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Vernissage zur Ausstellung "Ruheplätze" des Schmalfilm- und Fotoclub Alsfeld in der VR Bank in AlsfeldDie Vielfalt der Ruheplätze

ALSFELD (akr). Fotografieren ist mehr, als nur auf den Auslöser zu drücken, man öffnet seine Augen für Details, entdeckt die individuelle Schönheit, ganz egal um was für ein Motiv es sich dabei handelt – und das haben neun Mitglieder des Schmalfilm- und Fotoclubs Alsfeld in ihrer Ausstellung zum Thema „Ruheplätze“ wieder einmal bewiesen, indem sie die Gäste mit der Vielfalt der Ruheplätze begeisterten.

Es ist mittlerweile das 32. Mal, dass der Schmalfilm- und Fotoclub seine Werke ausstellt – und zum vierten Mal findet diese Ausstellung in der VR Bank Hessenland statt, „immer mit  interessanten Motiven und tollen Themen, nicht einfach nur geknipst, sondern wieder mit dem richtigen Blick“, lobte Vorstandsmitglied Werner Braun in seiner Begrüßungsrede.

Das Thema der 32. Ausstellung: Ruheplätze. „Es ist ein vielfältiger Begriff, das zeigen auch wieder die Motive“, betonte Braun, der vorab schon mal einen kurzen Blick auf die Ausstellung geworfen hat. „Bei manchen Motiven wusste ich sofort, warum es ausgewählt wurde, bei anderen musste ich zwei Mal hingucken“, schmunzelte er. Was ihm aber wieder einmal sofort aufgefallen ist, dass die Bilder nicht einfach nur schnell geknipst wurden, „man sieht das fotografische Können, das hinter den Werken steckt“, lobte Braun.

Vorstandsmitglied Werner Braun.

Ruhe und der Schmalfilm- und Fotoclub – zwei Sachen, die für Bürgermeister Stephan Paule nicht zusammenpassen, für ihn sei der Verein nämlich einer der umtriebigsten in der Stadt, das zeige auch die Ausstellung. „Heute können wir uns wieder ein Bild von der Vitalität und Tatkraft des Vereins machen“, freute sich der Rathauschef und betonte, dass sich Alsfeld glücklich schätzen könne, solch einen Verein zu haben, der das bildhafte Gedächtnis pflege und in Ehren halte.

Bevor sich die Gäste dann auch selbst vom Können der Fotografen überzeugen konnten, gab Detlef Gehrke, erster Vorsitzender des Vereins, eine kleine Einführung in die Ausstellung. Ruhen, Ruhepause, Ort der Erholung, Insel – das seien nur einige andere Begriffe für „Ruheplätze“, ein Thema, das zunächst gar nicht so leicht umzusetzen gewesen sei. Bei der Vorauswahl habe es nämlich zunächst erst so ausgesehen, als würden es nur Motive von Bänken werden.

Erster Vorsitzender Detlef Gehrke.

Wie also setzt man so ein Thema um? Fragte sich Gehrke. „Wichtig ist auf jeden Fall eine gute Sehkraft, um das Gesehene in ein ansprechendes Bild umzusetzen“, erklärte der Vorsitzende. Natürlich komme man bei diesem Thema an den Bänken nicht vorbei. „Man kann aber die Schönheit der Bank noch steigern, sie ins rechte Licht rücken“, lächelte er. Am Ende sind es aber nicht nur Fotografien von verschiedenen Bänken geworden. Im Gegenteil: die neun Aussteller hielten die unterschiedlichsten Interpretationen von Ruheplätzen mit ihrer Kamera fest. „Denken sie dran, die künstlerische Freiheit erlaubt von der Realität und bestimmten Normen abzuweichen“, erinnerte Gehrke und eröffnete die Ausstellung.

Das Stadtgeschehen einmal anders gesehen: Die Gäste der Ausstellung dürfen sich auch wieder über eine Kostprobe der Monatsschau Teil 2, mit Szenen aus Juli 64 bis Dezember 68, freuen.

Eine Bank am Norddeich, eine Ruhebank mit Meerblick, ein Steg am See, Strandkörbe oder eine Hängematte, mal mit Menschen, mal ohne, mal zu zweit, mal alleine, mal im Sommer, mal im Winter, mal drinnen, mal draußen, mal in Alsfeld mal im Ausland – jeder hat seine ganz eigene, individuelle Vorstellung von Ruheplätzen und das spiegelte sich auch in den Fotografien wieder. Man trifft aber auch auf Werke, die zunächst eher untypisch wirken, beispielsweise ein Käselager, ein Friedhof oder das Eisenbahnviadukt bei Eifa. Doch auch all das sind eben Orte der Ruhe, nur etwas anders interpretiert.

Die ausstellenden Fotografen: Andreas Ruhl, Brigitte Stoll, Detlef Gehrke, Friedhelm Stoll, Katja Wolf, Klaus Borsch, Peter Rössner, Ursula Gehrke und Wolfgang Kaschub.