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Päventionstag zu "Sucht und Gewalt" in der Max-Eyth-SchuleDas offene Gespräch über Drogen, Sucht und Risiko

ALSFELD (tsz). Der Weg zum erwachsenen Menschen kann holprig und schwierig sein. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie man auf die schiefe Bahn geraten kann: Drogen, Spielsucht, Extremismus und vieles mehr. Damit genau das nicht passiert, veranstaltete die Polizei Osthessen an der Max-Eyth-Schule in Alsfeld erneut den Präventiontstag „Sucht und Gewalt“.


Es ist kein gewöhnlicher Schultag für die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe, die neu auf die berufliche Schule gekommen sind. Denn an diesem Tag stehen nicht die klassischen Schulfächer wie Deutsch, Mathe oder Bio auf dem Plan, sondern weitaus sensiblere Themen wie Salafismus, Glücksspielsucht und Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Das Polizeipräsidium Osthessen war nämlich zu Gast an der Max-Eyth-Schule mit ihrem Programm rund um die Prävention von „Sucht und Gewalt“. In Kooperation mit verschiedenen Institutionen wie der Verbraucherzentrale Hessen, der „Roten Linie“ oder der AOK Kassel.

„Das Abdriften passiert schleichend“

Dabei startete der Tag mit einem Vortrag von Marco Hohmann, dem Fachberater zum Thema Cybercrime des Polizeipräsidiums Osthessens, in dem er auch ein Thema ansprach, das gerade in jüngeren Generationen immer stärker vertreten sei: Gewalt in den sozialen Medien. Danach ging es für die 213 Schüler der zehnten Stufe in Workshops mit den Kooperationspartnern des Polizei, bei denen sie die Möglichkeit hatten, in einem offenen und sicheren Gespräch über Themen zu sprechen, die vielleicht Zuhause gerne unter den Tisch gekehrt werden.

Der Workshop über Gefahren des Rechtsextremismus kam bei den Schülern gut an.

So gab es zum Beispiel einen Workshop rund um das Thema Rechtsextremismus und den Bericht eines Menschen, der aus der Szene ausgestiegen ist. Dabei interessierte die Schüler auch, wie man in diese Szene hinein gerät und wie man sich davon loslösen kann. „Niemand wird als Rechtsextremist geboren, das wird immer durch biografische Merkmale bewerkstelligt“, sagte Gerd Ochs von der Organisationseinheit des Aussteigerprogramms IKARus, der das Seminar zusammen mit einem Kollegen südhessischen Regionalstelle und in Kooperation mit der „Roten Linie“ leitete. Auch wies er darauf hin, dass Menschen oft eher schleichend in die Szene abdriften: Ein spaßhaft gemeintes „Heil Hitler“ oder „Sieg Heil“ könne dafür sorgen, dass sich schon früh eine Akzeptanz für solche Ausdrücke und damit auch das Gedankengut manifestiert. Somit sei das Risiko größer, in die rechte Szene zu rutschen.

Auch in den anderen Workshops wie Alkohol und Drogen im Straßenverkehr waren die Schüler interessiert bei der Sache, ging es dabei nicht nur darum selbiges nicht zu tun, sondern auch darum, wie die Polizei vorgeht und was sie darf und was nicht. Während sich eine andere Gruppe damit beschäftigte, was genau Salafismus ist, wie und wo er entsteht und was der Unterschied zum Extremismus ist, wurde in anderen Gruppen über das Thema Glücksspielsucht und das Thema Rauchen gesprochen.

Die Situation erleben

In einem Vollrausch die Kontrolle zu behalten ist eine Mammutaufgabe, das durften die Schüler bei dem Rauschbrillenparcour testen. Dabei musste sie bestimmte Aufgaben bewältigen, während sie durch eine besondere Brille die Umwelt so wahrnahmen, als wären sie im Vollrausch. Ebenso aktiv wurde es bei mit dem DRK in der Gruppe, die sich mit dem Thema Erste Hilfe am Unfallort und Alkoholvergiftung befasste. Was muss man als Ersthelfer beachten, wie gehe ich mit den Verletzen um und was kann ich vor Ort machen? Damit die Schülerinnen und Schüler in einer solchen Situation nicht ratlos sind, übten sie im Workshop Erste-Hilfe-Maßnahmen wie die stabile Seitenlage oder die Wiederbelebung.

Wie entstehen Radikalisierungen: Im Workshop zum Thema Salafismus wurde die Entwicklung versucht zu beschreiben.

Im ganzen zeigte sich sowohl die Polizei, als auch die Schule zufrieden mit der Veranstaltung. „Der letzte Präventiontstag an der Max-Eyth-Schule liegt jetzt bereits fünf Jahre zurück, aber wir planen, dass wir solche Tage in der Zukunft öfter veranstalten“, sagte die Beratungslehrerin Stephanie Ebert. Es sei wichtig, dass die Schule ein Ort sei, an dem die Schülerinnen und Schüler Hilfe bekommen, wenn diese von Nöten sei. Dabei sei der Präventiontstag eine gute Möglichkeit, die Schüler zu erreichen, die auch über die schuleigene Beratungsstelle „Wendepunkt“ hinaus geht.

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