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Vogelsbergkreis unterstützt Kommunen bei InsektenschutzprojektenKostenloses Regio-Saatgut für blühende Flächen und mehr Insektenvielfalt

VOGELSBERG (ol). Deutschland kann rund 30.000 heimische Insektenarten verzeichnen. Sie sind ein unverzichtbarer Teil des Ökosystems: Nicht nur als Bestäuber der Obstbäume und vieler Blütenpflanzen leisten sie einen unbezahlbaren Beitrag für die Lebensmittelproduktion und für das Fortbestehen wertvoller Biotope. Aus diesem Grund unterstützt der Vogelsbergkreis nun die Kommunen bei Insektenschutzprojekten, verteilt kostenlos regionales Saatgut für vielfältige Blühflächen im ganzen Kreis.

Insekten seien Teil der Nahrungskette und sichern das Überleben zahlreicher Vogel-, Reptilien-, oder Amphibienarten. „Insektenvielfalt und heimische Artenvielfalt sind damit untrennbar verbunden. Es ist eine wichtige Aufgabe, diese Vielfalt zu erhalten und Maßnahmen im Vogelsbergkreis zu unterstützen“, sagt Jens Mischak, zuständiger Dezernent und Erster Kreisbeigeordneter in einer Pressemitteilung.

Einige Kommunen des Vogelsbergkreises bemühen sich bereits seit Jahren, den Insektenschutz umzusetzen. Um dieses Engagement zu unterstützen, habe die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises erstmalig ein kreisübergreifendes Insektenschutzprojekt ausgerufen, an dem 13 Städte und Gemeinden als Projektpartner teilnehmen. Alsfeld, Feldatal, Gemünden, Grebenhain, Herbstein, Homberg Ohm, Kirtorf, Lautertal, Mücke, Schlitz, Schotten, Schwalmtal und Wartenberg beteiligen sich an den Maßnahmen. Das Projekt werde gefördert durch das Regierungspräsidium Gießen aus Mitteln zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie in Hessen.

Saatgut von ausschließlich heimischen Arten ausgewählt

Im Fokus stehe heimisches Saatgut – in zweifachem Sinne: Anstelle von Zier- und Kulturpflanzen lassen sich die typischen Blütenpflanzen der Mähwiesen und Magerweiden in Blühstreifen ansäen. Für das Projekt wurde ausschließlich Saatgut heimischer Arten ausgewählt. Doch Pflanzenart sei nicht gleich Pflanzenart. Beispielsweise hat sich ein Bestand Margeriten einer Vogelsberger Wiese, der dort seit vielen Generationen überdauert, genetisch an seinen Lebensraum angepasst. Verwendet man entsprechend Saatgut gebietsheimischer Arten – zum Beispiel Margeriten aus dem hessischen Bergland – spreche man von sogenanntem „Regio-Saatgut“.

Insgesamt wurde Regio-Saatgut mit heimischen Arten für 35.000 Quadratmeter Blühfläche angeschafft. Allein 10.000 Quadratmeter würden auf verschiedenen Wegen als Samentütchen an Privatpersonen verteilt, um Hausgärten und viele andere private Grünfläche zum blühenden Insektenbuffet zu machen. Das übrige Saatgut werde zur Ansaat auf kommunalen, innerörtlichen Grünflächen verwendet. Flächen, die ohnehin schon da sind, sogenannte „Eh-Da“-Flächen, können auf diesem Weg für Natur und Artenvielfalt aufgewertet werden.

Blühflächen seien nur eine von vielen möglichen Varianten, die heimische Insektenvielfalt zu fördern. Eine kurze Zusammenstellung, wie an jedem Haus, jeder Wohnung und jedem Garten mehr für die Insektenvielfalt getan werden könne, habe der Vogelsberg in einer Broschüre zusammengestellt, die nicht nur auf der Website des Kreises, sondern auch in den Partnerkommunen als Print- oder Online-Variante erhältlich sei.

Konzepte, um innerörtliches Grün für Insektenschutz zu nutzen

Das wichtige Thema Insektenschutz werde im Vogelsberg auch in eigenem Engagement der Städte und Kommunen vorangetrieben: In den Gemeinden Mücke und Grebenhain werden seit mehreren Jahren eigene Aktionen zur Blühstreifenansaat durchgeführt – mit sehr positiver Resonanz. Die Stadt Schlitz habe sich Ende 2020 dem Sternenpark Rhön angeschlossen und in Zukunft Maßnahmen zur insektenfreundlichen Gestaltung von Straßenbeleuchtung geplant.

Auf wissenschaftliche Weise befasse sich das FNU Forschungszentrum Neu-Ulrichstein mit den „Eh-Da“-Flächen, den ungenutzten, innerörtlichen Grünflächen, des Vogelsberges. Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden Kirtorf, Homberg Ohm, Mücke und Gemünden Felda wurden bereits im Jahr 2019 Ideen und Maßnahmen konzipiert, das innerörtliche Grün für den Insektenschutz zu nutzen. Bedingt durch die Corona-Krise wurde die Umsetzung zunächst verzögert, ist nun aber in Planung.

In diesen Städten und Gemeinden werden ab sofort Samentütchen für Bürger zur Abholung angeboten (solange der Vorrat reicht):

  • Feldatal – im Rathaus zu den Öffnungszeiten und im Blumenhaus Schermer, Groß-Felda sowie „Christiane’s Blüten Reich, Floristik und mehr“ in Ermenrod
  • Gemünden (Felda) – im Rathaus – zu den üblichen Öffnungszeiten
  • Herbstein – im Rathaus – immer donnerstags zu den üblichen Öffnungszeiten
  • Kirtorf – im Bürgerbüro – zu den üblichen Öffnungszeiten
  • Schlitz – im Rathaus – zu den üblichen Öffnungszeiten
  • Schwalmtal – Gemeindeverwaltung – zu den üblichen Öffnungszeiten

Interessierte werden gebeten, die Vorgaben der Stadt- und Gemeindeverwaltungen zur möglichen Terminvergabe zu beachten.

4 Gedanken zu “Kostenloses Regio-Saatgut für blühende Flächen und mehr Insektenvielfalt

  1. Es ist mit den Vögeln und Kleintieren genau so wie mit dem Plastik Müll wenn Millionen von Tonnen Plastik und Gift hergestellt werden ist es zu spät mit den Blumen.Der kleine Mann soll die Natur Retten was die großen versaubeuteln mit der Politik.

  2. Glaubt ihr denn das würde Helfen den Insekten und den Bienen,da wo es wichtig wäre macht ihr nichts.Schaut euch doch die Wiesen und Felder an,aber nur wer es Sehen will kann es Sehen.Die paar Blümchen helfen nicht, das ist nur Spiegel Fechterei.

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    1. Ach ja, wieder mal der ewig nörgelnde Herr Kalbfleisch. Wenn nichts gemacht wird meckert der Sofaheld, und wenn etwas von der Politik gemacht wird ist es auch nicht gut genug.

      Wie wäre es mal mit selbst Hand anlegen, statt immer nur zu jammern?

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      1. Na was erwarten Sie denn, Herr Hackfleisch? Werner meckert doch immer nur wie ein großer, ohne dass er auch nur einmal einen Vorschlag für eine Verbesserung eingebracht hat.

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