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Kolumne von Ines Caspar, Vermögensmanagerin bei Aurum Vermögensmanagement GmbHDrei prägende Themen und ein Ausblick auf 2022

ALSFELD. Drei Themen sind es, die die Kapitalmärkte in diesem Jahr prägen könnten: Die Inflation, der Klimawandel und China. Darauf wirft Aurums Vermögensmanagerin Ines Caspar in der ersten Kolumne des Jahres schon einmal einen genaueren Blick. Die Kolumne im Wortlaut.

Ich hoffe, Sie sind Alle gut und gesund ins neue Jahr gestartet. Vor einem Jahr hatten wir die Hoffnung, dass sich die „alte Normalität“ wieder einstellt. Geblieben ist die „Neue“, in der weiter Corona die Welt bestimmt und gestaltet. Notenbanken kämpfen gegen die Inflation, Staaten gegen eine explodierende Schuldenlast, China gegen die wachsende Ungleichheit, alle zusammen gegen die Klimakrise: Das Zusammenspiel dieser Faktoren macht den Ausblick auf 2022 zu einem anspruchsvollen Puzzle.

Inflation gibt derzeit den Takt vor

Drei Themen könnten das Jahr 2022 an den Kapitalmärkten prägen: 1. Inflation, 2. Klimawandel und 3. China. Im Moment gibt die Inflation weltweit den Takt vor.

Nach dem erhofften Aufschwung im Jahr 2021 kehrt aber keine Ruhe ein. Explodierende Energiepreise, weiter rasant steigende Schulden und schwierige Rahmenbedingungen erhöhen das Risiko von Fehlentscheidungen, sowohl der Zentralbanken als auch der politischen Führung. Das Dilemma besteht darin, wie die Zentralbanken die Inflation einfangen und die Geldpolitik straffen können, ohne gleichzeitig den Aufschwung zu zerstören. Ein anderes Problem ergibt sich daraus, wie man mit den hohen Energiepreisen umgeht, während die Umstellung in eine kohlestoffarme Welt vorangetrieben wird. Diese widersprüchlichen Dynamiken aufzulösen, wird nicht einfach.

Die Zentralbanken schieben das Problem der anhaltenden Inflation bislang eher vor sich her, indem sie betonen, der Inflationsdruck sei nur vorübergehend. Real kristallisiert sich aber heraus, dass uns einige Preistreiber erhalten bleiben werden. Dazu zählen insbesondere die Blockaden der Lieferketten, die De- Globalisierung und die langfristig steigenden Kosten, die mit dem Erreichen der Netto-Null-Klimaziele verbunden sind.

Was also können die Zentralbanken tun? Weder können Sie die Inflation außer Kontrolle geraten lassen, noch mit scharfem Durchgreifen das ohnehin stockende Wirtschaftswachstum abwürgen. Alles in Allem werden die Zinsen weiter unter der Inflation bleiben, denn ultraniedrige Zinsen sind notwendig, um das Finanzsystem über Wasser zu halten, angesichts der Verschuldung, die inzwischen weltweit höher ist als je zuvor.

Auswirkungen des Klimas auf die Vermögensallokation

Schon im Jahr 2021 sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vermögensstruktur deutlich gestiegen. 2022 wird sich dieser Effekt noch ausweiten. Derzeit ist der Import fossiler Brennstoffe ein wichtiges Thema, da die Regierungen die Energiesicherheit ihrer Länder erhöhen wollen. Die Diskussion höherer Gaspreise, besonders in Europa und die Inbetriebnahme der Pipeline Nord-Stream2 zeigen das. Investoren stellen sich aber bereits darauf ein, Lösungen zu finden und in die entsprechenden neuen Technologien zu investieren. Die Regierungen erkennen den Klimawandel mittlerweile durchweg an. Die Klimapolitik wird dementsprechend vorangetrieben.

Investoren und Unternehmen werden davon Zusehens beeinflusst. So oder so: Das Konsumverhalten der Menschen weltweit wird sich ändern. Wie und in welchem Umfang ist noch nicht vorhersehbar. Es wir auf dem Weg zur Netto-Null sicher noch Hindernisse geben, die die Kapitalmärkte zu verarbeiten haben. Aufgehalten werden wird diese Entwicklung und die Steuerung der Kapitalströme sicher nicht mehr. Investoren sollten sich daher weiter dem Trend der nachhaltigen Geldanlage widmen.

China richtet sein Wirtschaftsmodell neu aus

Welche Folgen hat das für Anleger weltweit? China scheint entschlossen zu sein, sein Wirtschaftsmodell auf die Realwirtschaft auszurichten. Das bedeutet konkret, das Peking voraussichtlich Schulden abbauen wird. Die Regierung will soziale Ungerechtigkeiten beseitigen, auch wenn die Finanzmärkte dadurch unter Druck geraten sollten. Langfristig sollten dies für die Märkte hilfreich sein.

Es reduziert Fehlanreize für Investoren und erleichtert es, die wahren Preise von Vermögenswerten zu bestimmen. Aber dieser Umstellungsprozess kann das Wachstum von China im Jahr 2022 belasten und somit die Weltwirtschaft stark beeinflussen. Die Erwartungen für das Wachstum in China und den daraus resultierenden Einfluss auf den Weltmarkt muss man möglicherweise nach unten korrigieren.

Fazit

Den Märkten steht -mal wieder- ein spannendes Jahr bevor. Inflation, Klimawandel und die Entwicklung in China werden die Investoren beschäftigen. Insgesamt ist daher mit größeren Schwankungen und Ausschlägen zu rechnen. Grundsätzlich ist das Umfeld aber auch in 2022 positiv für die Investition in die Kapitalmärkte, denn auf der Zinsseite bleibt es weiter schwierig. Es bieten sich weiter gute Chancen für langfristig orientierte Anleger. Für Stabilität und Sicherheit sorgt eine Beimischung von Edelmetallen und Immobilien.

Wenn Sie Fragen haben oder Anlagemöglichkeiten zu den genannten Themen suchen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Rufen Sie uns unter Tel.: 06631/8018440 an und vereinbaren Sie einen Termin.

Bleibt mir Ihnen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr zu wünschen.

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wieder. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider.

Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Ines Caspar
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld