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klimafairein baut aus und sucht Kollegen für das TeamFairkaufswagen und Unverpacktladen kurz vor Start

VOGELSBERG (ol). Den Mitgliedern des klimafarein Oberhessen ist er ein besonderes Anliegen und als Idee im Lauf der vergangenen Monate immer größer geworden: der fairkaufswagen. Dieser steht nun kurz vor dem Start, ebenso der Unverpacktladen in Nieder-Ohmen. Für das „Fairkaufsteam“ sucht der Verein nun Kollegen.

Gestartet als Crowdfunding-Projekt mit einer unglaublich großen Resonanz – mehr als 30.000 Euro konnten auf diese Weise generiert werden -, hat sich in Sachen nachhaltiger Verkauf von Lebensmitteln auf den hiesigen Märkten allerhand getan: Der fairkaufswagen – ein umbebauter Ford Transit – ist laut Pressemitteilung des Vereins inzwischen so gut wie fertig: Verkaufsregale wurden eingebaut, eine Theke, eine zweckmäßige und ansprechende Einrichtung geschaffen. Schließlich sollen hier ab Mitte Juli nicht nur unverpackte, sondern hochwertige Lebensmittel zum Verkauf angeboten werden.

Womit man schon bei der Quintessenz des Sortiments wäre: Lebensmittel von A bis Z werde es auf dem fairkaufswagen geben; und dazwischen haben mehr als 130 Produkte Platz: Während nichtregionale Lebensmittel wie Ananas und Zimt fair gehandelt von verschiedenen Handelspartnern bezogen würden, arbeite das Einkaufsteam des fairkaufswagens in erster Linie mit hiesigen Produzenten zusammen, beispielsweise dem Biohof Alex aus Freiensteinau, der Seifensiederei Schloss Gedern oder dem Demeterhof Schäfer in Schwalmtal.

Ein „Riesensortiment“

„Neben diesen haben wir noch viele andere Produzenten in der ganzen Region gefunden“, freut sich Jannik Reichel vom fairkaufswagen-Team. „Wir können uns glücklich schätzen, dass in unserer Region so viele hochwertige, meist biozertifizierte Lebensmittel hergestellt werden.“ Nudeln aller Art, Gewürze, Getreide, Obst, Reis, Kaffee, Kosmetik- und Haushaltsartikel, Süßigkeiten – es sei ein Riesensortiment, das man ab Mitte Juli auf den Märkten in Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Grünberg finden könne.

„Bei der Auswahl unseres Sortiments haben wir darauf geachtet, dass wir den anderen Markthändlern nicht allzu viel Konkurrenz machen“, führt David Semmler vom fairkaufsteam aus, „schließlich wollen wir auf den Märkten gut zusammenarbeiten.“ Dabei haben die jungen Einkäufer ganz bewusst nicht nur auf Bioqualität geschaut, sondern auch abgewogen, wo Regionalität oder Fairer Handel im Vordergrund stehen sollte.

Das ganze Sortiment ist natürlich unverpackt, denn genau das war ja der Ansatzpunkt der Produkt- und Händlerrecherche des jungen Teams. Wer zukünftig am fairkaufswagen einkaufen will, bringe entweder Behälter von zuhause mit oder leiht oder kauft Behältnisse aus dem Pfandsystem, das der klimafairein auf dem Marktwagen bereithält. „Damit kann man dann immer wieder einkaufen oder das Leergut wieder zurückgeben“, so Reichel. Für Menschen, denen Glasbehälter zu schwer sind, biete das fairkaufsteam auch leichte Baumwollbeutel an.

Unverpacktladen in Nieder-Ohmen

Es sei also an alles gedacht auf dem Wagen, und nicht nur dort. Denn mit der Zeit hat sich bei den Mitwirkenden im fairkaufsteam auch die Idee eines Unverpacktladens in Nieder-Ohmen festgesetzt. „Dort, im ehemaligen Nahkauf, konnten wir unser Lager aufbauen“, berichtet Jonas Kaufmann. Dazu musste das Ladengebäude aber komplett saniert werden, und während dies geschah, reifte der Gedanke, dass, wenn die Ware schon mal da ist, man diese auch gleich vor Ort verkaufen könnte.

In Nieder-Ohmen soll es einen Unverpacktladen geben. Foto: Traudi Schlitt

Und wenn man schon dabei war, plante man auch gleich eine kleine Café-Ecke mit – schließlich war der Lebensmittelladen einmal nicht nur Dorfmittelpunkt, sondern auch Treffpunkt, und genau das soll er wieder werden. „Hier werden wir perspektivisch auch das Sortiment erweitern können, da wir mehr Platz haben“, kündigt Reichel an. Für ihn und seine Mitstreiter im Verein – allesamt junge Männer in Schule, Ausbildung oder Studium – ist das fairkaufsprojekt eine große, neue Aufgabe, der sie sich mit Begeisterung und Leidenschaft widmen.

Besetzt werden fairkaufswagen und fairkaufsladen zum einen mit Ehrenamtlichen aus dem Verein – schließlich wollen auch die Verantwortlichen gerade am Anfang schauen, ob und wie alles so klappt, was sie sich überlegt haben -, perspektivisch aber hauptsächlich mit angestellten fairkaufsfahrerinnen und fairkaufsfahrern. „Und genau dafür brauchen wir noch Menschen, die Zeit haben, Lust und hinter unserer nachhaltigen, klimafreundlichen Verkaufsidee stehen“, führt Leon Kreuder aus. „Und die Person sollte den Führerschein der Klasse C1 besitzen bzw. einen Führerschein haben, der vor 1999 ausgestellt wurde.“

Und dann könne es also losgehen mit dem fairkaufswagen in Oberhessen. An vier Tagen rolle er ab Mitte Juli über die Märkte: Mittwochs stehe er in Gießen, donnerstagsvormittags in Lauterbach und nachmittags in Alsfeld, Freitags in Grünberg und am Samstag fahre er eine Route durch den Landkreis Gießen und macht dort verschiedene Zwischenstopps. „Wir freuen uns schon sehr darauf, dass wir nach fast einem Jahr der Planung nun starten können“; so die Jungs aus dem Team unisono. Denn der Gedanke von Nachhaltigkeit und Klimaschutz und die Idee davon, wie alle Menschen in kleinen Schritten gemeinsam daran arbeiten können, fahre mit auf dem fairkaufswagen in Oberhessen.

Mehr Informationen zum klimafairein findet man unter www.klimafairein.de

Wer als „fairkaufsfahrer“ arbeiten möchte, der kann sich bei Jannik Reichel unter info@klimafairein.de melden.

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