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Mit großen Schritten in Richtung Hotel: Fotostrecke von früher bis ins JetztNeue Einblicke in die Raab’sche Villa

ALSFELD (ls). Schritt für Schritt geht es voran, oder eher: Strich für Strich, denn so langsam kommt in der Raab’schen Villa Farbe ins Spiel. So viel kann man jetzt schon verraten: es wird bunt, vor allem – wenn man an die alten Bilder im damals noch leerstehenden Gebäude blickt. In einer Fotostrecke zeigen wir den Vergleich: so sah es vor den Renovierungsarbeiten aus – und so sieht es jetzt aus.

1904 wurde die damalige Prunkvilla nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Den letzten Eindruck wie es im Inneren der Jugendstilvilla aussah, bekam die Öffentlichkeit allerdings zuletzt 1990, zum Tag der offenen Tür der Kulturdenkmäler. Wenige Jahre später sollten sich die Türen des leeren Hauses schließen – um erst im Sommer 2014 wieder geöffnet zu werden.

Vor rund fünf Jahren nämlich kauften das Unternehmer-Ehepaar Tanja und Ralf Bohn die Villa und das umliegende rund 9.300 Quadratmeter große Areal. 27 Räume gab es samt Kellergeschoss, doch zu Anfang wussten die neuen Eigentümer noch nicht, was aus dem alten Schmuckstück werden soll, jedenfalls erst einmal nicht. Zunächst stand einfach nur die Rettung vor dem Verfall an. Knapp zwei Jahre später wurde es dann bekannt: aus der Villa Raab wird ein Hotel – und daran wird seitdem gearbeitet.

Allzu lange ist es noch nicht her, als Oberhessen-live das letzte Mal auf der Baustelle rund um das neue Hotel am Mühlbachtal – rund um die Villa Raab – war. Das hatte natürlich einen Grund: geschossen wurden damals Bilder, ähnlich zu den aller ersten Bildern aus dem Inneren der Prunkvilla, die 2014 gemacht wurden. Genau das haben wir jetzt wiederholt. Zu sehen gibt es also die baulichen Veränderungen von 2014 zu November 2018 bis heute, Juli 2019.

Die Entwicklung im Bild

Klicken Sie auf die nachfolgenden Fotos oder die jeweiligen Zeitangaben, um den Baufortschritt zu entdecken.

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4 Gedanken zu “Neue Einblicke in die Raab’sche Villa

  1. Was für eine fundamental falsche Analyse der gegenwärtigen Situation: noch nie war ein Normalverdiener näher dran, auf dem Lande schönes Immobilieneigentum sein eigen zu nennen. Wenn es dafür selbst hier Vogelsbergkreis bei der aktuellen Wirtschafts- und Finanzierungssituation nicht reicht, reichte es früher, wo der Zins noch teuer war und Banken sich wählerisch gaben, schon lange nicht…

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    1. Das kann man heute sagen, wo es der breiten Masse nicht mehr am Notwendigsten fehlt. Zur Zeit ihrer Erbauung waren solche „Industriellen-Schlösser“ aber sicherlich eine Provokation. Und der Immobiliensektor bleibt ja, was die Einkommensschere zwischen Reich und Arm angeht, weiterhin eine kitzlige Angelegenheit. Der Wert des Immobilienbesitzes in günstiger Lage steigt durch die Decke und für die, die schon was haben und Sicherheiten bieten können, wird Bauen dank Jahrhundertzinstief zum billigen Vergnügen. Die Sparguthaben der Bevölkerung dagegen werden durch die Niedrigzinspolitik im EU-Raum aufgezehrt, so dass immer weniger Normalverdiener noch rentierliches Immobilieneigentum erwerben können. Ich bin wahrlich kein Neidhammel. Aber meine Freude wäre größer, wenn ich als Normalverdiener mich wenigstens an dem Schönen ergötzen könnte, das auf meinen eigenen Namen im Grundbuch eingetragen ist.

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    2. Natürlich sind die wiederhergestellten Räumlichkeiten der einstigen Prunkvilla „schön“ und vor allem sehr eindrucksvoll fotografisch dokumentiert. Und ohne Frage sind die Beseitigung eines Schandflecks und die Schaffung von Hotelkapazität an einem solchen exponierten Standort für den Tourismus in Alsfeld eine hervorragende Unterstützung. Aber ich muss dem Schreiber von „gedämpfte Freude“ Recht geben: Beim Thema Immobilien bleibt einem die spontane Begeisterung dann doch schnell im Halse stecken. Wenn z.B. in Großstädten ganze Stadtviertel luxussaniert und alte Mietskasernen oder Industriebrachen beseitigt werden, dann ist das auch „schön“. Aber dabei bleiben Menschen auf der Strecke, die sich die angestammten Wohnquartiere nun nicht mehr leisten können und aus ihrer Heimat, ihrer gewohnten sozialen Umgebung verdrängt werden. Und mit der Villa Raab leistet ein Unternehmer in gewisser Weise Wiedergutmachung dafür, dass er mit seinen Geschäftsaktivitäten zur Industrialisierung einer Naturlandschaft beiträgt. Ich hätte kein Problem damit, neben der Villa Raab zu wohnen. Dies gilt aber nicht für ein WKA der Firma Bohn an einem idyllischen Waldweg.
      Und auch das sollte man bedenken (vor allem die, die hier so eifrig „disliken“): Die Villa Raab ist kein Geschenk an die Alsfelder Bevölkerung, sondern das gemeine Volk darf auch mal über den Zaun gucken und sich ansehen, was der Privateigentümer voller Stolz präsentiert. Und die Wertsteigerung von Immobilien macht die ohnehin schon privilegierten Vermögenden immer noch reicher, während die Normalverdiener den Anschluss verlieren, weil sie immer mehr für die Miete ausgeben müssen und für eigenen Immobilienbesitz kein Eigenkapital mehr bilden können. Das sollte man ruhig mal im Hinterkopf bewegen, bevor man bejubelt, wie „schön“ und „sinnvoll“ andere ihr vieles Geld ausgeben.

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