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Nachfolger für die Räumlichkeiten bereits gefundenFamilienunternehmen Betten Mull schließt nach fast 90 Jahren

ALSFELD (akr/lme). 1931 eröffnete das heutige Betten Mull – damals noch unter dem Namen „Stein und Mull“ in Alsfeld seine Pforten. Nach fast 90 Jahren wird das Familienunternehmen voraussichtlich im Mai schließen. Doch es wird keinen Leerstand geben, zumindest nicht im Schnepfenhain 51. Ein Nachfolger für die Räumlichkeiten wurde bereits gefunden.


Bettdecken, Bettwäsche, Kopfkissen, Matratzen, Lattenroste und vieles mehr: Fast 90 Jahre lang fand man im Betten Mull in Alsfeld auf drei Etagen und rund 600 Quadratmetern alles, was man für einen erholsamen Schlaf braucht. Doch damit ist bald Schluss, das Geschäft wird schließen.

„Irgendwann ist es mal an der Zeit, einen Strich darunter zu ziehen“, sagt Peter Nagel, Geschäftsführer von Alsfelder Familienunternehmen Betten Mull. 1931 wurde es von seinem Großvater Hubertus Mull und einer Freundin unter den Namen „Stein und Mull“ gegründet, nach Hubertus Mulls Tod übernahmen im Jahre 1958 Peter Nagels Eltern Gerhard und Brunhilde Nagel das Geschäft. Seit über zehn Jahren ist Peter Nagel jetzt schon der Geschäftsführer.

Kein Leerstand – Nachfolger bereits gefunden

„Meine Eltern sind beide über 80, ich bin mittlerweile 60 und habe noch ein Geschäft in Gießen und wir haben einfach keine Nachfolger“, begründet Peter Nagel die Schließung. Der Internethandel spiele dabei aber keine Rolle. „Wir tun es rechtzeitig. Es gibt sogar schon ein Nachfolgekonzept“, erklärt er. Genaueres dürfe er aber nicht verraten. Nur so viel: Sehr vernünftige Menschen werden die Räumlichkeiten übernehmen, alles werde sich positiv weiter entwickeln werde. „Wir sind einfach froh, dass es nicht leer bleibt, dass es keine zugeklebten Fensterscheiben geben wird“, lächelt Nagel.

„Ich schließe das Geschäft mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärt der Geschäftsführer. Das weinende Auge, weil er im Geschäft quasi großgeworden ist und das lachende Auge, weil er, beziehungsweise das ganze Team, froh sei, eine Lösung gefunden zu haben, die allen gerecht werde. „Eine Mitarbeiterin geht jetzt sowieso in Rente, eine andere wird vom Nachfolger übernommen“, erklärt er. Nur für eine seiner Mitarbeiterinnen werde noch nach einer Lösung geschaut.

Der besagte Nachfolger solle voraussichtlich im Herbst diesen Jahres in den Räumlichkeiten eröffnen. Bis Mitte Mai dauere der aktuelle Räumungsverkauf noch an, Ende Mai wollen sie das Geschäft leer haben. „Über den Sommer soll es dann Umbauarbeiten geben, bevor dann im Herbst der neue Inhaber sein Geschäft eröffnet“, erklärt Nagel. Einen Teil der Bettwäsche aus dem aktuellen Sortiment würde der Nachfolger sogar in seinem Geschäft noch anbieten, denn auch ihm würde es unter anderem Bettwäsche zu kaufen geben, lächelt Nagel.

Doch bis es so weit ist, freue sich das gesamte Team auf einen ordentlichen Räumungsverkauf, und darauf, die Kundschaft wieder zu sehen. „Ein Geschäft zu führen hat auch immer soziale Aspekte, man kennt die Kunden, teilweise sogar schon sehr lange“, sagt Nagel und begrüßt liebevoll eine Kundin, die gerade zur Tür rein kommt. Noch bis Mai kann man im Schnepfenhain 51 alles kaufen, was man für einen erholsamen Schlaf braucht. Dann kann auch das Familienunternehmen langsam zur Ruhe kommen.