
Erste Vogelsberger Pflegenetzwerkkonferenz„Effektive Arbeit, frische Impulse und neue Themen“
VOGELSBERG (ol). Dezember 2020, auf der Leinwand im Sitzungssaal der Kreisverwaltung waren in kleinen Vierecken die Gründungsmitglieder des „Pflegenetzwerks Vogelsbergkreis“ zur Online-Gründungsveranstaltung zusammengekommen. Ein Netzwerk für den persönlichen und fachlichen Austausch soll es sein. Um Erfahrungen zu teilen, Lösungsansätze gemeinsam zu finden, sich gemeinsam Gehör zu verschaffen, Aufmerksamkeit zu erzeugen und nicht zuletzt: Die Pflege im Kreisgebiet stark zu machen.
Knapp ein Jahr nach der Gründung war es Simon Päbler, Sprecher des Familienbündnisses Vogelsberg, der die Netzwerkpartner nun zur ersten Pflegenetzwerkkonferenz in Präsenz begrüßte. Zeit für eine erste kurze Zwischenbilanz. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum Pflegeberufe-Reformgesetz ging es im Dezember 2019 erstmals auch um die Gründung eines Pflegenetzwerks im Vogelsberg, heißt es in der Pressemitteilung des Kreises.
Bereits im März 2020 fand die Auftaktveranstaltung statt, im Dezember folgte dann die Gründung. Nach der ersten gemeinsamen Aktion zum Tag der Pflegenden im Mai 2021 und dem ersten Newsletter im Juli, konnte nun das erste Treffen des Netzwerks in Präsenz stattfinden.
Unter dem Dach des Familienbündnisses, im Handlungsfeld „Gesundheit und Pflege“ ist das Pflegenetzwerk angesiedelt und biete damit eine solide Basis für die Zusammenarbeit der knapp 30 Partner, die sich unter anderem aus ambulanten Pflegediensten, Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern, Ausbildungsinstituten, dem Pflegestützpunkt, der Fachstelle „Gesundheitliche Versorgung“ des Vogelsbergkreises, einer Grundschule und weiteren Betreuungseinrichtungen zusammensetzen.
Verschiedenen Themenfeldern gewidmet
Einige der Netzwerkpartner haben bereits in Arbeitsgruppen Themenfelder bearbeitet, und widmeten sich beispielsweise der „Generalistischen Ausbildung“, der „Fort- und Weiterbildung“, oder den gesetzlichen Neuerungen, die auf die Pflege warten. Über die Arbeitsgruppentreffen gaben Andrea Rubenbauer, Bereichsleitung Funktionen und Ausbildungskoordinatorin am Krankenhaus Eichhof Lauterbach, und Thomas Müller, Schulleiter der Vogelsberger Pflegeakademie, einen kurzen Überblick.
Beispielsweise seien dort die Akquise von Auszubildenden oder Fort- und Weiterbildungsangebote thematisiert worden. Ebenso seien Neuerungen, die die generalistische Pflegeausbildung für Ausbildungspartner mit sich bringe, Themenbedarfe für Fortbildungsangebote, Anforderungen an (neue) Praxisanleiter und einige weitere Punkte bearbeitet worden. Denn seit Anfang 2020 wird die Ausbildung in Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege in einem Ausbildungsberuf zusammengefasst und der Nachwuchs zu Pflegefachfrauen und –männern ausgebildet.
Im Anschluss an eine kurze Vorstellungsrunde rief Dr. Sigrid Stahl von der Fachstelle „Gesundheitliche Versorgung“ des Vogelsbergkreises dazu auf, das Pflegenetzwerk weiterhin mit Leben zu füllen – und forderte die Teilnehmer dazu auf, die Konferenz aktiv zu nutzen, um ins Gespräch zu kommen.
Alten- und Pflegepflegeplanung
Im Anschluss stellten Simon Päbler und Monique Abel vom Pflegestützpunkt des Vogelsbergkreises die Alten- und Pflegepflegeplanung des Vogelsbergkreises vor. Diese wurde von der Steuerungsgruppe „Pflege im Vogelsbergkreis“ erarbeitet, die sich den Themen Wohnen, Mobilität, Pflege und Gesundheit widmet. Besonders sei der Fokus dabei auf die Bevölkerungsentwicklung in der Lebensphase „60+“, regionale Versorgungsstrukturen, die Pflegesituation, niederschwellige Hilfsangebote und ehrenamtliche Initiativen gelegt worden.
Zusätzlich seien Angebote für Menschen mit Behinderungen in die Überlegungen einbezogen worden. „Mit der Alten- und Pflegeplanung im Vogelsbergkreis soll zum einen der Ist-Zustand festgehalten werden, um eine Arbeitsgrundlage – auch für politische Gremien – zur Verfügung stellen zu können“, erläuterte Päbler. Zum anderen gehe es unter anderem darum, die vielen Angebote im Flächenkreis zusammenzutragen, um sie so den Menschen individuell verfügbar machen zu können.
Nächster Tagesordnungspunkt war die inhaltliche Diskussion zur generalistischen Pflegeausbildung in zwei moderierten Gruppen. Im Wesentlichen standen dabei die ersten Erfahrungen mit der neu strukturierten Pflege-Ausbildung im Mittelpunkt, die viele Anpassungen erforderlich mache.
Das Fazit zur ersten Pflegenetzwerkkonferenz fällt positiv aus: Effektive Arbeit, frische Impulse und neue Themen, wie die weitere Akquise von Fachkräften für die Region stünden nun auf der Agenda.
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Was bitteschön war denn bisher der Arbeitsschwerpunkt des Handlungsfelds Gesundheit und Pflege innerhalb des Familienbündnisses? Was ist seit dessen Gründung im Jahr 2008 an konkreten Unterstützungsangeboten (alltagsnahe Dienstleistungen für im eigenen Haushalt wohnende Senioren, Entlastung von pflegenden Angehörigen durch Tagespflege und Kurzzeit-Pflege, Betreuung von Demenzpatienten usw.) geschaffen worden? So gut wie nichts. Stattdessen wurde das Angebot an Beratungsstellen ausgebaut. Doch ohne helfende Einrichtungen, die im konkreten Fall Alltagshilfe leisten oder Pflegebedürftige betreuen, hängt dieses Beratungsangebot praktisch in der Luft. Und nun wird ein Pflegenetzwerk vorgestellt, in dem all die Verbandsvertreter, Einrichtungen, Ehrenamtliche usw. verbunden sind, die auch schon zwei- bis dreimal jährlich bei den Treffen des Aufgabenfelds Gesundheit und Pflege zusammen gesessen und außer Gesundheits-Samstagen mit Verkaufsmesse der Altenhilfe-Träger kaum etwas zustande gebracht haben. Hier werden nur immer wieder neue Orte geschaffen, wo man über die ewig gleichen Defizite im Bereich der Daseinsvorsorge redet, damit die über Fördermittel befristet eingestellten Fachkräfte was zu tun haben, bevor ihre befristeten Verträge mangels weiterer Zuschüsse wieder auslaufen. Wie lange sollen diese Luftnummern die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen noch an der Nase herum führen?
„Neue Themen“? Das kann man vielleicht den schlecht versorgten Menschen mit Demenz erzählen. „Frische Impulse“ bestenfalls insoweit, als man eine ständig wachsende Anzahl von Berater*innen, Sprecher*innen, Pflegeplaner*innen, Steuerungsgruppen, Gremien usw. immer wieder auffordert, sich über Probleme zu unterhalten, die man früher schon debattiert, aber nie gelöst hat. „Effektive Arbeit“? Kommt darauf an, was das Ziel hinter all den Ankündigungen ist. Wenn die Menschen nur beschäftigt werden sollen, um immer wieder falsche Hoffnungen zu wecken, ja dann ist das Projekt „Pflegenetzwerk“ ungeheuer effektiv. Über regionale Versorgungsstrukturen, die Pflegesituation, niederschwellige Hilfsangebote und ehrenamtliche Initiativen unterhält man sich, seit es das Familienbündnis gibt. Und um „den Ist-Zustand festzuhalten“ und „eine Arbeitsgrundlage – auch für politische Gremien – zur Verfügung stellen zu können“, wurde doch sogar schon eine Fake-Studie einer Studentengruppe der Hochschule Fulda auf der Basis einer Literaturliste und der Befragung von je zwei Menschen mit Demenz und zwei pflegenden Angehörigen erstellt, für die der Vogelsbergkreis 13.000 Euro Fördergelder verbraten hat.
Lieber Leierkastenmann / fang noch mal von vorne an… Und das mit immer neuem Personal, das die peinliche Vergangenheit nicht kennt und deren Arbeitsverträge auch bald auslaufen. Und mit den nächsten Fördermitteln gibt es dann die nächste Auftaktveranstaltung, werden wieder frische Impulse gesetzt, um alte Themen neu zu bearbeiten. Bis der Fördertopf wieder leer ist. Unglaublich effektiv!