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Irina Janz ist neue Teilhabeberaterin der EUTB Vogelsberg in AlsfeldDas Ziel: größtmögliche Selbstbestimmung

ALSFELD (ol). Sie ist die Lotsin im gegliederten System von Hilfs- und Reha-Angeboten, in der mitunter verwirrenden Vielfalt von Anträgen und Möglichkeiten, sie ist kostenlos und unabhängig und sie hat seit ihrer Einsetzung im Vogelsberg kontinuierlich an Bedeutung gewonnen: die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB genannt. Dort gibt es jetzt mit Irina Janz eine neue Beraterin.

„Unsere Aufgaben sind zahlreich und vielfältig“, berichtet laut Pressemitteilung Andrea Schmidt, Teilhabeberaterin im Standort Lauterbach. Da die EUTB für alle Menschen da ist, die aufgrund einer chronischen Erkrankung, Unfall- oder Krankheitsfolgen, einer Behinderung oder anderer Einschränkungen berufliche und soziale Orientierung suchen, deckt sie ein großes Spektrum ab: „Alles rund um das Thema Teilhabe und Leistungen“, bringt Schmidt es auf den Punkt und freut sich, dass sie in dem Gebiet, das neben dem Vogelsberg auch Teile des angrenzenden Schwalm-Eder-Kreises und Fulda-Kreises umfasst, nach einer längeren Vakanz auf einer halben Stelle nun nicht mehr allein ist:

Mit der Dipl.-Pädagogin Irina Janz konnte die Beratungsstelle eine erfahrene Fachkraft gewinnen, deren berufliche Maxime stets die größtmögliche Selbstbestimmung ihrer Klientinnen und Klienten ist. „Hier unabhängig zu beraten und nur dem Ratssuchenden verpflichtet zu sein, ist das Schönste, was man sich denken kann“, so Janz, die im Antragswesen genauso zuhause ist wie in den regionalen Angeboten für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Zunahme von Beratungen im Corona-Jahr

Von einer erheblichen Zunahme der Beratungen berichten Schmidt und Janz, insbesondere im Corona-Jahr 2020, als die EUTB ihre Beratungen sehr schnell auf Corona-Bedingungen umstellte und nicht schloss, häuften sich die Anfragen von ratsuchenden Menschen. „Wir hatten unser Beratungspensum für eine Woche oft schon an einem Tag erreicht“, blickt Schmidt zurück, ein Trend, der anhält und auch die Diskussion darüber entfacht hat, ob eine ganze Stelle für einen Flächenkreis wie den Vogelsberg plus Zusatzregionen ausreicht.

„Wir freuen uns zwar sehr, dass der Gesetzgeber den Mehrwert der EUTB für die Menschen erkannt hat und deren Wirkungszeitrum per Verordnung bis 2029 verlängert hat, sodass wir damit schon einmal sicher sind“, führt Schmidt aus, „allerdings reicht die personelle Ausstattung für die hiesigen Bedürfnisse auf keinen Fall aus.“

Gemeinsam mit ihrer Kollegin hofft Schmidt, dass diese Einsicht auch beim Gesetzgeber reift. Dabei betont sie, dass die EUTB keinesfalls ein Ersatz für eine Beratungsstelle ist, sondern ihre Aufgabe in der Orientierung und Vernetzung sieht. „Zu uns kommen Menschen, die mit ihrem Anliegen erst einmal nicht wissen, wohin“, erklärt Janz. „Dass wir kostenlos und unabhängig arbeiten, ist ein großer Luxus für die Ratsuchenden.“

Sprechstunden, Vernetzung und Selbsthilfegruppen

Derzeit bieten Andrea Schmidt in Lauterbach und Irina Janz in Alsfeld montags, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 18 offene Sprechstunden an, zu denen man sich in Pandemiezeiten aber noch anmelden sollte. Darüber hinaus arbeiten die beiden Beraterinnen auch aufsuchend und zeitlich flexibel: „Wir können dadurch sehr gut auf die zeitlichen und wenn nötig auch auf die örtlichen Notwendigkeiten der Klienten eingehen“, unterstreicht Janz.

Zu den originären Aufgaben der EUTB gehört auch das Vernetzen und Einbinden von Selbsthilfegruppen. Hierzu werden ehrenamtliche Peer-Berater gesucht und ausgebildet. Diese wiederum beraten in offenen Sprechstunden in ihrem Fachgebiet. Eine offene Peer-Beratungen kann die EUTB in diesem Herbst noch anbieten: Am 13. Oktober von 14 bis 15.30 Uhr und am Mittwoch, dem 22. Oktober, lädt Beate Faulstich von autismus mittelhessen als betroffene Mutter und Peer-Beraterin nach Lauterbach in die Königsberger Straße 8 ein.

„Wir sind sicher, dass Betroffene viel genauer und intensiver über ihr Thema sprechen können, daher ist die Arbeit in Peer-Gruppen für uns sehr wichtige, so Schmidt. Gemeinsam mit ihrer neuen Kollegin Irina Janz würde sie sich freuen, wenn Ratsuchende dieses hilfreiche Angebot annehmen und noch mehr Menschen sich für Peer-Beratungen zu den unterschiedlichsten Erkrankungen bereiterklären würden. Mehr Information dazu gibt es unter https://www.eutb-vb.de

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