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Anwohner sammelten Unterschriften gegen den BauSPD Gemünden: Bau der PV-Anlagen in Hainbach nicht zu befürworten

HAINBACH (ol). Bei Hainbach in Gemünden soll eine Flächen-Photovoltaikanlage entstehen, doch viele Anwohner sind dagegen. Die haben nicht nur Unterschriften gegen den Bau gesammelt, sondern das Gespräch zur Gemündener SPD gesucht und von ihren Sorgen berichtet. Das Fazit: Zum aktuellen Zeitpunkt der Bau der PV-Anlage in Hainbach nicht zu befürworten.

In der Pressemitteilung heißt es, eingeladen hatten die Anwohner im Wochenendgebiet Hainbach selbst. Bereits in der vergangenen Woche sei die PV-Anlage heftig diskutiert worden, da sie in unmittelbarer Nähe zu den Häusern gebaut werden soll. Genau dagegen haben die Anwohner bereits mehr als 50 Unterschriften gesammelt haben. Bei ungefähr 170 Einwohnern Hainbachs sei das eine kaum zu ignorierende Ablehnungsquote.

Nachdem es vor kurzem in der Gemeindevertretung bereits bezüglich des Solarparks bei Ehringshausen zunächst zu einer knappen Entscheidung gegen den Solarpark, dann zum Widerspruch des Bürgermeisters und nachfolgend zu einer ebenso knappen Entscheidung für den Solarpark gekommen war, sehe man in Hainbach dringenden Handlungsbedarf, wie die Anwohner erläuterten.

Gemeinsam besichtigte man die vorgesehene Fläche, die unmittelbar an die Wochenendhäuser anschließe. Der Bau einer mehrere Hektar großen PV-Anlage würde durch den Verlust an Erholungsraum, durch Hitzeentwicklung und Geräuschbelästigung die Lebens- und Wohnqualität der Anwohner sowie den Immobilienwert der Häuser drastisch reduzieren, befürchtet man. In Sichtweite verlaufe außerdem die prämierte Wanderroute „Heinzemanntour“, die ebenfalls Einbußen an Qualität und Erholungswert erleiden würde.

Die SPD-Fraktion regte an, nochmals das Gespräch mit den Ortsbeiratsmitgliedern zu suchen und die Unterschriftenliste ganz offiziell zu übergeben. Bei derart einschneidenden Eingriffen in Natur und Umwelt dürfen kritische Stimmen nicht ignoriert werden, war die einhellige Auffassung der Anwesenden.

In diesem Zusammenhang wurde die Initiative der SPD begrüßt, einen „Masterplan Energiewende“ für Gemünden zu installieren. Dabei gehe es darum, anhand definierter Kriterien gezielt Flächen zu identifizieren, die zur Nutzung von PV-Anlagen zur Verfügung stehen können – mit dem Ziel, Begleitschäden zu vermeiden, Akzeptanz zu fördern und schließlich die bestmögliche Lösung zu finden. Aus Sicht der SPD-Fraktion sei zum aktuellen Zeitpunkt der Bau der PV-Anlage in Hainbach nicht zu befürworten.

3 Gedanken zu “SPD Gemünden: Bau der PV-Anlagen in Hainbach nicht zu befürworten

  1. Diese Wochenendgebiete könnte man sinnvollerweise zurückbauen und mit Solaranlagen bestücken. So hätte die Gemeinde zukünftig garantierte Einahmen und würde keinen Negativhaushalt ausweisen. Auch ein Gewinn für die die Umwelt ohne Querulanten.

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  2. Mein Kopfschütteln nahm beim Lesen dieses Artikels von Absatz zu Absatz zu.
    Als Ortsunkundiger habe ich mir die Lage auf Google Maps und OSM angesehen und auch den Verlauf der Heinzemanntour – Route recherchiert. Für mich sind die Bedenken der Bewohner des Wochenendgebiets (Höhenweg) bzgl. der PV-Anlage auf jetziger Ackerfläche nicht nachvollziehbar. Lärmbelästigung und Hitzeentwicklung und Wertverlust halte ich für an den Haaren herbeigezogene Ausreden und die optische Beeinträchtigung hält sich doch wohl in Grenzen („Wochenendgebiet“). NIMBY (Not in my backyard !) trifft es wohl schon eher.
    Vielleicht können die Damen und Herren ja den einzigen Besitzer einer PV-Aufdachanlage in der Höhenstrasse mal zu seinen Erfahrungen mit Lärm, Hitze und Wertverlust befragen.
    Ich wünsche allen Bedenkenträgern trotzdem eine sichere und saubere Energieversorgung und Ihren Enkeln eine bewohnbare Landschaft. Herzliche Grüsse auch an die umweltfreundliche SPD !

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  3. Kinder und Enkel gehen Freitags auf die Straße. Man wählt natürlich die „richtigen “ Parteien und bläßt ins gleiche Horn mit denjenigen, die über den langsamen Kohleausstieg wettern. Mal darüber nachgedacht, wo der Strom nach dem Kohleausstieg herkommen soll?
    In dem Moment, wo man selbst einen kleinen Nachteil befürchtet, wird der Klimawandel nebensächlich.

    1.
    Über Hitzeentwicklung müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Module werden zwar selbst warm, der Erdboden unter den Modulen wird jedoch beschattet. Die gesamte elektrische Energie, die abgeführt wird, bleibt Ihnen in Form von Hitze erspart. Tatsächlich kühlt der Solarpark seine Umgebung.

    2.
    Das Trafohäuschen am anderen Ende werden Sie nicht wahrnehmen.

    3.
    Den Wanderweg kann man verlegen, in Solidarität mit den Flutopfern an der Ahr, die viele Wanderwege verloren haben.

    Wie wär’s, einfach mal für die Kinder und Enkel mit gutem Beispiel vorangehen und mitmachen beim Solarpark. Sie können dann Ihren Kindern vorrechnen, wieviele Kohlekraftwerke man für diesen Solarpark abschalten kann.

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