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Online-Umfrage: Lohndrückerei und Urlaubskürzung bei Reinigungskräften ermitteln„Wie schlimm ist die Situation im Vogelsbergkreis?“

VOGELSBERGKREIS (ol). Das Votum von Reinigungskräften aus dem Vogelsbergkreis ist gefragt: Die 310 Gebäudereinigerinnen und Glasreiniger sollen bei einer bundesweiten Online-Umfrage mitmachen. „Ziel ist es, das Ausmaß von Lohndrückerei und Urlaubskürzung zu ermitteln. In der Branche geht es nämlich gerade hoch her: Viele Reinigungskräfte werden regelrecht dazu gedrängt, geänderte Arbeitsverträge zu unterschreiben“, sagt Doris Hammes von der IG BAU Mittelhessen.

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft hat die Umfrage gestartet, um „schwarze Schafe unter den Arbeitgebern gezielt zu orten“, heißt es in der Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Davon gebe es nämlich Tag für Tag mehr: Seit der Kündigung des Rahmentarifvertrages für das Gebäudereiniger-Handwerk durch die Arbeitgeber scheuten laut Pressemitteilung viele Unternehmen nicht davor zurück, ihren Beschäftigten die Arbeitsbedingungen neu zu diktieren.

„Die Reinigungskräfte bekommen deutlich weniger Lohn – schon dadurch, dass ihnen die Zuschläge bei Überstunden oder für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen teilweise komplett gestrichen werden. Und sie werden mit einem Minimum an Urlaubstagen abgespeist“, sagt die Vorsitzende des IG BAU-Bezirks Mittelhessen. Die Frage, die Doris Hammes dabei auf den Nägeln brennt: „Wie schlimm ist die Situation im Vogelsbergkreis?“ Sie appelliert daher an die Reinigungskräfte, beim Online-Check zur Arbeit in der Gebäudereinigung mitzumachen.

Gleichzeitig warnt die IG BAU heimische Reinigungskräfte davor, sich auf Änderungen im Arbeitsvertrag einzulassen. „Denn wer im Juli schon in der Branche gearbeitet hat, für den gelten die alten Bedingungen genau so auch weiter – von Zuschlägen für Überstunden und bei schwerer Arbeit bis zum Urlaub“, klärt Hammes auf. Der von den Arbeitgebern gekündigte Rahmentarifvertrag sei nämlich allgemeinverbindlich gewesen und wirke deshalb nach. Zudem setze die IG BAU alles daran, bei der nächsten Tarifverhandlungsrunde am 30. September den Arbeitgebern noch einmal deutlich zu machen, dass Sauberkeit ihren Preis habe. „Und dass man Tricksereien mit Arbeitsverträgen nicht macht – schon gar nicht bei Menschen, die ohnehin hart für ihr Geld arbeiten müssen“, so die IG BAU-Bezirksvorsitzende.


Ein Gedanke zu “„Wie schlimm ist die Situation im Vogelsbergkreis?“

  1. Willkommen in der neoliberalen Sklavenhalter-Gesellschaft. „Seit der Kündigung des Rahmentarifvertrages für das Gebäudereiniger-Handwerk durch die Arbeitgeber scheuten laut Pressemitteilung viele Unternehmen nicht davor zurück, ihren Beschäftigten die Arbeitsbedingungen neu zu diktieren.“ Und sie dabei auch noch zusätzlich zu bescheißen. Stichwort Allgemeinverbindlichkeit des Rahmentarifvertrags, dessen bei Aufkündigung bestehende Bedingungen nachwirken.
    Nach Millionen unbezahlter Überstunden in der Gastronomie nun Lohndrückerei und Urlaubskürzungen im Gebäudereinigerhandwerk. Da weiß man doch gleich, für wen die CDU-Sozen-Groko hier im Vogelsberg ein Paradies schaffen will: Ist schwarz und macht Määh!

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