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Auch Vogelsbergkreis vertretenHessische Kinder- und Jugendfeuerwehr startet gemeinsame Zukunft

WIESBADEN/VOGELSBERGKREIS (ol). Im Hessischen Landtag in Wiesbaden haben Delegierte aus ganz Hessen über die Zukunft der Feuerwehrnachwuchsarbeit beraten. Im Mittelpunkt stand die Gründung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr, die Kinder- und Jugendfeuerwehren auf Landesebene organisatorisch zusammenführt. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Vogelsbergkreis nahmen an den Beratungen teil. Ziel der Neustrukturierung ist es, die Nachwuchsarbeit weiter zu stärken und die Übergänge zwischen Kinder- und Jugendfeuerwehr zu verbessern.

Ein besonderer Tag für die Feuerwehrnachwuchsarbeit in Hessen: Im Hessischen Landtag in Wiesbaden kommen am heutigen Sonntag Delegierte aus ganz Hessen zusammen, um einen zukunftsweisenden Schritt für die Kinder- und Jugendfeuerwehren auf Landesebene auf den Weg zu bringen. Im Mittelpunkt steht die Gründung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr – einer gemeinsamen Struktur, unter der die bisher eng verbundenen Bereiche Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr künftig noch stärker zusammengeführt werden, heißt es in der Pressemitteilung der Kinder- und Jugendfeuerwehr Vogelsberg.

Konkret steht dabei der Beschluss zur neuen Ordnung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband Hessen e. V. im Mittelpunkt. Der vorgelegte Beschlussvorschlag sieht vor, der Neufassung dieser Ordnung zuzustimmen. Damit wird die organisatorische Grundlage geschaffen, um die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Hessen künftig gemeinsam weiterzuentwickeln und die Nachwuchsarbeit auf Landesebene neu auszurichten.

Auch Delegierte aus dem Vogelsbergkreis nehmen an diesem bedeutenden Wochenende teil. Für die Kreisjugendfeuerwehr Vogelsbergkreis ist der Delegiertentag damit nicht nur eine landesweite Verbandsveranstaltung, sondern zugleich ein starkes Signal für die Arbeit in den Städten und Gemeinden des Landkreises. Denn gerade vor Ort zeigt sich täglich, wie wichtig eine verlässliche, pädagogisch gute und zukunftsorientierte Nachwuchsarbeit für die Feuerwehren ist.

Bereits der Samstag stand in Wiesbaden ganz im Zeichen des Austauschs. In der Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr Wiesbaden arbeiteten die Teilnehmenden unter dem Leitmotiv „Gemeinsam noch stärker“ in Workshops und Gesprächsformaten an zentralen Zukunftsfragen der Kinder- und Jugendfeuerwehrarbeit. Themen wie Beteiligung und Mitbestimmung, der Übergang von der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr, Wertevermittlung, Inklusion und Schutzkonzepte machten deutlich, dass moderne Feuerwehrnachwuchsarbeit weit mehr ist als feuerwehrtechnische Ausbildung. Sie ist zugleich Bildungsarbeit, Wertearbeit, Gemeinschaftsarbeit und ein wichtiger Beitrag zur Beteiligung junger Menschen.

Wie groß die Bedeutung dieser Arbeit in Hessen ist, zeigten die vorgestellten Zahlen eindrucksvoll. Rund 18.500 Kinder und etwa 26.500 Jugendliche engagieren sich hessenweit in den Kinder- und Jugendfeuerwehren. Zusammengenommen sind das mehr als 45.000 junge Menschen, die für Gemeinschaft, Ehrenamt und Verantwortung stehen. Damit zählt die Hessische Kinder- und Jugendfeuerwehr zu den größten Jugendorganisationen im Land und wurde im Rahmen der Veranstaltung als zweitgrößter Jugendverband in Hessen hervorgehoben.

Auch die Entwicklung der Jugendfeuerwehren zeigt die hohe Dynamik der Nachwuchsarbeit. Landesweit wurden 26.571 Mitglieder gezählt – ein Plus von 295 Mitgliedern beziehungsweise 1,2 Prozent. Insgesamt wurden 5.724 Neuaufnahmen, 4.205 Austritte und 1.224 Übertritte verzeichnet. In Hessen bestehen derzeit 1.964 Jugendfeuerwehren. Hinter diesen Zahlen steht ein enormes ehrenamtliches Engagement: 266.800 Dienststunden wurden geleistet, begleitet und unterstützt von 6.647 Betreuerinnen und Betreuern.

Am heutigen Sonntag folgt nun der formale und zugleich wegweisende Teil des Delegiertenwochenendes. Im Hessischen Landtag findet zunächst die 50. Delegiertenversammlung der Hessischen Jugendfeuerwehr statt. Im Anschluss kommt die neue Hessische Kinder- und Jugendfeuerwehr zu ihrer ersten Delegiertenversammlung zusammen. Mit dem Beschluss zur neuen Ordnung werden die Grundlagen für eine gemeinsame Zukunft gelegt – von der strukturellen Ausrichtung bis hin zur künftigen Arbeit der Nachwuchsorganisation.

Mit der neuen gemeinsamen Struktur werden Kinder- und Jugendfeuerwehr auf Landesebene organisatorisch enger miteinander verbunden. Ziel ist es, bewährte Strukturen weiterzuentwickeln, Übergänge zwischen Kinder- und Jugendfeuerwehr zu erleichtern, Ressourcen sinnvoll zu bündeln und die Nachwuchsarbeit in Hessen insgesamt weiter zu stärken. Was vielerorts in der Praxis bereits eng zusammengehört, wird nun auch auf Landesebene gemeinsam weiterentwickelt.

Für den Vogelsbergkreis hat dieser Schritt eine besondere Bedeutung. In den Kinder- und Jugendfeuerwehren der Städte und Gemeinden wird der Grundstein für das spätere Engagement in den Einsatzabteilungen gelegt. Hier lernen Kinder und Jugendliche Teamgeist, Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Technikverständnis und Zusammenhalt. Die neue landesweite Struktur kann diese Arbeit zusätzlich stärken und den Austausch zwischen den Ebenen weiter verbessern.

Der Delegiertentag in Wiesbaden zeigt damit eindrucksvoll: Die Zukunft der Feuerwehr beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Einsatzabteilung. Sie beginnt dort, wo Kinder und Jugendliche Begeisterung für Gemeinschaft, Ehrenamt und Hilfe am Nächsten entwickeln. Mit der Gründung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr wird dieser Weg nun konsequent weitergeführt.

Fotos: Philipp Stock

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