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Neue Filiale im Gründchen geplant? Kritik an InformationspolitikSPD Grebenau: Bürgermeister verschweigt Supermarkt

GREBENAU (ol). Es sei von verschiedenen Seiten zu hören, dass im Gründchen die Ansiedlung einer Filiale einer bekannten Supermarktkette kurz vor dem Abschluss stehe, erklärt der SPD-Ortsverein und fragt zugleich, warum Bürgermeister Lars Wicke das nicht längst erklärt habe.

Die Planungen hätten eine Phase erreicht, die eine Entscheidung des Konzerns in Kürze erwarten lasse. Mit dem Beginn der Bauarbeiten sei noch in diesem Frühjahr zu rechnen, heißt es in einer Pressemitteilung, in der die SPD beklagt: „Die mangelhafte Information aus dem Rathaus ist die Fortsetzung einer Desinformationspolitik des Rathauschefs und seiner ihn tragenden Parteien aus FW und CDU.“

Sicherlich sei die Nahversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ein wichtiger Posten in der örtlichen Daseinsvorsorge und wichtig für alle Bürgerinnen und Bürger. „Eine gute Nahversorgung macht den Standort Gründchen attraktiv.“ Aber auch für die Gewerbetreibenden sei dieser Fakt exentiell wichtig. Bedeute doch ein weiterer Anbieter auch mehr Konkurrenz, da große Supermärkte meist auch über eine Metzgerei, Bäckerei oder sogar einen Blumenhandel verfügen.

Die Risiken abwägen

Daneben sei abzuwägen, welches Risiko man mit einem neuen Supermarkt eingehe. In einigen kleineren Orten seien diese bereits nach wenigen Jahren wieder aufgegeben worden. Die über Jahrzehnte funktionierenden Familienbetriebe waren dann allerdings auch nicht mehr vorhanden. „Diese Medaille hat zwei ausgeprägte Seiten, die es genau zu überdenken gilt.“

Sicherlich könne man nicht mit jeder Neuigkeit sofort loslaufen. Wenn allerdings die Planungen so weit fortgeschritten sind, sei eine offizielle Information der Stadtverordneten, egal zu welchem Thema, notwendig. „Es ist daher umso unverständlicher, dass es hierzu bis heute keine offiziellen Informationen aus dem Rathaus gab.“

Diese Desinformationspolitik sei die Fortsetzung aus den vergangenen Jahren. Bereits im Sommer 2020 sei im Rathaus bekannt gewesen, dass es Pläne zu Veränderungen im Busfahrplan geben soll, die Auswirkungen auf die Busanbindung des Stadtteils Schwarz haben werden. „Weder der Ortsbeirat Schwarz noch das Parlament wurden dazu informiert.“

Darauf in der letzten Stadtverordnetenversammlung angesprochen, antwortete der Bürgermeister, dass eine frühere Information des Ortsbeirates auch nichts an der Entscheidung des RMV geändert hätte. „Wir halten die Desinformationen für eine Missachtung der demokratisch gewählten Gremien und der Bürgerinnen und Bürger, die dort ehrenamtlich tätig sind“, schließt die SPD. Nunmehr versuchten FW und CDU mit einer Resolution, den Stadtteil Schwarz wieder besser an die Buslinie X33 anzubinden. „Wir meinen, dies hätte man früher und gemeinsam tun sollen. Etwas Verlorenes wieder zu bekommen, ist ungleich schwerer als Bestehendes zu erhalten.“

34 Gedanken zu “SPD Grebenau: Bürgermeister verschweigt Supermarkt

  1. da haben sich aber viele auf den Rainer Merle eingeschossen. Wahrscheinlich bekommen die „Freien“ und die „cdu“ das große Fracksausen, Höschenwindeln wären da die erste Wahl. Ich jedenfalls wünsche ihm viel Erfolg

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  2. Unsachliche, beleidigende Kommentare sind durchaus interessant, erst einmal unterhaltsam, zeugen aber von wenig Toleranz, Wissen etc. und kritische Leser werden das sicher richtig zu deuten wissen.
    Bitte in dieser Sache den Bericht von Jens Mischak in der OZ von heute lesen:
    Stadt Grebenau hätte Einvernehmen verweigern können.
    Hier wird klargestellt, dass Herr Wicke nicht billig dem Kreis die Schuld geben, sein Versagen zu schustern kann, sondern von den legitimen Möglichkeiten einer Kommune, so etwas zu verhindern, keinerlei Gebrauch gemacht hat. Man hat sich wohl bereits als großer Player für die Ansiedlung von neuem Gewerbe gesehen, aber nicht damit gerechnet, dass dies die wahlberechtigten Bürger durchaus sehr kritisch sehen.
    Eines wird aber klar/ sollte aber nun klar werden:
    Mit der Darstellung/ Aussage von Herr Wicke, die Stadt hätte hier wenig ausrichten können, erfolgt doch offensichtlich bewusste Täuschung der Öffentlichkeit, um kurz vor der Wahl Schadensbegrenzung für das eigene Versagen, für sich und die Seinen zu betreiben:
    Ich/wir sind wie immer unschuldig. Die anderen waren es!
    Aber mit der schönen Klarstellung von Herr Mischak und diese kommt nun nachweislich und definitiv nicht von mir, ist der Versuch des Herr Wicke, erneut zu tricksen schmerzlich gegen die Wand gelaufen. Das sollte nun jedem Außenstehenden klar geworden sein, was durchaus am Sonntag in die Entscheidungen beim Ankreuzen einfließen könnte/ sollte/ wird etc. Man wird sehen.

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    1. Sehr geehrter Herr Merle,
      es ist überaus spannend das sie, als SPD-Kandidat, sich Herrn Dr. Mischaks Äußerungen bedienen müssen. Da sie selbst im Öffentlichendienst arbeiten, müssten ihnen doch sicher Begrifflichkeiten aus dem Verwaltungsrecht geläufig sein. Es ist völlig unerheblich ob die Stadt Grebenau im Zusammenhang mit einem Bauantrag das Benehmen oder Einvernehmen erteilt oder verweigert. Rechtsrahmen ist der rechtskräftig festgestellte Bebauungsplan, entsprechend diesem entscheidet das Kreisbauamt. Die Anhörung der Stadt stellt in diesem Zusammenhang lediglich eine Formalie dar, die nicht ausschlaggebend für die letztendliche Entscheidung des Kreisbauamtes ist.
      Die Stadt kann ihre Planungshoheit ausschließlich vorher ausüben.
      In Anbetracht der Tatsache, das die erwähnten örtliche Einzelhändler bereits vorgeschrittenen Alters sind und Nachfolger keine bekannt sind , ist eine neue Einkaufsmöglichkeit für unsere Stadt vielleicht auch nicht die schlechteste Chance für unsere Stadt.
      Die Kunden die bereits jetzt den bestehenden örtlichen Einzelhandel unterstützen werden dies sicher auch künftig tun.
      Sie oder ihre werte Frau Gemahlin habe ich im Übrigen äußerst selten in den örtlichen Geschäften gesehen !

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    2. Warum sollte man das Einvernehmen für etwas verweigern, was die Gemeinde weiterbringt? Die Märkte von Fa. Köhler und Schäfer haben keine Nachfolge. Dann brauchen wir Ersatzangebote. Außerdem würde ein Supermarkt viele nach Grebenau ziehen bzw. im Gründchen halten, die aktuell für Ihren Einkauf nach Alsfeld oder Lauterbach fahren. Und Arbeitsplätze gibts noch obendrauf. Meine Empfehlung: Mehr Chancen nutzen anstatt sich mit übertriebene pessimistischen Risikoeinschätzungen zu lähmen und noch mehr zum strukturellen und wirtschaftlichen Notstandsgebiet zu werden!

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  3. In einem ausgewiesenen (also rechtskräftig genehmigten) Baugebiet kann jeder im Rahmen der festgesetzten Bedingungen bauen – egal ob privat oder gewerblich. Ich bezweifle das die Stadtverordnetenversammlung, geschweige denn der Magistrat, dies verhindern kann – außer die Stadt wäre Eigentümer der Flächen und würde nicht verkaufen. Netto hat bislang lediglich ein Bauinteresse bekundetet – ich habe noch keinen Markt stehen sehen oder Baumaschinen rollen. Am Ende entscheiden die Kunden wo sie einkaufen gehen und sonst kein anderer. Es liegt also an jedem Bürger selbst was in einer Stadt / Gemeinde an Einzelhändlern erhalten bleibt ! Ich persönlich sehe unsere Stadt auf einem sehr guten Weg seit Amtsantritt von Herrn Bgm. Wicke und auch im besonderen im Engagement der CDU in unserem schönen Gründchen.

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  4. lieber d/m/w/ „Machtkampf zu zweit“,

    die Argumentation von ihnen bin ich eher von der SPD 70-ziger gewohnt. Haben sie denn die Partei gewechselt?
    Da hat der Herr Merle mit seinem Kommentar doch einen empfindlichen „Nerv“ der Freien Wähler getroffen. Recht so!

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  5. Ich weiß gar nicht wo das Problem liegt!? Die Ansiedlung eines Supermarkts in der Gemeinde Grebenau ist ein Meilenstein in der Versorgungssicherheit und Attraktivität im Gründchen. Und selbst wenn die Supermarktkette weiterzieht, kann ein solches Gebäude weiter und/oder von anderen Betreibern genutzt werden. Die Einstellung der SPD hierzu ist rückwärtsgewandt und schädlich für den Standort Grebenau und das Gründchen.
    Und auch die Entscheidung des RMV den Ortsteil Schwarz nicht mehr anzufahren hätte keine SPD und keine Gemeindevertretung verhindern können! Das hier zu suggerieren ist scheinheilig.
    Die ein oder andere Partei sollte sich im Wahlkampf lieber mit realistischen, konstruktiven und zeitgemäßen Vorschlägen präsentieren, anstatt Ideologien zu vertreten und sich damit zu beschäftigen die aktuellen Amtsträger schlechtzureden. Mir entlockt man mit diesem Verhalten KEINE Stimme.

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    1. Ergänzung:
      Die momentan vorhandenen Lebensmittelläden werden aufgrund fehlender Nachfolge ohnehin mittelfristig Geschichte sein!

      Die evtl. in einem Supermarkt integrierte Fleischtheke (Metzger), Bäcker oder Blumenhändler kommen oftmals aus der Region. Das heißt, dass es den ortsansässigen Betrieben durchaus freisteht hier mit der Supermarktkette in Verhandlung zu treten.

      Mir scheint hier fehlt es der SPD gehörig an unternehmerischem Denken.
      Natürlich ist es für die ansässigen Betriebe erst einmal bequemer, wenn alles so bleibt wie es ist. Aber das ist Politik für einige Wenige!
      Der Supermarkt ist ein Vorteil für die deutliche Mehrheit.

      Und auch dieser sorgt für Arbeitsplätze, die im Gründchen sehr rar sind.

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  6. Na Herr Merle,
    wenn sie sich hier mal kein Eigentor geschossen haben. Das erste Mal dabei und dann gleich so über andere herziehen.
    So gewinnt man sicherlich keine Wähler.
    Das ist einfach nur Kindergarten.

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    1. Herr Merle, wie schön könnte das Leben sein. Jetzt versuchen Sie sich in der Politik. Scheint wohl der letzte Klimmzug im Dorf zu sein. Alles andere ist ja gescheitert. Das verdient Respekt.
      Erst Mitgründer der Grünen und jetzt bei den Sozis. Sie scheinen Herausforderungen zu lieben, nein zu brauchen.

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  7. Vor einem Netto-Markt brauch sich keiner zu verstecken von den kleinen Läden. Die Qualität lässt dort sehr zu wünschen übrig

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  8. Es ist eine grosse schweinerei was hier der Bürgermeister und seine hifis fabriezieren. An statt die kleinen zu helfen bzw zu unterstützen wird ein Discounter nach grebenau geholt der die Preise drückt und die kleinen fertig macht. Und wenn er genug hat eine leere bauruine der Stadt hinterläßt.

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    1. Ich komme aus einer anderen Gemeinde im Vogelsberg und kenne die Verhältnisse in Grebenau nicht genau.

      Leider muss ich aber feststellen, dass Vorort in den kleinen Geschäften immer nur noch das gekauft wird, was gerade fehlt. Der Großeinkauf wird in Alsfeld und Lauterbach gemacht. Und warum ? wg. den paar Euros die man spart.

      In zahlreichen Gemeinden im Vogelsbergkreis sind daher in den vergangenen Jahren die genannten kleinen Geschäfte zugemacht worden.

      Hätten alle Vorort gekauft und damit auch die Umwelt geschont, Sprit und CO2 gespart, und die Geschäfte Vorort unterstützt, wäre es nicht so weit gekommen.

      Die Realität sieht leider anders aus. Das liegt an uns Menschen, die ihr Kaufverhalten nicht ändern, und an unserer Bequemlichkeit.

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    2. Aber mach was dran. Der Bgm. mit seinem Gehilfen von der CDU und der Kreis mit seinen Wirtschaftsdezernenten (CDU) sitzen hier einem Boot.
      Also mach was dran, nächsten Sonntag ist übrigens Wahl

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  9. Und Ihr Sozis. Was stellt ihr in Frage? Warum sollte man euch im Gründchen wählen? Weil der Bgm. nicht informiert hat. Euer Bericht ist das Blatt Papier nicht wert. Populismus halt.

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  10. Die Grebenauer Freien Wähler und ihr kleiner Partner, die „c d u“ Gründchen mit ihren Kümmerern Wicke und Heddrich zeigen mit der Ansiedlung eines Netto-Marktes in Grebenau ihr wahres Gesicht und wie es ihrer Förderung der „ländlichen Region“ und dem Erhalt der Arbeitsplätze bestellt ist!
    Erst schließen die Grebenauer Einzelhändler und verabschiedet sich Netto und die Bürger kucken in die Röhre. Ganz prima.
    Eigentlich sollte das erst nach der Wahl „rauskommen“. Eben dumm gelaufen für die Kümmerer.

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    1. Erstmal schafft der neue Supermarkt Arbeitsplätze und die Versorgung der Menschen wird günstiger.

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  11. Ein wirklich aktueller Beweis wie der amtierende Bürgermeister Wicke und seine ihn stützenden Kräfte von FWG und CDU, mit gerade von ihnen immer wieder regelrecht zelebrierten Tugenden wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Kollegialität, Vertrauen, im täglichen politischen Leben umgehen. Nur zu dumm, dass so etwas jetzt gerade noch vor der Wahl rauskommt. Man darf gespannt sein, wie sich Herr Wicke und seine Mannen nun wieder winden werden, dies zu relativieren: Es sei ja alles nicht so, nur ein Plan- Gedankenspiel, es sei nichts beschlossen, da kann noch alles möglich sein, und wenn sie Fragen haben rufen sie mich an (ein mittlerweile Standartsatz des Herr Wicke im amtl. Mitteilungsblatt von Grebenau, welches er ausschließlich zum Selbstzweck nutzt)
    Und in der Presse verkündet Herr Wicke auch noch, es sei doch gut. Man mache sich halt Gedanken über die Versorgung der Bevölkerung.
    Das einzige was gut ist, ist die Tatsache, dass die hier ansässigen vorhanden Geschäfte wie Lebensmittelläden, Apotheke, Metzgerei, Bäckerei, Gärtnerei etc., sich durch ihr Engagement und ihren Fleiß seit Jahren den Hintern aufreißen, um uns mit Waren des tägliche Gebrauchs zu versorgen. Dabei müssen sie sich bzgl. Preisleistungsverhältnis im Vergleich z.B. mit Alsfeld nicht verstecken. Diese Geschäfte gibt hier seit Jahrzehnten, sie identifizieren sich mit unserer Bevölkerung, weil sie selbst ein Teil davon sind.
    Netto, Lidl, Penny, Aldi etc. gibt es genug im Umland und denen ist es
    völlig egal wo wir morgen einkaufen. Die machen zu wie sie lustig sind und dann fahren wir nur noch nach Alsfeld und Lauterbach. Die vorgenannten Geschäfte sind zu und diese Infrastruktur ist unwiederbringlich kaputt. Man sieht doch aus der Vergangenheit wie negativ solche Märkte im benachbarten Alsfeld und Lauterbach die Innenstadtgeschäfte wegrationalisiert haben und wie schwierig es dann ist, dort wieder etwas anzusiedeln.
    Das Gebot der Stunde muss sein, unsere vorh. Geschäfte dauerhaft zu fördern, damit sie uns noch lange erhalten bleiben.
    Bürgermeister Wicke und seine FWG und CDU leisten mit ihrer Verfolgung zur Realisierung eines solchen Marktes, einen aktiven Beitrag zu Vernichtung unserer noch vorhandenen und funktionierenden Geschäftsstrukturen. So etwas darf nicht zu gelassen werden.

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    1. Herr Merle, ich bin mal gespannt wie lange ihr Artikel noch zu sehen ist.
      Die Redakteure von „OL“ haben doch die Personalnummer auf der Schuhsohle.

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    2. Lieber Herr Merle.

      Nur weil sie einen Menschen persönlich nicht leiden können, kann man nicht die politische Ebene nutzen um ihn niederzumachen.
      Und dass sie dazu von der SPD noch aufgenommen wurden, alles sehr fragwürdig von der SPD.

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  12. Das Vorgehen des Bürgermeisters ist inakzeptabel. Er sollte den bestehenden Einzelhandel stärken und nicht hinrichten. Da gibt es nur eines: Eine gehörige Wahlklatsche!!!!

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  13. Na und ? Besser als auf der Felge gekaut oder für 1,50 € pro Liter Benzin die Lebensmittel in sommerlicher Hitze durch den Vogelsberg gekarrt.
    Es gibt genug ( zuviel ) Arme hier, die haben nicht Mal ein Auto !

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