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Freie Wähler im Gespräch mit dem SportkreisWissen, Wünsche und Fragen zum Sportgeschehen im Vogelsberg

VOGELSBERG (ol). Auf Einladung des Sportkreises Vogelsberg tauschten Vertreter des Sportkreises und der Vogelsberger Freien Wähler in einer Videokonferenz Wissen, Wünsche und aktuell drängende Fragestellungen zum Sportgeschehen im Vogelsbergkreis aus.

Sportkreisvorstand Werner Eifert sowie die Vorstandsmitglieder Astrid Staubach und Erwin Mengel, Wilfried Ochs und Günther Stiebig machten laut Pressemitteilung der Freien Wähler deutlich, „wo der Schuh drückt“. Wichtige Grundlage seien die in dem jetzt erstellten Sportentwicklungsplan für den Vogelsbergkreis formulierten 14 Leitziele.

„Man wünscht sich eine Sportkommission aus Vertretern der Vereine und der Politik zurück, um eine bessere Verzahnung der Entscheidungsebenen zu ermöglichen“, schreiben die Freien Wähler. Lars Wicke und Friedel Kopp machten deutlich, dass ein solches Gremium, installiert als Kommission oder Beirat, personell nicht aufgebläht werden darf, um arbeitsfähig zu sein. Eine Höchstzahl von maximal zwölf Personen sollte demnach nicht überschritten werden. Winfried Ochs habe hierzu erläutert, dass seitens der Politik nicht mehr als vier Vertreter notwendig seien, um Kommission oder Beirat arbeitsfähig zu gestalten.

Notwendig sei zudem die Installation eines Sportkoordinators, der, so Kopp, eher beim Sportkreis als bei der Kreisverwaltung angesiedelt sein sollte, um eine „Verwässerung seines Aufgabenbereiches“ zu vermeiden. Da der Vorstand des Sportkreises selbst über keine finanziellen Mittel verfüge, müsste die Finanzierung einer Koordinatorenstelle neben einer zweijährigen Anschubfinanzierung durch das Land über Mittel des Kreises erfolgen. Angesichts der Tatsache, dass der Sportkreis knapp 230 Vogelsberger Vereine mit gut 48.000 Mitgliedern betreut, informiert und anhört, wäre dies laut Freien Wählern ein längst überfälliger Schritt.

Erwin Mengel wies auf die Bedeutung des Sports für die Wahrnehmung des Vogelsberges als Ganzes über die Kreisgrenzen hinaus hin und machte deutlich, dass auch hier Spitzensport geboten wird, welcher, öffentlichkeitswirksam vermarktet, Besucher und Interessierte in die Region lockt und dem Tourismus einen zusätzlichen Schub geben kann. Astrid Staubach wiederum erwartet angesichts der „nachweislich zunehmenden Trägheit unserer Gesellschaft“ in Corona-Zeiten die zügige schrittweise Öffnung der Sportanlagen für den Vogelsberger Sport.

Aufstockung der Fördermittel sei zu begrüßen

In einem weiteren zentralen Punkt, angesprochen von Dieter Welker, erläuterte Günther Stiebig, dass der Mangel an qualifizierten Übungsleitern, die Entwicklung in den Vereinen sowie die notwendige Jugendförderung hemme. Hier müsse der Kreis ein besseres Angebot machen. Die Aufstockung der Fördermittel von acht Euro pro Jugendlicher sei zu begrüßen, dies nütze allerdings wenig, wenn es an Übungsleitern fehle. Als mögliches Signal zur Förderung der Bereitschaft, ein Ehrenamt im Verein aktiv zu begleiten, sehe Stiebig in der Aufwertung der Ehrenamts-Card. Diese sollte mit mehr Substanz hinterlegt sein.

Lothar Bott und Heinz Geißel erläuterten im Gespräch die Initiativen im Raum Gemünden und Homberg Ohm, die Kooperation von Schule und Vereinen betreffend, sowie die Fördermaßnahmen des Kreises für Schulen und Vereine. Friedel Kopp machte in diesem Zusammenhang auf die „unschöne Praxis des Landes Hessen“ aufmerksam, dem „Sport in Hessen“ per Volksentscheid Verfassungsrang eingeräumt zu haben, die Förderung allerdings nach wie vor als Freiwillige Leistung und nicht als Pflichtaufgabe einordne – „ein formaler Fehler mit weitreichenden Folgen für die Vereine und ihren ehrenamtlichen Helfer.“

Alle Teilnehmer beklagen laut Pressemitteilung die massiven Einschränkungen in der Corona-Zeit, die befürchten lassen, dass Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene für künftiges Engagement und aktives Mitwirken in den Vereinen verloren gehen. Die Gesprächsrunde schloss mit dem Vorsatz, sich künftig nicht nur vor Wahlen besser auszutauschen, sondern mehrmals innerhalb einer Vorstands- beziehungsweise Legislaturperiode.