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Janina Görig und Johanna Schäfer von der Handballabteilung des TV Alsfeld auf der Suche nach motivierten EhrenamtlichenGesucht werden Helfer, Kümmerer und ein Abteilungsleiter

ALSFELD (ol). Es sind viele Zwangspausen, die die Corona-Pandemie den Menschen auferlegt. Während manche es gar nicht so schlecht finden und die Entschleunigung gerne annehmen, werden gerade Verein von den Kontaktbeschränkungen hart getroffen. So können Sportvereine nicht mehr trainieren, der Spielbetrieb ist ausgesetzt. Die Frage, wie es nach dem Lockdown und einer möglichen dauerhaften Erleichterung der Corona-Maßnahmen weitergeht, treibt viele Vereine um: Haben sich die Aktiven an die freie Zeit gewöhnt oder sehnen sie sich zurück nach den Übungsstunden und Trainings? Diese Frage stellen sich auch Janina Görig und Johanna Schäfer von der Handballabteilung des TV Alsfeld, denn die kontaktlose Zeit schürt Unsicherheit und weckt sehr konkrete Sorgen.

„Wir haben jetzt schon die ersten Absagen von Trainern, die gemerkt haben, dass man die Trainingsabende in der Woche und die Spieltermine am Wochenende auch anders verbringen kann. Das tut sehr weh.“ Als existenzbedrohend nehmen beide die Situation wahr, zumal der Abteilung schon länger auch ein Abteilungsleiter fehlt.

„Ein potenzieller Abteilungsleiter trifft bei uns auf ein überaus kompetentes und motiviertes Führungsteam“, verspricht Johanna Schäfer. Sie ist Beisitzerin und engagiert sich hauptsächlich im Bereich Social Media. „Derzeit sind alle Aufgaben gut verteilt und werden sorgfältig von uns allen erledigt, aber natürlich brauchen wir eine Leitungsperson, schon allein um die Abteilung im Verein und im Bezirk zu vertreten.“

Nach Sanierung der Halle wieder voll im Spiel: Landesliga Nord Saison 2016/17. Foto: Anja Kierblewski

Nach Corona in allen Bereichen neu aufstellen

Benötigt werden aber nicht nur Trainer und ein Abteilungsleiter, auch ehrenamtliches Begleitpersonal wird händeringend gesucht: Spieltage vorbereiten, Einlasskontrollen, Getränkeverkauf – für all das fehlen dem Verein derzeit Menschen, die anpacken wollen. „Aufgrund der langen spielfreien Zeit sinkt die Motivation mitzumachen ständig, was gerade für die verbleibenden engagierten Mitglieder sehr ernüchternd ist“, so Schäfer. „Bedenkt man, dass wir ja nicht genauso weitermachen können wir vor der Pandemie, sondern noch eine ganze Zeit lang verschiedene Auflagen haben werden, dann werden wir noch mehr Ehrenamtliche brauchen, um das abzudecken.“

Wem der TV Alsfeld und insbesondere der Handball in Alsfeld am Herzen liegt, der sei herzlich eingeladen, mitzumachen, ergänzt Görig. Dabei gehe es nicht nur um die Handballabteilung, sondern auch um den Förderverein Handball, der einige Aufgaben rund um den Spielbetrieb übernommen hat. Berührungsängste müsse man dabei ganz bestimmt nicht haben.

Nach dem Abstieg organisierten sich die Damen neu. Sichtlich ging der Spaß am Spiel nicht verloren (etwa Saison 19/20). Foto: Ann-Kathrin Oberst

„Für uns wird es nach Corona wie eine Stunde Null sein“, führt Schäfer aus. „Wir werden uns in allen Bereichen neu aufstellen müssen, es werden sich neue Teams auch außerhalb des Spielens bilden, sodass jeder und jede Anschluss bekommt.“ Dass Hallenball als Kontaktsport in der Halle nicht als erstes auf der Öffnungsliste stehen wird, ist Görig klar, aber sie hofft, dass mit den Sommermonaten zumindest wieder Trainings im Freien möglich werden. „Für das soziale Miteinander, die Begegnung, die Gemeinsamkeit wäre das natürlich schon mal toll.“

„Das Miteinander in einem Verein kann einem viel geben“

Eine schöne Meldung aus dem Verein sei, dass die Spielerinnen und Spieler offenbar weiterhin Lust haben und tatsächlich der Wiederaufnahme der Trainings und des Spielbetriebs entgegenfiebern. „Schon allein deshalb müssen wir alles probieren, um den Fortbestand des Vereins zu sichern“, so Görig, die neben ihrem Posten als Jugendwartin in der Abteilungsleitung auch Frauentrainerin ist.

„Die Zahl der aktiven Vereine hat im Vogelsberg in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Und so haben wir nicht nur Zulauf aus Alsfeld, sondern auch aus der Umgebung und der Region Schwalm. Die seit vielen Jahren hervorragende Jugendarbeit ist das Fundament des Vereins und es ist wichtig, dass uns die Spielerinnen und Spieler der A-Jugend die Stange halten.“

Jede Menge Spaß: Sieger des Rasenturniers bei den Nachbarn des TV Homberg/Ohm (2019). Foto: Johanna Schäfer

Denn gerade sie sind mit ganzem Herzen bei der Sache, und mehr als das: Die Unterstützung von jungen und alten Spielern sowie deren Familienangehörigen bei der Organisation und Durchführung der Spieltage ist enorm, aber leider eben nicht ausreichend. Den neuen und hoffentlich vielen alten Ehrenamtlichen im Team versprechen Johanna Schäfer und Janina Görig schon heute neben jeder Menge Arbeit auch ganz viel Spaß und ein tolles Gemeinschaftsgefühl. „Wer das kennt, weiß, wovon wir sprechen. Das Miteinander in einem Verein kann einem viel geben.“

Wer den Handball in Alsfeld tatkräftig unterstützen will, sollte Spaß an der Sache mitbringen und sich unter handball@tv-alsfeld.de melden. Wenn es nach Johanna Schäfer und Janina Görig geht, dann am besten sofort.

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