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Kolumne von Mario Eichenauer, Vermögensmanager bei Aurum Vermögensmanagement GmbHBlack Friday am Aktienmarkt – Kaufkurse oder Anfang einer größeren Korrektur?

ALSFELD. Eigentlich sollte der Freitag in der letzten Woche ein Mega-Umsatz-Tag für den Einzelhandel sein, aber er ist auch ein schwarzer Freitag an den Aktienmärkten geworden. Der DAX lag zum Handelsschluss mit 4,20 Prozent im Minus und im Verlauf des Handelstages waren es sogar über fünf Prozent beziehungsweise circa 900 DAX-Punkte. Die Kolumne von Mario Eichenauer, Vermögensmanager bei Aurum Vermögensmanagement, im Wortlaut.

Was genau ist passiert?

Die Marktteilnehmer haben seit Wochen die zunehmend schlechter werdende Nachrichtenlage rund um die Börse weitestgehend ausgeblendet. Zu nennen wäre in diesem Zusammenhang die Lieferketten-Problematik, die mittlerweile fast alle Branchen fest im Griff hat. Dann wäre da die stark steigende Inflation und nicht zu vergessen die sich zunehmend verschlechternden Daten des Ifo-Geschäftsklima-Index, der als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gilt.

Dieser Index ist mittlerweile den fünften Monat in Folge gefallen. Nach drei negativen Monaten in Folge, so die offizielle Lesart, deutet dieser Indikator auf eine schwächere Konjunkturentwicklung hin, die nach fünf negativen Monaten in Folge sogar in eine Rezession münden könnte.

Auslöser des Aktien-Einbruches war aber die neue Virus-Variante Omnikron.

Obwohl die genannten Themen jeweils für sich genommen eine Korrektur der Aktienmärkte hätten auslösen können, so war es doch wieder das altbekannte Corona-Thema, was die Marktteilnehmer in Angst und Schrecken versetzt hat. Ob die neue Virus-Variante nun wieder für flächendeckende Lockdowns sorgen wird, muss man abwarten. Jedenfalls haben die Börsenkurse in den letzten Monaten sehr viele positive Erwartungen bereits eingepreist, die aber in dieser Form nicht eigetreten sind.

Auch wenn die Gewinne der Unternehmen sich durchaus sehen lassen können, so musste die Bundesregierung trotzdem das prognostizierte Wachstum des Bruttoinlandsproduktes schon mehrmals nach unten korrigieren, was allerdings in vielen anderen Ländern der Welt ebenfalls in ähnlicher Weise geschehen ist.

Die Inflation kennt nur eine Richtung, nämlich nach oben

Am Montag dieser Woche kamen die neuen Inflationsdaten für Deutschland. Mit einem Anstieg von 5,20 Prozent zum November 2020 wurde erneut ein Spitzenwert erreicht, den es letztmals 1992 gegeben hat. Die europäischen Zentralbanker erzählen uns, dass dies lediglich eine temporäre Entwicklung sei. Doch kann bzw. will man dies glauben?  Wenn man sich den Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland ansieht (plus 18,4 Prozent per Oktober 2021 im Vergleich zum letzten Jahr) kann es einem wirklich angst und bange werden.

Dabei handelt es sich nämlich um die Einkaufspreise der Unternehmen, die diese wahrscheinlich zu einem großen Teil an die Verbraucher weitergeben werden. Von dem Anstieg der Energiepreise erst gar nicht zu reden (plus 48,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr!), welche die Produktionskosten der Firmen ebenfalls erhöhen.

Auswege aus der Inflationsfalle

In letzter Konsequenz gibt es nach wie vor nur einen Ausweg aus diesem Dilemma, und zwar Sachwerte! Mit einer guten Mischung aus Aktien, Immobilien und Edelmetallen, je nach persönlicher Risikoneigung, kann man auch weiterhin der Inflation Paroli bieten, was mit Geldwerten im Vergleich wohl auch in Zukunft eher nicht der Fall sein wird.

Fazit

In Anbetracht der laufenden vierten Corona-Welle werden die Aktienmärkte wohl auch in den nächsten Wochen noch sehr schwankungsintensiv bleiben. Aufgrund der genannten sich eintrübenden Rahmenbedingungen für die Börse, ist aber durchaus auch noch ein wenig Luft nach unten. Andererseits reißt der Kapitalfluss an die Aktienmärkte auch nicht nachhaltig ab.

Dies geschieht einerseits durch mtl. Sparpläne der Fondsanleger, aber auch zunehmend auch durch Neu-Aktionäre, die von den immer weiter verbreiteten Verwahrentgelten der Banken an die Aktienmärkte getrieben werden. Beides zusammen sorgt seit Monaten für einen stabilen Kapitalstrom, der die Aktienkurse auch in Zukunft stützen kann. Sollte sich allerdings die (durchaus gesunde) Markt-Korrektur noch verschärfen, sind dies dann sicherlich Kaufkurse auf längere Sicht.

Ich wünsche Ihnen wie immer ein gutes Händchen für Ihre persönliche Vermögensstruktur! Sollten Sie Hilfe beim Aufbau eines robusten Portfolios benötigen, rufen Sie uns gerne unter 06631/8018440 an.

 

Disclaimer:

Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i. S. d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wider. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: 

Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhessen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Mario Eichenauer
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld