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Schöner Ausblick fordert Transparenz der Erträge und neue Radwege für StadtteileWie viel Strom wird tatsächlich produziert?

ALSFELD (ol). Die  Kommunalwahl ist Anlass für den windkraftkritischen Verein Schöner Ausblick für zwei Forderungen: Die Alsfelder Politik möge bei den Erträgen der Windkraftanlagen Transparenz schaffen, und Feldwege zwischen den Stadtteilen sollen als Radwege hergerichtet werden.

Es sei ein altbekanntes Ritual, heißt es in einer Pressemitteilung von Schöner Ausblick, dass die Projektierer in der Projektierungs- und Antragsphase von Windindustrieparks  „vollmundige Versprechungen“ bezüglich der zu erwartenden Energielieferungen in den Raum stellten. Die Windindustrieanlagen brächen aber zwangsläufig gewaltige Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild mit sich.

„Glaubwürdigkeit unter Beweis  stellen“

Nur allein für den  Windpark in der Elbenröder Dick war die Rodung von 13 Hektar Wald erforderlich. Zum Vergleich: im Dannenröder Forst wurden für den A49-Bau 27 Hektar gerodet. Angesichts solcher Eingriffe und Belastungen fordert Schöner Ausblick für den tatsächlichen Betrieb der auf dem Gebiet der Stadt Alsfeld errichteten Anlagen  Transparenz gegenüber den Bürgern: „Es ist im Interesse von uns allen, zu erfahren, welche Energiemengen tatsächlich ins Netz eingespeist werden, welche Vergütungen erfolgten und wie sich diese Zahlen im Vergleich zu den vorherigen Versprechungen verhalten. Wenn die Anlagen tatsächlich das halten, was die Projektierer ankündigen, müssten ja auch diese ein Interesse daran haben, die Glaubwürdigkeit ihrer Versprechungen unter Beweis zu stellen“, sagt die Vorsitzende Dr. Sachiko Scheuing.

Neue Radwege zwischen den Stadtteilen

Eine „möglichst optimierte Mobilität im Nahraum der Stadt Alsfeld und ihrer Stadtteile“ ist Gegenstand der zweiten Forderung. „Die Menschen in den Stadtteilen sind angesichts der unzureichenden ÖPNV-Angebote auf den Pkw angewiesen, um von Stadtteil zu Stadtteil oder in die Kernstadt zu gelangen“, sagt die Vorsitzende. Viele Erwachsene und Jugendliche wollen aber ökologisch sinnvoll mit dem Fahrrad mobil und dabei unabhängig sein. Hierfür brauche es zumindest einige ausgesuchte fahrradtaugliche Feldwege, die so hergerichtet werden, dass sie auch bei Regenphasen mit dem Mountainbike befahrbar bleiben.

Kleine Einkäufe mit dem Fahrrad

Diese bereits vorhandenen Wege lassen sich heute durch innovative Techniken bereits ohne Teerdecke so verdichten, dass sie mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand diese Eignung erbringen. Quartalsweise Wartungen der Wege sollten die Tauglichkeit dann erhalten. Beispielsweise könnten Elbenrod, Hattendorf-Afterode/Krausenberg so an Eudorf angebunden werden. Viele Bürger wären hierüber sehr glücklich: Kleine Einkäufe wären ebenso mit dem Rad möglich wie Ausflüge, Freizeitbegegnungen, gemeinsames Spielen und Treffen von Jugendlichen, und sicher würde auch der eine oder andere Pendler das Fahrrad als Alternative zum Auto entdecken!“, ist sich Dr. Scheuing sehr sicher.

„Weniger Pkws auf den Straßen und weniger Abgase, und dennoch mehr Lebensqualität, mehr Bewegung und mehr Miteinander der Menschen, sobald es coronabedingt wieder geht – wäre das nicht für alle Parteien im Bereich der Stadt Alsfeld erstrebenswert?“