
Gründungs- und Vorstandsmitglieder des Fördervereins Hallenbad Mücke e.V. im Interview zum 20-jährigen BestehenOhne den Förderverein gäbe es das Hallenbad heute nicht mehr
MÜCKE (ol). Der Förderverein Hallenbad Mücke e.V. feiert sein 20-jähriges Bestehen und blickt auf zwei Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements zurück. Aus der drohenden Schließung des Hallenbades entwickelte sich mit dem aquariohm ein modernes Gesundheits-, Freizeit- und Begegnungszentrum für die Region. Im Interview sprechen Gründungs- und Vorstandsmitglieder über Erfolge, Herausforderungen und Zukunftspläne.
Sie machen sich bereit zu einem Jubiläum, auf das sie sich besonders freuen: Die Vorstandsmitglieder und auch die Gründungsmitglieder des Fördervereins Hallenbad Mücke e.V. blicken anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihres Vereins zurück auf die Motivation zum Start, auf Erfolgserlebnisse und Stolpersteine. Sie sprechen über die Bedeutung des Mücker Hallenbades „aquariohm“ für die Region und zeigen Perspektiven für die Zukunft auf.
An dem Gespräch nahmen teil Dr. Thorsten Reichel, Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender, Burkhard Köhl, Gründungs- und Vorstandsmitglied, Holger Seng, Gründungsmitglied und 2. Vorsitzender und Dr. Karin Liyanage, Schriftführerin. Das Interview führte Traudi Schlitt.
Wie war die Situation, als Sie und Ihre Weggefährten beschlossen, den Förderverein Hallenbad Mücke zu gründen, und was genau war Ihre Motivation?
Dr. Thorsten Reichel: Die Motivation war damals eindeutig: Das Hallenbad in Mücke sollte erhalten bleiben. Als vor rund zwanzig Jahren die Schließung des Bades drohte, wollten viele engagierte Bürgerinnen und Bürger das nicht akzeptieren. Uns war bewusst, wie wichtig das Bad für Schulen, Vereine, Familien und die gesamte Region ist. Aus dieser Sorge entstand der Förderverein Hallenbad Mücke e.V. – mit dem Ziel, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und das Bad langfristig zu sichern.
Was hat sich seitdem getan?
Burkhard Köhl: In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich enorm viel entwickelt. Aus dem ehemaligen Hallenbad wurde mit viel ehrenamtlichem Engagement und großer Unterstützung aus der Bevölkerung das heutige aquariohm. Dazu waren viele kleine und große Schritte nötig, aber wir waren hochmotiviert und haben in den Anfangsjahren eine intensive, arbeitsreiche Zeit erlebt. Besonders bedeutend war die Wiedereröffnung im Jahr 2010 nach umfangreicher Sanierung. Seitdem konnten wir gemeinsam mit der gleichzeitig gegründeten Bürgergenossenschaft das Angebot stetig erweitern – unter anderem durch die Sauna, den Außenbereich sowie zahlreiche Gesundheits- und Freizeitangebote. Heute können wir stolz verkünden, dass unser aquariohm weit mehr ist als nur ein Schwimmbad. Es ist ein Ort für Sport, Gesundheit, Begegnung und Gemeinschaft. Ich denke, wenn wir auf die Anfangszeit und auf die letzten zwanzig Jahre blicken, können wir mit Fug und Recht behaupten, dass es ohne den Förderverein das Hallenbad in Mücke heute nicht mehr gäbe.
Gab es Stolpersteine oder Herausforderungen?
Holger Seng: Natürlich gab es immer wieder Herausforderungen – vor allem finanzieller und organisatorischer Art. Ein Projekt dieser Größenordnung dauerhaft zu erhalten, ist keine Selbstverständlichkeit. Auch Themen wie steigende Energiekosten, Sanierungsbedarf oder die Organisation des laufenden Betriebs erfordern bis heute viel Einsatz. Hinzu kommt die Herausforderung, genügend ehrenamtliche Helfer und Unterstützer zu finden – das ist eine permanente Aufgabe, das hier immer viel im Fluss ist und wir Gründungsmitglieder ja auch alle zwanzig Jahre älter geworden sind. Bei all dem hat der Förderverein immer wieder gezeigt, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten.
Dr. Thorsten Reichel: Das unterstreiche ich voll und ganz: Die Menschen im Verein und in der Bürgergenossenschaft sind die die großen Erfolgsfaktoren in der Geschichte des aquariohms.
Welche Bedeutung hat das aquariohm für die Region?
Dr. Karin Liyanage: Das aquariohm hat eine enorme Bedeutung für die Region. Es ist nicht nur ein Ort für Schwimmkurse, Vereinssport und Gesundheit, sondern auch ein sozialer Treffpunkt für Menschen aller Generationen. Dass unser Bad eins von nur dreien im ganzen Vogelsberg ist, zeigt, dass gerade im ländlichen Raum ein Hallenbad keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Dabei ist es so wichtig! Nicht nur, weil viele Familien, Schulen und Vereine aus der gesamten Umgebung das Angebot regelmäßig nutzen, sondern weil in den letzten zwanzig Jahren sicher einige tausend Kinder hier schon schwimmen gelernt haben. Das aquariohm verbindet Freizeit, Gesundheit und Gemeinschaft – und genau das macht es so wertvoll.
Welche Aufgaben übernimmt der Förderverein heute?
Burkhard Köhl: Der Förderverein unterstützt das aquariohm in Kooperation mit der Bürgergenossenschaft insbesondere organisatorisch. Diese Unterstützung geht von der Organisation des Betriebes mit ca. fünfzig Angestellten über die Realisierung von Investitionen und Modernisierungen, Veranstaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Mitgliedergewinnung. Das Hallenbad ist inzwischen ein relativ großer Betrieb – es gibt viel zu tun. Und ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder wären viele Angebote und Veranstaltungen nicht möglich.
Welche Ausblicke gibt es für die Zukunft?
Holger Seng: Auch in Zukunft soll das aquariohm weiterentwickelt werden. Ziel ist es, das Bad langfristig attraktiv und modern zu halten. Dies betrifft sowohl weitere energetische und technische Optimierungen als auch den Ausbau von Gesundheits- und Freizeitangeboten. Auch der Außenbereich soll für die Gäste immer noch ansprechender gestaltet werden, sodass der Besuch im Bad und in der Sauna einen noch größeren Wohlfühlcharakter bekommt. Wichtig ist uns auch, verstärkt junge Menschen einzubinden. Einerseits, weil wir den Verein in die Zukunft tragen wollen, andererseits aber auch, um zu schauen, was gerade sie sich von einem Hallenbad vor Ort wünschen.
Am 13. und 14. Juni feiern Sie den zwanzigsten Geburtstag des Vereins. Welche Wünsche hat der Verein zu seinem Geburtstag?
Dr. Thorsten Reichel: Der größte Wunsch ist, dass das aquariohm weiterhin von vielen Menschen genutzt und unterstützt wird. Da wir im laufenden Betrieb und in Zukunft auch finanzielle Zuwendungen von der Kommune benötigen, wünschen wir uns natürlich, dass die Politik und auch die Wirtschaft uns besonders mit Blick auf die Finanzierung weiterunterstützen. Wir freuen uns immer über neue Mitglieder und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Und zum Geburtstag des Vereins wünschen wir uns viele Besucher zum Jubiläumswochenende, denn wir haben Grund zum Feiern: Gemeinsam kann eine Region Großes erreichen.
Das Jubiläumswochenende am 13. & 14. Juni
Das Jubiläumswochenende am Freitag, den 13. Juni, und Samstag, den 14. Juni, bietet ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Am Freitag stehen ein Familienfest mit DRK und Wasserwacht sowie ein Kinderprogramm mit verschiedenen Mitmachaktionen auf dem Programm.
Am Samstag folgt eine Feierstunde mit Ehrungen, ein Frühschoppen mit dem Musikverein Hosenfeld, ein Tag der offenen Tür sowie ein musikalischer Abschluss mit Gerry Galvin. Das aquariohm lädt damit Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region ein, gemeinsam das 20-jährige Bestehen des Fördervereins zu feiern.
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