin unter Tel. 06631/ 8018-440.
Dsclaimer: Dies ist eine Marketingmitteilung. Sie dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Bitte lesen Sie vor einer Anlageentscheidung die verbindlichen Verkaufsdokumente, die Ihnen Ihr Berater oder der jeweilige Emittent auf Anfrage zur Verfügung stellt. Frühere Wertentwicklungen lassen nicht auf zukünftige Renditen schließen. Wertpapiergeschäfte sind grundsätzlich mit Risiken, insbesondere dem Risiko des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals, behaftet.
Diese Marketingmitteilung unterliegt nicht den regulatorischen Anforderungen, welche die Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen/ Anlagestrategieempfehlungen sowie das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung der Anlageempfehlung/Anlagestrategieempfehlung vorschreiben.
Die Anlageberatung und -vermittlung (§ 2 Abs. 2 Nr. 3, 4 WpIG) erbringen wir als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 3 Abs. 2 WpIG ausschließlich für Rechnung und unter der Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH, Heidenkampsweg 73, 20097 Hamburg (NFS). Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist: Aurum Vermögensmanagement GmbH, Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld, Telefon 06631/ 8018-444.
Auch interessant:



Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren