AnzeigeKolumneWirtschaft0

Kolumne von Ines Caspar, Vermögensmanagerin bei Aurum Vermögensmanagement GmbHÜber Probleme am Energiemarkt und die Auswirkungen auf den Finanzmarkt

ALSFELD. Die Bundestagswahl ist Geschichte und die Spekulationen über eine mögliche Regierungsbildung laufen. Sicher bis jetzt ist wohl nur, dass FDP und Grüne den neuen Kanzler bestimmen werden. Eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen ist wahrscheinlich, eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen aber ebenfalls möglich. Die Kolumne von Ines Caspar, Vermögensmanagerin bei Aurum Vermögensmanagement, im Wortlaut.

Gleichzeitig mit dem neuen Bundestag wurde in Berlin auch über mögliche Enteignungen größerer Wohnungsgesellschaften abgestimmt. Mit gut 56 % der Stimmen entschieden sich die Berliner Bürger für das Vorhaben. Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ zielt darauf ab, den Senat zum Kauf und damit zur Vergesellschaftung von über 220.000 Wohnungen zu bewegen.

Das notwendige Geld zum „Enteignen“ der Wohnungen wäre sinnvoller im direkten Neubau nutzbar. Aber in der links-denkenden Szene in Berlin glaubt man wohl, dass der Senat die Wohnungen besser verwaltet. Neue Wohnungen werden durch Enteignungen sicher nicht entstehen und die Mieten weiterhin ein Preistreiber für noch höhere Inflation bleiben.

Preise für Gas und Strom explodieren

Unabhängig von der Bundestagswahl sollten aktuell die Probleme am Energiemarkt beachtet werden. Die Preise für Gas und Strom explodieren, auch ohne Erhöhung durch CO2-Preise. In Großbritannien hat eine Pleitewelle der Gas-Anbieter eingesetzt und an den dortigen Tankstellen wird das Benzin knapp, weil es nicht genügend LKW-Fahrer gibt.

Müssen wir damit rechnen demnächst im Kalten und Dunklen zu sitzen? Ein möglicher Blackout ist auch hier jederzeit möglich. Die Abhängigkeit von erneuerbaren Energien und somit von Witterungseinflüssen macht uns gleichzeitig abhängig von Stromlieferungen aus dem Ausland. Die Gaslieferung aus Russland und der Ukraine sind bis jetzt zwar konstant, aber auch hier sind wir abhängig. Wegen der steigenden Erdgaspreise in Europa hat aktuell BASF seine Ammoniak-produktion an den Standorten Antwerpen und Ludwigshafen gedrosselt. Andere Produktions-Betriebe, die von Gaslieferungen und hohen Energiekosten abhängig sind, tun dies ebenfalls. Auf jeden Fall sind die Energiepreise und die Aussichten, dass diese weiter steigen werden, ein weiterer Preistreiber für eine überdurchschnittliche Inflation.

Und es gibt weitere Preistreiber. Die Corona-Krise hat die Preise der Service-Branche in Deutschland auf den höchsten Stand seit mindestens sechs Jahren katapultiert und damit deutlich verteuert. Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen lagen im zweiten Quartal 2021 um 7,2 Prozent höher als vor Jahresfrist und 3,3 Prozent höher als Anfang 2021, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Lieferengpässe gibt es mittlerweile in fast allen Branchen. Knappe Güter führen zwangläufig zu höheren Preisen. Eine Spirale die sich aktuell nur in eine Richtung dreht.

Die EZB sieht weiterhin nur einen temporären Inflations-Druck und rechnet damit, dass sich die Preise im Jahr 2022 wieder normalisieren. Aktuell muss man diese Einstellung allerdings stark anzweifeln. Einmal erhöhte Preise werden nur ungern wieder gesenkt, erhöhen Sie doch die Gewinne und Margen der Firmen.

Was passiert in China?

Aus China kommen derzeit weniger gute Nachrichten. Die Regierung greift immer mehr in die Wirtschaft ein. Sei es bei den Kryptowährungen, um eine eigene Kryptowährung zu installieren oder bei den Tech-Giganten, um die Marktmacht zu zerschlagen sowie die aktuellen Probleme beim Immobilien-Gigant Evergrande, dem die Zahlungsunfähigkeit droht. Könnte die Immobilienblase dort platzen? Der durchschnittliche Preis einer chinesischen Immobilie liegt beim 27-fachen eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens.

In den USA beim 4-fachen. Selbstverständlich ist es nicht sicher, dass es in den nächsten Wochen zum großen Einbruch kommt. Die chinesische Regierung ist bereit einzugreifen und tut dies bereits. Aber die Situation sollte man weiter im Auge behalten und erst im Rückblick wird man sagen können, ob es der chinesischen Regierung gelungen ist, die Situation zu retten.

Was aber sollte man nun in dieser turbulenten Gemengelage mit seinen Geldanlagen tun? Vor dem Hintergrund einiger belastender Faktoren bieten sich trotzdem weiterhin gute Chancen für langfristig orientierte Anleger. Schwache Tage kann man durchaus zum Aufbau von Positionen nutzen. Zur Investition bieten sich weiterhin Aktien- und Aktienfonds sowie in internationale Mischfonds. Ein besonderer Fokus sollte dabei auf Qualität und internationaler Ausrichtung liegen. Auch die Gold- und Silberpreise sollten mittelfristig wieder in den Fokus rücken. Kurzfristig bleibt es weiter spannend und es ist mit Schwankungen zu rechnen. Sparpläne, mit regelmäßigen Investitionen in die gewünschten Anlageformen ergänzen diese.

Wenn Sie Fragen haben oder Anlagemöglichkeiten suchen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Sie erreichen uns unter Tel.: 06631/8018440 zur Vereinbarung eines unverbindlichen Termins. Noch ein Hinweis in eigener Sache: Am 28.10.2021 bieten wir ein Webinar in Zusammenarbeit mit dem Fachanwalt für Erbrecht Karsten Rößner zum Thema „Digitaler Nachlass und Vermögensübertragung“. Nähere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 06631/8018440)

Ich wünsche Ihnen einen schönen Herbst und eine gute Hand bei der Auswahl Ihrer Investitionen!

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wieder. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider.

Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Ines Caspar
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld