
Gefäßspezialist Dr. André Schneider informiert beim KKA-Vortragsabend über Risiken und moderne BehandlungsmöglichkeitenWarum Arteriosklerose gefährlich ist
ALSFELD (ol). Arteriosklerose zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen und kann schwerwiegende Folgen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Durchblutungsstörungen verursachen. Beim Vortragsabend des Kreiskrankenhauses Alsfeld erklärte Dr. André Schneider Ursachen, Risiken und moderne Therapieverfahren der Gefäßerkrankung. Besonders die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ werde häufig unterschätzt.
„Der Mensch ist so alt oder so jung wie seine Gefäße“, mit diesem Zitat von Rudolf Virchow, ein berühmter Arzt zum Ende des 19. Jahrhunderts, beginnt Dr. André Schneider, leitender Oberarzt und Sektionsleiter der Gefäßchirurgie am Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld (KKA), den jüngsten Vortragsabend.
Es ist der Ausgangspunkt für einen genauen Blick auf eine Erkrankung, die oft lange unerkannt bleibt und so viel Schaden anrichten kann, heißt es in der Pressemitteilung des KKA. „Bei der Arteriosklerose lagert sich Kalk in den Gefäßwänden ab, der die Gefäße einengt und sie so letztendlich komplett verschließen kann“, sagt der Mediziner. Was folgt, sind etwa Durchblutungsstörungen an den Beinen, Schlaganfälle und Herzinfarkte. „Weltweit sind sehr viele Menschen von Arteriosklerose betroffen und die Fallzahlen übersteigen die von Krebs oder Alzheimer.
„Gerade die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), oft ‚Schaufensterkrankheit‘ genannt, wird oft unterschätzt, selten erkannt und daher nicht adäquat therapiert“, sagt Dr. Schneider.Bei der pAVK sind die Arterien in den Beinen betroffen, ohne dass zunächst Beschwerden auftreten. „Die Folge sind anfangs Beschwerden beim Gehen. Im Endstadium der Erkrankung kann zum Absterben von Gewebe kommen“, merkt der Mediziner an und mahnt besonders bei Diabetespatienten eine interdisziplinäre Diagnose an.
Am KKA gehört das zur täglichen Praxis. Ebenso wie die Therapieoptionen, die in Alsfeld zur Verfügung stehen. Ist eine Gefäßverengung oder ein Verschluss erkannt, „kann das Gefäß wieder minimalinvasiv durchgängig gemacht werden oder die verschlossene Stelle etwa mittels Bypass umgangen werden“, sagt der Mediziner. Ganz individuell werde dabei geschaut, welche Methode für den Patienten das leichtere und bessere Ergebnis verspricht. Häufig fällt die Wahl auf das schonendere Verfahren der Rekanalisation, „bei dem wir minimalinvasiv – zum Beispiel über die Arterie in der Leiste – mittels Katheter den Gefäßverschluss im Bein behandeln“, führt Dr. Schneider aus. Dabei werden etwa mit Fräsköpfen Kalkablagerungen abgetragen, Gefäße gedehnt oder Stents gesetzt.
Moderne Gefäßtherapie am KKA
Zum Einsatz kommt dabei auch Röntgenstrahlung und Kontrastmittel, um operieren zu können. „In Alsfeld setzen wir dabei auf CO2 und können dadurch auf Jod verzichten. Im Gegensatz zu jodhaltigen Kontrastmitteln, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen und diese dabei schädigen können, wird das CO2 über die Atmung ausgeschieden. Das ist sehr viel schonender“, berichtet der Experte.
Lebensstil entscheidet mit
„Arteriosklerose ist zuallererst eine Erkrankung des Alters, die nicht umkehrbar ist“, sagt Dr. Schneider. „Allerdings bringt ein gesunder Lebensstil, kein Rauchen und viel Bewegung viele Vorteile mit sich“, rät der Mediziner. Außerdem ist es ratsam, bei unklaren Beschwerden – etwa bei Schmerzen in den Beinen beim Gehen – frühzeitig den Weg zum Arzt zu nehmen. „Dann stehen die Chancen gut, Schlimmeres zu vermeiden“, sagt Dr. Schneider abschließend.
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