
Sturm richtet erhebliche Schäden anFeuerwehren in Schlitz und Lauterbach bewältigen zahlreiche Unwettereinsätze
LAUTERBACH/SCHLITZ (ol). Heftiger Regen und starker Wind haben in Schlitz und Lauterbach zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Im Schlitzerland waren 175 Einsatzkräfte im Einsatz, unter anderem stürzte ein Baum auf einen Camper und eine Scheune in Ützhausen wurde schwer beschädigt. In Lauterbach mussten die Einsatzkräfte 19 wetterbedingte Einsatzstellen abarbeiten. Nach Angaben der Feuerwehr wurde niemand verletzt.
Am Abend setzte im Schlitzerland heftiger Regen ein, begleitet von starkem Wind. Die Einsatzhäufigkeit nahm daraufhin deutlich zu. Die Feuerwehren der Stadt Schlitz starteten deshalb das sogenannte Unwettermodul, berichtet die Vogelsberger Zeitung in einer Pressemitteilung.
„Wir haben hier das Gerätehaus in Schlitz besetzt, haben aber auch zeitgleich sämtliche Gerätehäuser im ganzen Schlitzerland besetzt“, berichtet Andreas Leinweber, stellvertretender Stadtbrandinspektor der Stadt Schlitz. Insgesamt waren nach seinen Angaben 175 Einsatzkräfte im Einsatz.
Die Feuerwehr musste sich unter anderem um Sturmschäden, abgedeckte Dächer und zahlreiche Ziegel kümmern, die auf Straßen gefallen waren. Einen besonderen Einsatz gab es am Campingplatz in Schlitz. Dort stürzte ein großer Baum auf einen Camper. Die Feuerwehr konnte die betroffene Familie aus dem Fahrzeug retten und brachte sie anschließend in einem Hotel unter.
Auch im Ortsteil Ützhausen kam es zu erheblichen Schäden. Dort stürzte eine Scheune ein. Auf dem Dach befand sich eine Photovoltaikanlage. Die Feuerwehr führte zunächst Sicherungs- und Erstmaßnahmen durch. Für die weitere Absicherung wurde außerdem eine Brandwache eingerichtet. Sie soll verhindern, dass es bei Sonniger Einstrahlung zu einem Brand an der beschädigten Photovoltaikanlage kommt.
Nach Angaben der Feuerwehr gab es glücklicherweise keine Verletzten. „Da haben wir wirklich Glück gehabt“, sagte Leinweber.
Das vollständige Ausmaß der Schäden dürfte allerdings erst bei Tageslicht sichtbar werden. Die Einsatzkräfte überprüften am Abend noch die Wetterlage für das Schlitzerland. Nach den vorliegenden Wetterdaten wurde für die Nacht zunächst keine weitere relevante Unwetterentwicklung erwartet.
Die Feuerwehr stellte deshalb ihre Einsatzbereitschaft nach und nach wieder her. Auch die Drehleiter kam bei den Einsätzen zum Einsatz. Sie ermöglicht es den Einsatzkräften, beschädigte Dächer aus sicherer Entfernung zu kontrollieren und bei Bedarf direkt Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.
Wie groß das tatsächliche Schadensausmaß im Schlitzerland ist, dürfte sich im Laufe des nächsten Morgens zeigen. Auch Hessen Mobil war im Dauereinsatz, um die Straßen von Ästen und Bäumen zu befreien.
Lauterbacher Feuerwehr ebenfalls im Unwettereinsatz
Auch im Stadtgebiet Lauterbach sorgte das Unwetter am Mittwochabend für zahlreiche Einsätze. Die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Lauterbach, Löschzug Mitte, wurde zunächst um 21.45 Uhr zu einer Brandmeldung einer Brandmeldeanlage in die Schlitzer Straße alarmiert. Nach einer umfassenden Erkundung konnten die Einsatzkräfte schnell Entwarnung geben. Es handelte sich um einen Fehlalarm, weitere Maßnahmen waren nicht erforderlich.
Parallel dazu zog das Unwetter über das gesamte Stadtgebiet. Besonders betroffen war der Stadtteil Frischborn. Aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens aktivierte die Feuerwehr das Unwettermodul. Die eingehenden Einsatzstellen wurden durch die Einsatzleitung zentral erfasst, priorisiert und abhängig von der jeweiligen Lage den Einsatzkräften zugewiesen. Hauptsächlich mussten die Straßen von umgeknickten Bäumen und Ästen befreit werden.
Insgesamt mussten die Lauterbacher Einsatzkräfte 19 wetterbedingte Einsatzstellen abarbeiten. Durch die strukturierte Einsatzkoordination konnten nach Angaben der Feuerwehr alle Einsätze zügig und effizient abgearbeitet werden.
Auch die Reporter waren während der Rundreise durch den Vogelsberg unterwegs und packten mit an. Äste, die auf den Straßen lagen, wurden beiseitegeräumt. Wo größere Bäume oder umfangreichere Behinderungen festgestellt wurden, informierten sie die Feuerwehr.
Fotos: Vogelsberger Zeitung
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