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Lokales Funknetz von Unitymedia dank PartnerschaftIn Alsfeld könnte es bald „smarter“ zugehen

ALSFELD (akr). Wenn es um die digitale Ausrichtung von Städten und Gemeinden geht, dürfen Begriffe wie Internet der Dinge, Smart City oder öffentliches WLAN nicht fehlen. Sie machen die Stadt von morgen in verschiedenen Anwendungsbereichen effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger, sei es im Bereich der Versorgungsinfrastruktur, der Mobilität oder der Energieversorgung. Gegenstände und Maschinen werden dabei immer mehr zum Teil des Internets und somit auch immer „smarter“. Auch in Alsfeld soll es bald „smarter“ zugehen, zumindest wurde jetzt die Grundlage geschaffen.


Bei smarten Dingen spielt der Einsatz von Sensorik eine entscheidende Rolle. Sensoren können Temperaturen messen, Standorte durchgeben, Luftqualität prüfen, Füllstände melden und vieles mehr. Doch für diese sogenannten IoT (Internet of Thing, Internet der Dinge) -Datenströme benötigt man auch das entsprechende Transportmedium – und das liefert Unitymedia, einer der führenden Kabelnetzbetreiber in Deutschland, jetzt in Alsfeld,

Alsfeld ist die erste Kommune in Hessen, die mit Unitymedia ein sogenanntes LoRa-Netzwerk (Long Range Wide Area Network) aufbaut. Dabei handelt es sich einfach ausgedrückt und übersetzt um ein Netzwerk, dass über lange Strecken hinweg funktioniert. Doch gleich vorab: Damit ist nicht der Ausbau von schnellem Internet gemeint.

Wirtschaftsförderer Uwe Eifert und Barbara Fecht von Unitymedia. Fotos: akr

Es dreht sich um die oben genannten Sensoren, die an ein Netz angebunden sind. Vergleichen könne man das mit W-LAN, nur dass es sehr weite, tiefe Wellen habe und auch dort funktioniere, wo eigentlich Funklöcher sind. LoRa ist ein offenes System, das es schon seit 2015 gibt und sich schon weltweit in über 90 Ländern etabliert hat. Die Sensoren benötigen keinen Strom und kein Internetanschluss – das sei das Schöne daran.

Smarte Gegenstände zuhause

Das lokale Funknetz zur Datenübertragung dient als Netzinfrastruktur für das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT). Es stelle quasi eine Ergänzung zu 5G dar. Mit dem Internet der Dinge ist ganz einfach die Vernetzung verschiedener alltäglicher Gegenstände gemeint, zum Beispiel ein lernfähiger Heizkörperthermostat. Dieser merkt sich die Heizgewohnheiten und kann dann selbstständig die Temperatur in der Wohnung regeln. Er merkt sich zum Beispiel, wenn jemand erst ab 17 Uhr heizt, weil er bis dahin an der Arbeit war. Das fällt dann in den Bereich “ Smart Home“, genauso wie ein smarter Herd, der sich bei Überhitzung automatisch abschaltet.

„Mit dem öffentlichen LoRa-Funknetz schaffen wir eine IoT-Infrastruktur für Bürger, Gewerbe und Stadtwerke, die einfach und kostengünstig umzusetzen sind“, sagt Bürgermeister Stephan Paule. Dieses Netz könne zum Beispiel für das „Smart Waste Management“ genutzt werden.

Die Stadtverwaltung und die Müllabfuhr können dadurch die Müllcontainer im Stadtgebiet überwachen und Kosten einsparen, indem sie Geschäftszeiten oder auch die Abnutzung der Straßen und den CO2 Ausstoß reduzieren. Man klebt einen Sensor in den Deckel der Mülltonne und dieser signalisiert dann beispielsweise, dass diese Mülltonne voll ist. Auch Sensoren in Blumenkübeln können signalisieren, dass die Erde zu trocken ist und gegossen werden müsste. Dadurch können Objekte gezielter angefahren werden. Im Bereich der Qualitäts-, Sicherheits-, und Überwachungsaufgaben könne das LoRa-Netz beispielsweise bei der Ampelsteuerung, Bodenfeuchtigkeitsmessung und viele weitere angewendet werden.

Smart Parking: Welcher Parkplatz ist frei?

Auch für intelligentes Parkplatzmanagement könne man das Funknetz nutzen, so wie es auch schon größere Parkhäuser machen, in denen angezeigt wird, welche Parkplätze wo noch frei sind. Es können dadurch aber nicht nur freie Parkplätze gemeldet werden, sondern auch die Straßenbeleuchtung fernüberwacht oder Zählerstände übertragen werden. „Alles wird irgendwann mit Sensoren versehen sein. Die Infrastruktur unterläuft einem ständigen Wandel“, erklärt Andreas Gehrhardt, Key-Account-Manager bei Unitymedia und hob hervor, dass es Sensoren schon sehr lange gebe, beispielsweise in Feuermeldern oder Türen.

Tobias Stiepak, Andreas Gehrhardt und Bürgermeister Stephan Paule.

Und so funktioniert es: Die verschiedensten Sensoren senden ihre Daten an ein sogenanntes LoRaWAN-Gateway. Das kann man sich wie einen WLAN-Router vorstellen, der ungefähr die Größe eines Schuhkartons hat und rund 3,5 Kilogramm wiegt. Die Gateways nehmen grob gesagt die Daten auf und Verschlüsseln sie und leiten sie weiter an die LoRaWAN-Cloud. Von dort aus können verschiedene Geräte (Handy, Tablet, PC und weitere) über die Schnittstellen darauf zugreifen.

Datensicherheit gewährleistet

Die Daten seien absolut sicher. „Wir sehen nur wer den Sensor betreibt“, erklärt Tobias Stiepak, Vizepräsident der Vertriebsleitung von Unitymedia. In Alsfeld sollen diese „Gateaways“ im Rathaus, im Dorfgemeinschaftshaus in Altenburg und in Eudorf – auch voraussichtlich im Dorfgemeinschaftshaus – angebracht werden. Die Reichweite betrage zehn bis 15 Kilometer. Nicht nur von der Größe her ähneln die „Funktürme“ WLAN-Routern, sondern auch vom Energieverbrauch. Drei dieser Gateaways werden rund 16.000 Menschen versorgen.

Und weil die Sensoren in Zukunft überall vorhanden sein werden, sei es an der Zeit, jetzt das Netz dafür schon bereitzustellen. „Wir müssen jetzt die Autobahn schaffen, damit die Autos dann fahren können“, lacht Gehrhardt – und Alsfeld ist die erste Kommune in Hessen, die mit Unitymedia ans Netz geht. Weitere 36 Kommunen in Hessen sollen bereits ihr Interesse am LoRa-Netzwerk von Unitymedia signalisiert und sich für eine Zusammenarbeit ausgesprochen haben.

„Wir stellen jedoch nur das Netz zur Verfügung, nicht die Sensoren“, machte Gehrhardt deutlich. Die Sensoren müssten dann bei IoT-Unternehmen erworben werden. Teuer sollen die Sensoren nicht sein. „Normale Sensoren gibt es schon ab zwei Euro, Komplexe können dann auch schon mal 20 Euro kosten“,  erklärt er. Mit der Verbreitung würden diese aber noch kostengünstiger werden.

Alsfeld ist jetzt zertifizierte Wholsale Partner.

In sechs bis acht Wochen solle das Netzwerk in Alsfeld fertiggestellt werden, zunächst allerdings erst einmal für Unternehmen. Privatpersonen sollen etwas später dran kommen. Ende 2020 solle es in Hessen das flächendeckende Funknetz des Anbieters geben. Für die Stadt würden für die Kooperation mit Unitymedia übrigens keine Kosten anfallen. Der Kabelnetzbetreiber benötige lediglich die Unterstützung der Stadt durch die Bereitstellung der Flächen.

Konkrete Vorstellungen, wie die Stadt das Netz nutzen will, gebe es noch nicht. Man habe jedoch die Überlegung, die Wasserzähler über LoRa ablesen zu lassen. Eigentlich war vorgesehen, dass die Zählerstände über WLAN und mit einem Auto, das durch die Straßen fährt, abgelesen werde. Diesen Schritt wolle die Stadt jetzt eventuell überspringen und sich damit sozusagen den Auto-Fahrer sparen.

3 Gedanken zu “In Alsfeld könnte es bald „smarter“ zugehen

  1. Ich habe in diesem Artikel nicht eine einzige sinnvolle Anwendung dafür erkennen können. Der Artikel ist eine Ansammlung von Schlagwörtern (Bullshit Bingo).

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    1. Letzter Absatz:
      „Konkrete Vorstellungen, wie die Stadt das Netz nutzen will, gebe es noch nicht. Man habe jedoch die Überlegung, die Wasserzähler über LoRa ablesen zu lassen. Eigentlich war vorgesehen, dass die Zählerstände über WLAN und mit einem Auto, das durch die Straßen fährt, abgelesen werde. Diesen Schritt wolle die Stadt jetzt eventuell überspringen und sich damit sozusagen den Auto-Fahrer sparen.“

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