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Geplanter Bau der A49 - Besetzer kritisieren Sicherheitsdienst, Deges prangert Feuerstellen anStreit um Brandschutz und Security im Dannenröder Wald

DANNENROD (jal). Die Deges, die den Bau der A49 koordiniert, hat die Besetzer im Dannenröder Wald aufgefordert, auf den Brandschutz zu achten. Die Firma setzte aufgrund mehrerer Zwischenfälle einen Sicherheitsdienst ein. Diesen bezeichnen die Besetzer aufgrund seiner Vergangenheit als Provokation. Der Brandschutz im Wald werde gewährleistet.

Der Sicherheitsdienst soll einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Freiherrlich Schenck`schen Forstamt in Schweinsberg zufolge unter anderem die Zufahrtswege in das Forstgebiet kontrollieren, schreibt die Deges. „Da es in jüngster Vergangenheit wiederholt zu Vorfällen im Wald kam, die den Forst und den forstwirtschaftlichen Betrieb gefährden, sind diese Maßnahmen notwendig. So wurden Wirtschaftswege im Bewirtschaftungsbereich des Forstamts teils erheblich beschädigt und Forsteinrichtung gestohlen. Vor allem aber kam es mehrfach zur Missachtung der Regeln zum Brandschutz, deren Einhaltung aufgrund der aktuell hohen Waldbrandgefahr von höchster Bedeutung ist. Auch wurde wiederholt die Erreichbarkeit der Rettungspunkte durch den Bau von Wegebarrikaden verhindert“, heißt es in der Erklärung.

Auf Nachfrage von OL wird die Deges in ihren Vorwürfen konkreter. „Der Deges liegen gesicherte Informationen beziehungsweise Berichte über Verstöße gegen die geltenden Brandschutzregeln wie auch Sachbeschädigungen und Diebstähle vor. Dazu zählen Lagerfeuer und ein Holzofen wie auch nicht genehmigte Photovoltaik-Anlagen“, teilt eine Sprecherin der Gesellschaft mit.

Weiter heißt es: „Es  waren und sind an verschiedenen Stellen Barrikaden auf den Wirtschaftswegen errichtet worden, die dem Forstbetrieb die Durchfahrt versperren und für den Fall eines Waldbrands die Einfahrt von Rettungskräften verhindern. Auch waren in der Vergangenheit Gräben in die Wirtschaftswege gezogen worden. Beschädigt und gestohlen wurden unter anderem Hochsitze.“ Gemeinsam appellieren die Deges und das Forstamt an die Besetzer, sich aus dem Wald zurückzuziehen und „unter allen Umständen die Regeln zur Vermeidung von Waldbränden einzuhalten sowie die Erreichbarkeit von Rettungspunkten nicht zu blockieren“.

Besetzer kritisieren Sicherheitsfirma als „gewollten Akt der Eskalation“

Die Besetzer veröffentlichten schon vor einigen Tagen ein Video auf Twitter, in dem sie den eingesetzten Wachdienst offenbar vor Ort filmten und ihn indirekt als Provokation bezeichneten. „Die Deges und die Schwarz \Grüne Landesregierung wollen eskalieren und heuern die selben Securitys ( mundt ) an die schon im #Hambi geprügelt haben. Komm in den #danni und hilf uns den Wald zu Verteidigen gegen die Interessen des Kapitals!“, hieß es in dem Tweet.

In einem Statement gegenüber OL unterstreichen die Aktivisten ihre Kritik. „Die Sicherheitsfirma Mundt ist bereits aus dem Hambacher Forst für gewalttätiges Verhalten bekannt. Dass die Deges diese Firma engagiert hat, ist eindeutig ein Einschüchterungsversuch.“ In einem weiteren Statement sprechen die Aktivisten von „einer gezielten Provokation“ und einem „gewollten Akt der Eskalation“.

Der WDR zitierte im Jahr 2015 nach Protesten gegen Kohleabbau bei Garzweiler einen Mitarbeiter der von den Aktivisten genannten Firma, welcher den Grund für Eskalationen damals auf der Seite der privaten und staatlichen Sicherheitskräfte sah. Nach seiner Darstellung hatten sich die Aktivisten weitgehend friedlich verhalten. „Die Gewalt ging eindeutig von der Polizei und dem Sicherheitsdienst aus“, heißt es in dem Bericht. Der Mitarbeiter sprach demnach von einer „euphorischen“ Stimmung seiner Kollegen vor und nach dem Einsatz. Manche von ihnen seien regelrecht darauf aus gewesen, „sich zu prügeln“.

Es habe sehr wohl auch gewaltsame Übergriffe von Aktivisten gegen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma gegeben, sagte der Energiekonzern RWE, der die Sicherheitsfirma engagiert hatte, dem WDR. Der Securitydienst kündigte damals eine interne Untersuchung an. Eine aktuelle Anfrage von OL, was bei dieser Untersuchung herauskam und ob daraus Konsequenzen für zukünftige Einsätze wie dem jetzigen bei der A49 gezogen worden sei, ließ das Unternehmen zunächst unbeantwortet.

Die Deges sagte auf Anfrage von OL, man habe den Bericht des Senders nicht gekannt, bevor man den Auftrag an die Firma vergeben habe. „Zum Zeitpunkt der Beauftragung der Sicherheitsfirma war uns der Beitrag im WDR nicht bekannt. Für den Auftrag im Dannenröder Wald gilt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sollen einen Beitrag zur Sicherheit im Wald leisten. Dabei ist das Personal des Dienstleisters entsprechend durch die Deges und den Freiherrlich Schenck’schen Forstbetrieb gebrieft.“ Dem Vernehmen nach sollen diese Briefings offenbar vermeiden, dass es im Dannenröder Wald seitens der Security zu Szenen kommt, wie sie im WDR-Beitrag beschrieben worden sind – auch, wenn man den konkreten Beitrag vorher nicht kannte.

Die Sprecherin der Gesellschaft versicherte in diesem Zusammenhang gegenüber OL: „Der Deges ist weder an Provokation noch an Eskalation gelegen.“ Man habe der Auswahl des Sicherheitsdiensts durch den Forstbetrieb zugestimmt und sei davon überzeugt, „dass aufgrund der jüngsten Entwicklungen vor Ort der Einsatz eines Sicherheitsdienstes notwendig ist, um den Dannenröder Wald – gerade in den Gebieten, die nicht auf der künftigen A 49-Trasse liegen, sondern an diese angrenzen – zu schützen.“

„Wir halten uns an die Bestimmungen des Waldbesitzers“

Die Vorwürfe bezügliches des Brandschutzes der Deges weisen die Besetzer zurück. „Die Erfahrungen im Hambacher Forst haben gezeigt, dass der Brandschutz als Vorwand für eine Räumung rangezogen wird. Offensichtlich wird dies erneut, diesmal von Seiten der Deges, versucht anzuführen. Der Brandschutz im Wald ist vorbildlich, ganz im Gegensatz zum Verhalten der Sicherheitsfirma Mundt. Mehrere Augenzeugen haben berichtet, wie Angestellte von Mundt Zigarettenstummel in den Wald geworfen haben“, heißt es von Seiten der Besetzer auf Anfrage von Oberhessen-live. Die Firma solle abgezogen werden, um „die Waldbrandgefahr unter Kontrolle zu halten“.

Auf die Frage, wie der Brandschutz in der Aktivistensiedlung geregelt sei, heißt es: „Wir halten uns an die Bestimmungen des Waldbesitzers. Es hängen Infoblätter aus, sodass sich alle Menschen informieren können: Kein offenes Feuer im Wald, Grillen sowieso nicht.“ Es bestehe „eine hohe Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im Wald bezüglich Feuer“.

Die Aktivisten sehen in der Waldbrandgefahr, die sie nicht bestreiten, ein Argument für und nicht gegen ihr Handeln: „Momentan erleben wir das dritte Dürrejahr in Folge, daher ist die Waldbrandgefahr auch erhöht. In einer solchen Zeit ist es mehr als bizarr, einen gesunden Mischwald, in dem sich ein Trinkwasserschutzgebiet befindet, zu zerstören.“

13 Gedanken zu “Streit um Brandschutz und Security im Dannenröder Wald

  1. Das ist ja so, wie wenn sich der Einbrecher über den zu lauten Wachhund beschwert. Schon skurril.

    Wenn an den Behauptungen überhaupt etwas dran sein sollte, dann ruft man die Polizei. Dumm nur, wenn man gerade gegen die Polizei Straftaten plant und seine Identität nicht preisgeben will. Wie wäre es denn damit, einfach das Gelände zu verlassen, welches Ihr rechtswidrig besetzt? Bitte auch den ganzen Müll mitnehmen.

    Diese Leute sind wirklich leicht zu durchschauen. Man braucht nur einen Vorwand, in diesem Fall ist das die Umwelt. Dann darf man Fallen stellen, Polizisten mit Kot und Urin überschütten, auf Polizisten und Wachdienst einprügeln, Steine werfen. Alles erlaubt dank der Expertise von Frau Schlemmer. Ist ja Notwehr.

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  2. Was da für ein Dreck in den ja so zu schützenden Wald gebracht wird. Holt diese „Berufschaoten“ endlich aus dem Wald. Wenn das eskaliert müssen alle zur Verantwortung gezogen werden auch die Neu-Vorort Ökos.
    Die A49 muss weitergebaut werden.Die Anlieger der B3 und A5 brauchen die Endlassung.

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  3. Kein Mensch mehr da der sich mit euch streiten will! Haben alle aufgegeben?
    Warum? Bleibt unter euch und macht weiter so.

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  4. Ich kann der Firma Mundt nur den Rat geben, sich da zu verdünnisieren! Im Hambi wurde von denen schon genug Unheil angerichtet!

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  5. Genau. Was fällt der schwarz-grünen Landesregierung überhaupt ein, die Situation so derart zu eskalieren?
    Wie man heute in den Printmedien nachlesen kann, bekommen diese friedlichen Waldbesetzer jetzt sogar tatkräftige und vor allem auch materielle Unterstützung von einem Bundestagsabgeordneten der Linken …

    Jetzt aber mal Spaß beiseite. Es wird immer unerträglicher mit anzusehen, wie der Staat hier zum Buhmann gemacht werden soll, um jedwedes Handeln dieser „Öko-Terroristen und Demo-Touristen“ (Danke Oskar Gaudl) zu rechtfertigen.

    Vielleicht hat es der eine oder andere schon vergessen:
    Die Linken geraten ja auch öfters mal ins Visier des Verfassungsschutzes.

    Ich kann nur hoffen, dass dieses Possenspiel demnächst ein Ende findet, wenn diese Typen endlich aus dem „Danni“ vertrieben werden …

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    1. Bezeichnend ist, dass der Artikel über die Unterstützung durch den Bundestagsabgeordneten der Linken gelöscht worden ist. Hat er seine Spendenabsicht etwa aufgegeben und ist auf den Pfad der Rechtstaatlichkeit zurückgekehrt ?

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  6. Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut, aber was hier abläuft, hat mit einer Demonstration nichts mehr zu tun. Warum läßt es unser Staat zu, dass sich hier irgendwelche Leute auf FREMDEN Grund einnisten und andere drangsalieren? Wäre es „Rechte“, hätte man sie schon längst entfernt.

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  7. Bei den Videos und Bildern der Aktivisten, gleich ob Instagram oder sonst wo, da fällt doch eines auf: So viel Plastik, Konserven, Dosen und Müll hat der Dannenröder Wald noch nicht gesehen.

    Dass nun auch noch wichtige Rettungswege zerstört und verbarrikadiert werden zeigt, dass es den Aktivisten längst nicht mehr um den Wald geht.

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    1. Die Autobahn wird nicht gebaut, egal wie laut du jammerst udn dich windest :))
      2000 Aktivisten aus der gesammten EU sidn auf dem Weg.

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      1. Super, finde ich toll – Je mehr Unterstützer, je besser! Dem Autobahnbau und dem Abholzen muß Einhalt geboten werden.

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      2. Hoffentlich haben die auch genug Desinfektionsmittel und selbstverständlich auch genug Geld und Masken mit um beim nach Hause „laufen“, andere nicht zu gefährden.

        Wie blöd muss man uns „normale“ Bürger eigentlich halten, dass wir uns Jahrein – Jahraus nach bestem Wissen und Gewissen, an Gesetze und Regeln halten.

        Dann kommen aus irgendwelchen Löchern „Pappnasen“ gekrochen und spielen sich als die Hüter der Natur auf.

        Jedes Baumhaus tötet seinen Baum, jede Zigarettenkippe vergiftet Trinkwasser, jeder „Waldbesetzer“ stört die Natur und zerstört Flora und Fauna, wobei die wenigsten von denen eigentlich wissen was das ist.

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  8. Ich bin es leid, ständig etwas über diese Personen, s.g. Waldbesetzer zu lesen. Diese der Demokratie und des Rechtsstaates entgegenwirkende Klientel, sollte erst einmal einen Grundkurs im Bereich GG der Bundesrepublik Deutschland besuchen.

    Selbst eine höchstrichterliche Entscheidung wird von diesem „Pack“, anders kann man diese s.g. „Öko-Terroristen“ und Demo-Touristen schon gar nicht bezeichnen, in Abrede gestellt. Mein Verständnis für die Belange der Sache ist 2-geteilt, zum Einen verstehe ich die ECHTEN Naturschützer bei ihrem Bestreben nach der Walderhaltung, andererseits aber auch die, durch den Verkehr genervten Anwohner.

    Aber trotz allem, sind und bleiben Waldbesetzer: Naturschänder und scheinheilige Versager, denn wer sich auf §§ beruft, aber Gerichtsentscheidungen, das Eigentum anderer nicht achtet, ist Kriminell.

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  9. Wie die Öffentlichkeit von den Aktivisten hinter’s Licht geführt wird, wird doch jeden Tag mehr und mehr ersichtlich.

    Erst geht es nur um die Rettung des Waldes – jetzt ist es ein politischer Klasenkampf gegen das kapitalistische System.

    Und nun? Na klar, die extra für den Brandschutz engagierte Firma wirft den ganzen Tag Zigarettenstummel in den Wald. Sonst hat man jeden Furz auf dem Handy gefilmt, aber hier fehlt natürlich Beweismaterial.

    Ich kann der Firma Mundt nur eine Empfehlung geben: Sofort Strafanzeige erstatten wegen StGb § 186 (Üble Nachrede) und § 187 (Verleumdung).

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