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Das alles bringt die EU im Vogelsberg auf den WegSo viel Europa steckt im Vogelsberg

VOGELSBERG (ls). Dass der Vogelsberg mitten in Europa liegt, ist natürlich bekannt – aber das gilt auch im umgekehrten Sinne, denn ziemlich viel Europa steckt auch mitten im Vogelsberg. Vieles, was hier im Kreis geschieht, wird von der Europäischen Union mitbestimmt. Das alles bringt die EU im Vogelsberg auf den Weg.


Der Vogelsberg – wie natürlich ganz Deutschland auch – wählt am Sonntag ein neues EU-Parlament. Was aber bringt uns Europa im überhaupt?

Seit 62 Jahren setzt sich die Europäische Union für ihre Bürger ein. Sie sorgt für Wohlstand, schützt die grundlegenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rechte. Vor allem aber sorgt sie für Frieden. Viele, oft alltägliche Dinge, die man der EU zu verdanken hat, werden dabei oftmals vergessen. Sie setzt sich für die Recht von Verbrauchern ein, für Menschenrechte, für strenge Lebensmittel- und Umweltnormen.

Sie setzt sich dafür ein, dass, egal wo man sich innerhalb der EU befindet, man ohne Zusatzkosten telefonieren kann. Man durch Austauschprogramm wie Erasmus, in einem anderen Land studieren kann und Arbeitnehmer in der ganzen EU fair behandelt werden. Tagtäglich bringt die EU Menschen zusammen und hilft ihnen, über Landesgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Sie setzt sich für die Forschung ein, für die Landwirtschaft, für Mütter und Väter, für Unternehmer, Kinder, Lehrer und Jäger – und für viele mehr. Dennoch ist natürlich bei vielen noch Luft nach oben. Nur weil die EU in ein Gesetz involviert ist, ist es nicht von Anfang an perfekt.

Die Union setzt sich auch dafür ein, dass der Vogelsberg da steht, wo er jetzt steht – und das gelingt vor allem durch finanzielle EU-Förderungen, die die Region und deren Projekte unterstützen und sie attraktiv halten. 102.539.193, 88 Euro sind von 2014 bis 2018 aus den vier EU-Fördertöpfen in den Vogelsberg geflossen. Im Vergleich: nach Fulda, dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg immerhin die viert größte Summe aus ganz Hessen. Es scheint also schon auf den ersten Blick ziemlich viel Europa im Vogelsberg zu stecken.

Dorfbräuhaus aus Mitteln der EU

Aus den vier Fördertöpfen, dem EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) kam dabei 419.166,61 Euro, dem ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums) 12.284.399,40 Euro, dem EGFL (Europäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft) 88.841.299,14 Euro und aus dem ESF (Europäischer Sozialfonds) flossen 994.328,73 Euro. Aber wo genau ist Europa dann im Vogelsberg sichtbar?

Beispielsweise am ehemaligen Bauhaus im Wartenberger Ortsteil Landenhausen, wo aus Mitteln des Landwirtschaftsfonds unter dem Leader-Programm ein Dorfbräuhaus entstanden ist. Das angrenzende alte Feuerwehrhaus wurde dabei zum Gastraum umgebaut und fungiert seitdem als Treffpunkt mit selbstgebrautem Bier. „Es handelt sich hierbei um eine kleine Dorfbrauerei mit Ausschank und Biergarten, es werden auch kleine Brotzeiten angeboten. Von Zeit zu Zeit finden dort auch Braukurse statt“, wie Dr. Michael Horn, Pressesprecher der Hessischen Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, auf Anfrage mitteilt.

Auch der Landgasthof „Zur Post“ in Niedermoos profitierte und konnte durch die Förderungen Küche, Gastraum und Sanitärbereich sanieren. Aber auch die Wanderwege wie die Tour „Sagenhaftes Schächerbachtal“ bei Homberg Ohm, der Premiumwanderweg in Schotten-Eschenrod und der Baumkronenpfad und der Klettergartengarten auf dem Hoherodskopf profitierten von EU-Geldern. Besonders die Strukturfonds der EU erweisen sich also als wichtiger Förderer für die Region.

Für die Stadt Grebenau gab es aus dem Leader-Programm unter anderem eine Pilgerherberge, für Alsfeld den Ausbau des Wohnmobilstellplatzes, in Schlitz einige Kanuanlegestelle, in der Gemeinde Gemünden die Heinzemanntour, für Lauterbach die Wiesentour und in Lautertal die 7-Dörfer-Tour, die als Wanderweg alle sieben Dörfer der Gemeinde verbindet und schließt dazu die außenliegenden touristischen Highlights und Sehenswürdigkeiten ein.

Geld für Schulen

Der Europäische Sozialfonds (ESF) unterstützt im Zeitraum 2014 bis 2020 in Hessen 15 Programme zur Förderung des lebenslangen Lernens, zur besseren sozialen Inklusion, zur Bekämpfung von Armut sowie Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit. Die ESF-Mittel für Hessen betragen 172 Millionen Euro. Im Vogelsbergkreis wurden und werden mit den Geldern die qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule sowie die Bildungsberatung gefördert.

Das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen wird nicht nur mit Landes- und Bundesmitteln, sondern auch mit EU-Fördergeldern unterstützt – und dazu gibt es in den nächsten Jahren durchschnittlich etwa 27 Millionen Euro. Aus dem Vogelsbergkreis ist die Stadt Alsfeld im Programm vertreten.

Diverse Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis – darunter Schotten, Romrod oder Kirtorf – pflegen seit vielen Jahren Städtepartnerschaften und Verschwisterungen mit anderen Städten in Europa. Die Europäische Union unterstützt mit dem Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich diese Kooperationen – nicht nur ideell, sondern auch finanziell.

So konnten im Vogelsberg von 2014 bis 2019 allein im Leader-Programm des ELER insgesamt 52 kleinere und größere Projekte mit Hilfe der EU gefördert werden. Allein hier eine große, teils nicht sofort sichtbare Menge Europa, die sich über den ganzen Vogelsberg verstreut.

5 Gedanken zu “So viel Europa steckt im Vogelsberg

  1. Wie kann man sich „Fakten, Fakten, Fakten“ nennen und bringt dann in einem durchaus langem Text nicht ein einziges Faktum?

    Einmal mehr die schöne Geschichte von Selbst- und Fremdwahrnehmung ;-)

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    1. Also wirklich: „Ich sprang nur über Gräbelein und fand kein einzig Fäktelei, mäh, mäh!“ Mit solchen Kommentaren kann man sich nur selbst lächerlich machen. Wenn Sie in dem genannten Text, der Ihnen offensichtlich schon zu lang war, keine Fakten entdecken konnten, dann schalten Sie mal das Licht an. Im Zimmer. Oder in der eigenen Birne.

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    2. „Einmal mehr die schöne Geschichte von Selbst- und Fremdwahrnehmung ;-)“
      Nicht jeder, der gerade einen tollen psychologischen Begriff in seinen Wortschatz eingemeindet hat, sollte damit gleich einen Kommentar bestreiten. Hier stellt sich m.E. die Frage, ob Sie denn überhaupt wahrnehmungsfähig sind und die Realität zutreffend wiederspiegeln können. Es werden keine Fakten genannt? Ach, tatsächlich? Und was ist das hier?
      Faktum 1: Deutschland ist einer der wenigen Nettozahler-Staaten in der EU.
      Fakten-Check: http://www.bpb.de/wissen/P16RQL,0,0,Top_5_Nettozahler_und_Nettoempf%E4nger_der_EU.html
      Faktum 2: Nur etwa die Hälfte der eingezahlten Milliarden fließt über Subventionen und Fördergelder wieder zurück.
      Fakten-Check: https://www.wiwo.de/politik/europa/foerderpolitik-der-milliardenwahnsinn-mit-den-eu-subventionen/9412390.html
      Faktum 3: EU-Strukturen bieten den Dunkelmännern der Wirtschaft, korrupten Politikern usw. nahezu unbegrenzten Möglichkeiten zu Betrug und Selbstbereicherung
      Fakten-Check: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuerhinterziehung-kostet-die-eu-staaten-825-milliarden-euro-pro-jahr-studie-a-1249844.html
      Usw., usw.

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  2. Sollen wir uns jetzt freuen, das wir ein Teil des Geldes welches wir nach Brüssel bezahlen wieder zurückbekommen? Bitte nicht unterschlagen das Deutschland Nettozahler in die EU ist.

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    1. …und immer an den Wähler denken. Man tut das leider häufig, indem man „uns“ die unangenehmen Fakten weitgehend vorenthält. Dass Deutschland einer der wenigen Nettozahler-Staaten in der EU ist, kann auch Anlass zur Freude sein. Denn dies ist auch ein Indikator für den realen wirtschaftlichen Erfolg eines Landes und das Gewicht seiner Stimme unter den befreundeten Nationen. Aber man wird schon nachdenklich angesichts der Tatsache, dass nur etwa die Hälfte der eingezahlten Milliarden über Subventionen und Fördergelder wieder zurück fließt. Wäre der Vogelsberg eine boomende Agrarregion mit der entsprechenden Zahl von Großbetrieben, wären die Vorteile für die Region sicherlich auch erheblich. Da jedoch das Gegenteil der Fall ist, kommen in Vulkanistan nur Kleckerbeträge an.
      Noch weniger erfreulich ist die Tatsache, dass den europäischen Staatshaushalten durch die EU nicht nur horrende unproduktive Ausgaben entstehen, sondern dass die EU-Strukturen den Dunkelmännern der Wirtschaft, korrupten Politikern usw. nahezu unbegrenzten Möglichkeiten zu Betrug und Selbstbereicherung bieten.
      Das Gegenargument, man müsse die enormen Vorteile des Binnenmarktes für die Wirtschaft der Bundesrepublik gegenrechnen, ist leider nicht stichhaltig. Denn solche Vorteile könnte man auch mit ganz normalen Handelsverträgen erzielen, ohne sich damit ein teures Bürokratiemonster an den Hals zu holen.

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