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Ausbildungssommerbiwak der Kreisgruppen Oberhessen und Osthessen verbindet Schießausbildung mit militärischen GrundfertigkeitenZwischen Mündungsfeuer und Wetterleuchten: Reservisten trainieren in Stadtallendorf

STADTALLENDORF (ol). Bei sommerlichen Temperaturen und unter wechselhaften Wetterbedingungen absolvierten Reservistinnen und Reservisten der Kreisgruppen Oberhessen und Osthessen ein zweitägiges Ausbildungssommerbiwak in Stadtallendorf. Im Mittelpunkt standen ein anspruchsvolles Nachtschießen mit dem G36, die Vorstellung des neuen Sturmgewehrs G95 sowie Ausbildungsstationen zu Sanitätsdienst, Karten- und Kompasskunde und Feldpostensicherung.

Bei Temperaturen um die 30 Grad versammelten sich am letzten Freitag im Mai zahlreiche Teilnehmende der Kreisgruppen Oberhessen und Osthessen. Bereits am späten Nachmittag warnte der Offizier vom Wachdienst (OVWa) der nahegelegenen  Herrenwaldkaserne und der dazugehörigen Schießanlage die Reservisten über ein möglicherweise am Abend aufziehendes Gewitter. „Ich bin als Artillerist gewohnt, dass es in der Nacht blitzt, dennoch war mein Blick nicht nur auf die Schießbahn sondern auch immer wieder in den Himmel gerichtet“, schmunzelt der Leitende der Veranstaltung, Oberstleutnant der Reserve (OTL d.R.) Klaus Merklinger. Später dann sollte der diensthabende Hauptfeldwebel der Division Schnelle Kräfte aus Stadtallendorf Recht behalten, heißt es in der Pressemitteilung der Pressemitteilung der Kreisgruppe Oberhessen (LK Hochtaunus, Wetterau, Gießen und Vogelsberg) des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.

Nach dem Eintreffen der Teilnehmenden wurden die Feldbetten im Nebengebäude der Standortschießanlage aufgestellt. Dies war schon eine der Vorsichtsmaßnahmen der Wettervorhersage. Unter Begleitung der beiden Feldwebel für Reservistenangelegenheiten aus Stadtallendorf und Schwarzenborn wurden Waffen und Munition aus der Herrenwaldkaserne abgeholt. Zeitgleich wurde der Schießstand für das geplante Nachtschießen – der Übungsteil des ersten Biwaktages – aufgebaut. Nach der Stärkung am Grill traten schießende Abteilung und Funktionspersonal zur Schießeinweisung durch OTL d.R. Merklinger an. Zuvor konnten sich die Reservisten über die neu eingeführte Ordonnanz-Waffe dem Sturmgewehr G 95 informieren.

Die aufgezogene rote Flagge am Zufahrtstor signalisierte dann am Abend „scharfer- Schießbetrieb“ und um Punkt 19.30 Uhr brach dann der erste Schuss im Stadtallendorfer Herrenwald. Das Nachtschießen ist eine besondere Form der Schießausbildung. Sie erfordert neben guten Sichtfähigkeiten bei abnehmender Helligkeit auch eine besonders sichere Handhabung der Waffe, in diesem Fall das G 36. Und so verlangte die hereinbrechende Nacht sowohl den Aufsichten bei den Schützen als auch den schießenden Reservisten allerhand ab. „Die 300 m Distanz sind schon bei Helligkeit eine Herausforderung, im Dunkeln musste ich mich schon sehr auf das Ziel konzentrieren“, erinnert sich einer der teilnehmenden Reservisten.

Simuliert wurde dann auch gefechtsnahes Schießen mittels sogenannter Vorfeldbeleuchtung jedoch aus der Steckdose. In Wirklichkeit fällt ein Leuchtkörper an einem kleinen Fallschirm zu Boden und erleuchtet den Zielabschnitt. „Auf der Schießanlage können wir keine Vorfeldbeleuchtung in die Luft schießen“, so Merklinger, „das simuliert uns hier eine Glühlampe die nach einiger Zeit wieder ausgeht.“ Und so hatten die Reservisten im sogenannten liegenden Anschlag ihre Mühe zunächst erstmal den dunklen Zielkreis des Visiers des G 36 und dann die Klappfallscheibe in 300 m Entfernung zu finden. War beides dann endlich gelungen, blieb nur ein sehr kurzes Zeitfenster bis zur absoluten Dunkelheit, ausgelöst durch den Zeittimer der Beleuchtung.
Gegen 22.15 Uhr endet das Schießen auf der Bahn Alpha I, etwa zehn Minuten später setzte dann Starkregen in Begleitung einer Gewitterfront ein- nass werden musste zu diesem Zeitpunkt aber niemand mehr.
Der nächste Ausbildungstag begann für die Biwak-Teilnehmenden mit feldmäßiger Körperpflege, denn Duschen gibt es an der Schießanlage leider nicht. Damit begann der zweite Tag so wie der erste endete: mit einer Duftmischung aus Sonnencreme und Insektenschutzspray.

Neben Stationsausbildung im Bereich Sanitätsdienst und militärischen Grundfertigkeiten wie Karte/ Kompass und Feldpostensicherung wurde am Samstag wieder mit Handwaffen geschossen. Dieses Mal machten sich die Reservisten mit dem Maschinengewehr MG 5 vertraut. Nachdem dann gegen Mittag die letzte Patrone verschossen war, endete das zweitägige Biwak mit einem gemeinsamen Essen, der Reinigung der Waffen und dem Abbau der Schießstände und der weiteren Ausbildungseinrichtungen.

In der aktuellen Ausrichtung nimmt die Reserve der Bundeswehr eine wichtige Rolle ein. Um so wichtiger ist es, dass die militärischen Grundfertigkeiten, zu denen auch der Waffengebrauch zählt regelmäßig geübt werden. In der Kreisgruppe Oberhessen besteht daher eine Jahres-Ausbildungsplanung. Einmal im Monat treffen sich aktive Reservisten zu unterschiedlichen Ausbildungsinhalten. Interessierte ehemalige und aktive Soldatinnen und Soldaten sind dabei herzlich willkommen. Die Kontaktaufnahme kann über die Kreisgruppe Oberhessen (gießen@reservistenverband.de) erfolgen.

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