Gesellschaft6

+++Viele Eindrücke in Bildern+++Aktivist steckt Arm in Lock-On+++Demo nahe Wohngebiet+++Protest gegen Rodung geht weiter: Sitzblockade aufgelöst, Aktivisten besetzen Bäume

REGION (ls/sd/kd). Tag 15 der Rodungsarbeiten um den Weiterbau der A49 hat begonnen – wieder mit Fokus auf dem Herrenwald bei Stadtallendorf. Wieder besetzen einzelne Aktivisten die Bäume, eine Sitzblockade am Boden wurde bereits aufgelöst. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, schallt es durch den Wald. An einer anderen Stelle hatte ein Aktivist seinen Arm in eine Lock-On Vorrichtung gesteckt. Verfolgen Sie hier die Ereignisse des Tages.

Über zwei Wochen nach Beginn der Rodungen für den Weiterbau der A49 geht es auch an diesem Donnerstag wieder weiter: Weiterhin wird im Herrenwald gerodet – und weiterhin gibt es Protest durch die Umwelt- und Klimaaktivisten, die den Wald gegen die Rodung verteidigen wollen.

Es sind Sprüche wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ oder aber „Überall Polizei, nirgendwo Gerechtigkeit“, die an diese frühen Morgen von den Bäumen durch den Herrenwald schallen. Das Gebiet ist zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Polizei abgesperrt, es soll weiter gerodet werden, doch in den Bäumen haben sich Aktivisten positioniert – wieder muss geräumt werden.

Wiederhaben sich Aktivisten in den Bäumen platziert. Foto: sd

Während sich die Spezialkräfte der Polizei fertig machen und die Hebebühe in den Wald gerollt kommt, hat sich auf einem Waldweg in der Nähe, eine Sitzblockade am Boden gebildet, die unterdessen von den Einsatzkräften geräumt wird. Nach Schätzungen von OL-Reportern vor Ort handelt es sich um etwa 20 bis 25 Menschen, die in der Sitzblockade am Boden sind.

Auch am Mittwoch hatte es im Waldgebiet Proteste gegeben. Etwa 30 Aktivisten waren in den Gefahrenbereich eingedrungen, wodurch die Rodungsarbeiten eingestellt werden mussten. Die Polizei erklärt, dass drei Personen auf einen Harvester geklettert seien und hätten dabei einen Sachschaden verursacht, allerdings hätten sie das Fahrzeug auch freiwillige nach der Aufforderung der Polizei wieder verlassen.

Zwei Personen mussten durch ein Höheninterventionsteam aus Bäumen nach unten geholt werden. Alle Personen wurden von der Polizei, teilweise auch mit körperlicher Gewalt, aus dem abgesperrten Bereich herausgebracht. Im südlichen Teil des Herrenwaldes sind die Beamten dann auf „gefährliche Gegenstände“ gestoßen, wie sie bekannt geben. Gefunden hätten die Einsatzkräfte dort eine Axt, ein Messer, Knallkörper und Feuerwerk. Die Gegenstände seien sichergestellt worden, die Ermittlungen hinsichtlich Herkunft und Absicht der Verwendung dauern an.

Die Hebebühne im Herrenwald. Foto: sd

Ungefähr 16 Aktivisten waren es dann am Donnerstagvormittag, die die Bäume besetzten – zu diesem Zeitpunkt waren allerdings bereits die ersten Aktivisten durch die Polizei wieder auf den Boden geholt worden. Nach und nach wollen die Aktivisten im weiteren Verlauf von den Bäumen geholt werden. Dabei sitzen die Aktivisten auf verschiedenen Plattformen, liegen in Hängematten oder sind weiter oben in den Baumkronen.

Auch der Protest am Boden nahm neue Formen an: Ein Aktivist steckte seinen Arm in einer sogenannte Lock-On Vorrichtung, um den Wald zu verteidigen. Dabei handelt es sich um eine Metallröhre im Boden, an die man sich ankettet und die im Boden einbetoniert ist. Wie die Polizei-Sprecherin vor Ort bekannt gibt, hatte der Aktivist seinen Arm komplett in der Metallröhre im Boden stecken und konnte sich selbst daraus nicht mehr befreien. Die technischen Hilfskräfte der Polizei haben die Vorrichtung entfernt und die Kette geöffnet, um den Aktivisten daraus zu befreien. Laut Auskunft der Polizei blieb der Aktivist unverletzt, trug allerdings laut eigener Auskunft eine leichte Schwellung am Arm davon. Wie lange er seinen Arm in der Vorrichtung hatte, ist derzeit noch nicht geklärt.

In der Nähe eines Wohngebietes vor der Waldeinfahrt findet außerdem eine kleinere Demo statt. Dort sollen laut Aktivisten und OL-Reportern zwei der Aktivisten festgehalten werden. Rundherum haben sich weitere Aktivisten positioniert und fordern mit Gesang dazu auf, dass die beiden Menschen freigelassen werden.

In einer abschließenden Pressemitteilung teilt die Polizei mit, dass die heutigen Aktionen und Proteste größtenteils friedlich und gewaltfrei verliefen, machten aber dennoch darauf aufmerksam, dass sich die Waldbesetzer jedoch durch verschiedene Handlungen in große Gefahr brachten. Viele Aktivisten wurden aus den Gefahrenbereichen herausgebracht und ihnen ein Platzverweis ausgesprochen.

Weitere Eindrücke von Tag 15 der Rodungen im Herrenwald

6 Gedanken zu “Protest gegen Rodung geht weiter: Sitzblockade aufgelöst, Aktivisten besetzen Bäume

  1. Mein Vater ist seit 36 Jahren Forstwirt im und um dem Herrenwald. Er kam heute nach seiner Arbeit nicht nach Hause weil die tollen Aktivisten die Waldwege verbarrikadieren. Hört endlich auf die Menschen mit euren Aktionen zu nerven! Redet mit den Leuten warum sie für die Autobahn sind, macht euch ein Bild von der Region und kommt von eurem Radikalismus weg. Ja es ist nicht gut für die Umwelt aber ihr tut so als würde der gesamte Wald abgeholzt, so ist es nicht! Es wird Rücksicht genommen und an einer anderen Stelle wieder aufgeforstet. In Deutschland wachsen keine Mammutbäume, folglich wird jeder Baum irgendwann gefällt werden müssen oder er fällt von alleine um. Um dies alles beurteilen zu können gibt es Förster und Forstwirte die das beurteilen können. Also lernt diesen Beruf oder studiert um sich ein Urteil bilden zu können.
    Die Aktivisten tuen so als wäre nie etwas gegen den Ausbau getan worden. Seit Jahrzehnten wurde gegen den Lückenschluss geklagt, juristisch wurde alles probiert. Nun wo alle Klagen abgewiesen wurden könnt ihr gerne friedlich vor dem Wald demonstrieren, aber hört auf euch und andere in Gefahr zu bringen.

    108
    10
  2. Ich bin den Aktivisten extrem dankbar, dass sie so viel Ausdauer zeigen und immer wieder deutlich machen, dass unsere Zukunft von den Wäldern und nicht von den Autobahnen abhängig sind.
    Da Unterscheiden sie sich von den SPD Bonzen, die gestern in Kirtorf zu Hofe sassen und dem widerständigen Volk mitteilen liessen, dass die SPD mit mehr Autobahnen gegen den Klimanwandel kaempfen will.
    Warum sind die SPD Bonzen nicht in Dannenrod oder Maulbach gewesen und haben mal mit den Gegnern der A49 geredet?
    Sind die Bonzen sich zu fein, um mit normalen Menschen zu reden?

    32
    226
    1. Sowas machen nur Linke und lokale und Bundesgrüne um Stimmen zu erheischen. Im Gegensatz zu den Wackelgrünen und den unwählbaren Linken stehen die Sozen zu ihrer Auffassung. Ich bin den Journalisten dankbar, dass man nach Abtransport der kriminellen und Schnorrer mal sieht welch unglaubliche Mengen an Müll die in den Wald geschafft haben. Die Polizei hat höchstes Lob verdient absolut besonnen und ruhig die Leute aus den Bäumen zu holen selbst wenn sie von oben als Bullen beschimpft werden. Und diesen Leuten sei gesagt, es ist längst durchschaut mit welchen abenteuerlichen Fakenews sie die Polizei diskreditieren wollen, selbst dann noch wenn im Life Video genau zu sehen ist dass es nicht stimmt.
      Das einzige was die können ist protestieren, demonstrieren und auf das bedingungslose Grundeinkommen Warren das wir dann bezahlen sollen.

      113
      15
      1. Vogelsberger,
        genau die Sozen stehen zu ihrer Meinung und die Menschen in Homberg muessen mit einer Steigerung des Strassenverkehrs unm 212 Prozent leben.
        Warum setzen sich die Sozen nicht für diese Menschen ein und interessieren sich einen Dreck fuer deren Probleme durch den massiven Verkehrsanstieg.
        Warum werden die Leute in Homberg alleine gelassen und von Leuten wie dir auch noch verhoehnt?

        11
        74
  3. Die Luft ist raus, außer Selbst- und Fremdgefährdung haben unsere selbsternannten Aktivisten nichts zu bieten.

    Kein Baum ist es Wert Leben oder Gesundheit zu riskieren.

    Geht nach Hause, studiert Naturwissenschaften, dann könnt ihr wirklich was fürs Klima tun, als mit dem Abhängen im Wald.

    Die Polizei hat in den vergangenen Wochen eine professionelle und vorbildliche Arbeit gemacht. Danke dafür. Danke auch an die Waldarbeiter.

    209
    28

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.