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Bürgermeister Stephan Paule verweist auf Bücking-Gelände als guten StandortHessische Lehrkräfteakademie zieht 2024 nach Alsfeld

ALSFELD (ol). In vier Jahren soll die Hessische Lehrkräfteakademie von Frankfurt nach Gießen und Alsfeld ziehen. In Alsfeld soll sie sich wohl einen Neubau mit der Polizei teilen. Darüber freut sich Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule  – und verweist aufs Bücking-Gelände als guten Standort.

Über diese Neuigkeit informierten Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und der Präsident der Lehrkräfteakademie (LA), Andreas Lenz, nach Gesprächen mit Vertretern der Dienststellenleitung, des Personalrats, der Frauenbeauftragten und der Schwerbehindertenvertretung. „Mit der heutigen Information von Beschäftigten und Öffentlichkeit wollen wir Transparenz und Planungssicherheit herstellen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an in den Prozess einbeziehen“, erklärte Lösel.

„Die Universitätsstadt Gießen liegt zentral in Hessen, ist sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto gut zu erreichen und als Sitz der zweitgrößten lehrerbildenden Hochschule in Hessen prädestinierter Standort für diese für die Schulverwaltung so wichtige Behörde“, sagte Lösel. Mit der Außenstelle Alsfeld wolle man ein Zeichen setzen für die Stärkung des Ländlichen Raums. So sehe es auch der Koalitionsvertrag von 2019 vor. Aufgrund der geplanten Neuunterbringung der Polizeistation Alsfeld und der Regionalen Kriminalinspektion Vogelsberg soll in diesem Zusammenhang die gemeinsame Unterbringung von Lehrkräfteakademie und Polizei unter Synergiegesichtspunkten geprüft werden.

Paule: Freude über Argumente für den Alsfelder Standort

Das freut vor allem Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, der bereits im September 2016 die Landesregierung wegen Behördenverlagerung angeschrieben und dabei auch die Lehrkräfteakademie ins Spiel gebracht hatte. „Nachdem landesweit ergebnisoffen geprüft wurde, wohin man geht, freue ich mich natürlich besonders darüber, dass die Argumente für den Standort Alsfeld schlagend sind“, erklärt Paule auf Rückfrage von Oberhessen-live. Er rechne damit, dass eine dreistellige Anzahl an Arbeitsplätzen nach Alsfeld verlagert werde – plus der angestrebten Erweiterung der Polizeistation im Zuge eines gemeinsamen Neubauprojektes.

Für einen möglichen Standort hat der Bürgermeister ebenfalls einen Vorschlag: Das ehemalige Bücking-Gelände. OL hatte bereits im Oktober 2019 über Spekulationen berichtet, wonach die neue Polizeiwache auf dem Bücking-Gelände entstehen könnte. „Ich halte das Gelände für sehr geeignet für einen solchen Standort. Ich denke auch, dass der Eigentümer bei den nun folgenden Ausschreibungen mit ins Rennen geht. Das Land tut gut daran, in solchen Grundstücks- und Bausachen den Weg der Ausschreibung zu gehen. Ob es am Ende wirklich „Bücking“ wird, wird man sehen. Ich könnte es mir gut vorstellen, weil hierdurch eine städtebauliche Leerstelle gefüllt würde“, sagte Paule.

Hauptsache sei allerdings, dass die Behörde in die Stadt Alsfeld kommt, welches Grundstück spiele für Paule nur eine untergeordnete Rolle. „Die Stadt wird als Trägerin der Planungshoheit das Vorhaben nach Kräften unterstützen – egal auf welches Grundstück die Wahl des Landes fällt“, sagte Paule.

Zwei Behördenbauten sollen errichtet werden

Als Anlass für den in vier Jahren anstehenden Umzug gibt das Kultusministerium den schlechten baulichen Zustand der jetzigen Frankfurter Immobilie an. Außerdem laufe der Mietvertrag aus. Daher sollen die bisher an den Standorten Frankfurt, Wiesbaden, Gießen und Kassel untergebrachten Dezernate und Sachgebiete ab August 2024 vollständig an den beiden neuen Standorten in Gießen und Alsfeld konzentriert werden. Die Zeit bis dahin soll dafür genutzt werden, nicht nur die Standorte zu finden und zwei moderne Behördenbauten zu errichten, sondern auch neue Arbeits- und Organisationsmodelle zu erörtern.

„Bei allen Unzulänglichkeiten, vor die uns die derzeitige Corona-Krise gestellt hat, haben wir in den hinter uns liegenden Monaten auch vielfältige Erfahrungen in den Bereichen Digitalisierung, Homeoffice und Telearbeit, aber auch mit Blick auf Arbeitszeitmodelle, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, sammeln können“, betonte der Präsident der Lehrkräfteakademie, Andreas Lenz. In einem intensiven Prozess, der die Verlagerung der Behörde begleiten wird, wolle man die Mitarbeiter von Beginn an mitnehmen und die neuen Standorte für alle Beschäftigten so attraktiv wie möglich machen.