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Romröder CDU-Politikerin scheidet aus Magistrat ausHeilbronn: Lege Amt aus „zeitlichen Gründen“ nieder

ROMROD (jal). Die Romröder CDU-Politikerin Nathalie Heilbronn tritt aus dem Romröder Magistrat zurück. Spekulationen, sie sei mit dem Agieren der Bürgermeisterin Dr. Richtberg beim Luwia-Projekt unzufrieden und lege ihr Amt deshalb nieder, erteilte Heilbronn OL gegenüber eine Absage.

Die ehrenamtliche Arbeit im Magistrat sei sehr zeitintensiv. „Um dem Mandat gerecht zu werden erfordert es nach meiner Ansicht nicht nur die Anwesenheit in sämtlichen Sitzungen des Magistrats, der Stadtverordneten, Ortsbeiräte und Ausschüssen. Man muss sich zusätzlich mit den jeweiligen Tagesordnungen auseinandersetzen, was eine Vor- und Nachbereitung der Themen zur Folge hat“, schilderte die 36-jährige Medizinische Fachangestellte ihre Ansichten. Dazu kämen noch Termine, die in Vertretung der Bürgermeisterin wahrgenommen werden müssten.

Heilbronn, die im Frühjahr 2016 in den Magistrat gewählt worden war, sagte weiter: „Ich bin berufstätig und Mutter von zwei Kindern. Aus zeitlichen Gründen war es mir in letzter Zeit nicht mehr möglich, alle anstehenden Termine wahrzunehmen. Seit November konnte ich in keiner einzigen Sitzung mehr anwesend sein. Die logische Konsequenz hieraus bestand darin, mein Mandat niederzulegen, was ich Anfang Dezember 2018 bereits angekündigt hatte.“

Außer diesen von ihr aufgeführten Gründen gebe es keine weiteren, die sie dazu bewogen hätten, ihr Amt niederzulegen. Damit wies Heilbronn Spekulationen zurück, sie scheide aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Bürgermeisterin und Parteikollegin Dr. Birgit Richtberg über das Luwia-Projekt aus dem Magistrat aus.

Über das Seniorenwohnprojekt wird derzeit erneut heftig in der Romröder Kommunalpolitik gestritten. Der vorgesehene Mieter SozioVita hat den Mietvertrag gekündigt, das Haus mit 54 Betten sollte im Frühjahr eröffnet werden. Laut Richtberg kam die Kündigung „überraschend“. Der Bürgermeisterin zufolge sollen sich aufgrund der Kündigung fünf andere Interessenten gemeldet haben. Bei der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments lehnte Richtberg es ab, die Namen der angeblichen Interessenten offen zu legen. Die Stadt will jedoch bald mitteilen, wer für Heilbronn in den Magistrat nachrückt.



7 Gedanken zu “Heilbronn: Lege Amt aus „zeitlichen Gründen“ nieder

  1. Geile Büttenrede! Exakt auf den (wunden) Punkt. Vielleicht bekommen Sie ja ’ne Einladung zur Prunksitzung des Karnevals- & Eventvereins Romrod. Dann hätten die Narren von der Antrift endlich mal wieder was zu lachen. Im Keller.

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  2. Heiliger St. Spekulatius, bewahre uns wenigstens im Fall dieser kaum verwunderlichen Romröder Rathauspersonalie vor fantasievollen Kommentatoren und advocati diaboli, die alles besser wissen als die unmittelbar Beteiligten selbst. Es ist doch so schon alles deprimierend genug. Die Idee der kommunalen Selbstverwaltung war eigentlich die Wiege der Demokratie (neben dem Vereinswesen der Biedermeierzeit), obwohl die Geburt eines demokratischen Staatswesens in der heutigen Form noch in weiter Ferne lag.
    Immerhin hatten die Reaktionäre in den deutschen Duodez-Fürstentümern begriffen, dass die zum Kadavergehorsam abgerichteten Untertanen als Humankapital immer weniger Nutzwert abwarfen. Die aus der Leibeigenschaft befreiten Bauern mussten das Ackern und die Viehzucht erst mit Hilfe der intelligenteren Juden lernen. Das Bürgertum musste sich gegenüber der feudalen Kaste emanzipieren. Und erst durch die französische Revolution lernte der „Citoyen“, sich an der Organisation einer effektiven öffentlichen Verwaltung zu beteiligen. Bis zu der heutigen kommunalen Selbstverwaltung war der Weg natürlich noch lang und steinig.
    Man hätte aus historischen Gründen also allen Anlass, die Kommunalpolitik mit Wohlwollen zu begleiten. Aber oft genug begegnen wir an der Basis unserer Demokratie eben auch Desinteresse auf der einen und Inkompetenz, Selbstüberschätzung und menschlicher Schwäche auf der anderen Seite. Dagegen hilft nur eines: Öffentlichkeit und Kontrolle. Und natürlich die Bereitschaft der Bürger, die Mühen der Kommunalpolitik nicht nur auf einige wenige Schultern abzuladen. Nicht jeder kann und will ehrenamtlich ein öffentliches Amt bekleiden, könnte aber – z.B. in Fachausschüssen, Kommissionen usw. – wenigstens zeitweise seine Kenntnisse und Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, um schwierige Themen für die kommunale Öffentlichkeit aufzuarbeiten und auch in den Gremien das Niveau der Sacharbeit zu heben. Dies gelingt aber nur, wenn andererseits die Provinzfürsten in den Städten und Gemeinden den Diskurs tatsächlich auch transparent gestalten und sich am Gemeinwohl orientieren wollen. Oft genug werden aber Entscheidungen in Hinterzimmern ausgekungelt, um den Kuchen unter denjenigen mit dem größten Appetit aufzuteilen, noch bevor alle anderen merken, was in der Backstube vor sich geht.

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    1. Wenn auch angesichts der letzten Romröder Ereignisse so manchem der Rasierpinsel ins Klo oder der Spekulatius in den Glühwein gefallen ist, so sind diese doch immer gut für ein paar deftige Parodien bei der närrischen Prunksitzung.
      Dr. Richtberg und Frau Heilbronn könnte ich mir z.B. gut als Faschingsnummer „Florian Silbereisen und Helene Fischer trennen sich freundschaftlich“ vorstellen (https://www.youtube.com/watch?v=_swsRhSkK1Q). Und nach LuWiA könnte man sich die Romröder Bürgermeisterin auch sehr gut als Nachfolgerin des Kapitäns auf dem „Traumschiff“ vorstellen (https://www.youtube.com/watch?v=eQQ_wwUJU_0).
      Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Jörg Gaudl dagegen ergibt sich ein gelungener Jecken-Auftritt als Donald Trump in der Episode „Zettel des Schreckens“ (https://youtu.be/NB0_wFSueHg).

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      1. Da kommt meine Büttenrede ja zum richtigen Zeitpunkt:
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        Schrumm-täää, Schrumm-täää!
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        Weiss mir ein Rathaus im Tale der Antrift
        Wo etliche Male man niemanden antrifft.
        Die eine nach Straßburg, die andere Heilbronn
        Dank LuWiA laufen jetzt wohl alle davon!
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Und Kommissar Gaudl sucht verzweifelt den Täter
        Der nannte die Sozen Arbeiterverräter
        Als ob von de städtische Verordnete und Räte
        Überhaupt mal einer was arbeiten täte!
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Ja, in der Stadt Romrod, ein jeder weiß es
        Gibt es inzwischen zu viele Lost Places
        Erst Dormo- dann „Neues Landho“-tel
        Namen und Eigner wechselten schnell
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Erst kamen Chinesen, dann waren’s Vandalen
        So ging’s in die Pleite auf leisen Sandalen
        Dann beschäftigt‘ das historische Forstamt die Hirne
        Doch am Ende kam Hirni mit der Abrissbirne
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Dort verband man dann Leben und Wohnen im Alter
        Doch wurde das Projekt zum Bevölkerungs-Spalter
        Die einen dafür und die anderen dagegen
        Die Kosten explodierten zum Mitleid-Erregen
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Zwar hatte man schon ’nen Betreiber gefunden
        Doch der rechnete nach und war dann verschwunden
        Und es beschleichen so manchen die bösen
        Ahnungen bezüglich Chinesen und Spesen
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Außer denen in Romrod rein gar nichts gewesen.
        Doch kann man in amtlichen Aussagen lesen
        Dass es dem besten Seniorenheim dieser Welt
        Keinesfalls an neuen Bewerbern fehlt
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

        Die Gerüchte brodeln und man ist schon gespannt
        Was Frau Richtberg gibt wohl als nächstes bekannt
        Doch nach alter Erfahrung, richtet euch darauf ein
        Könnte das auch ’ne Erhöhung der Baukosten sein.
        https://www.youtube.com/watch?v=Vv-wq-prqNk

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  3. Nathalie Heilbronn’s Rücktritt fällt genau in den Zeitpunkt der Luwia-Projekt-Problematik. Hier will man das Volk wieder mal für dumm verkaufen, dass der Rücktritt nicht mit dem Projekt zusammen hängen würde.

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  4. „Der Bürgermeisterin zufolge sollen sich aufgrund der Kündigung fünf andere Interessenten gemeldet haben. Bei der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments lehnte Richtberg es ab, die Namen der angeblichen Interessenten offen zu legen. Die Stadt will jedoch bald mitteilen, wer für Heilbronn in den Magistrat nachrückt.“
    Ob sich wohl mit Bekanntwerden des Rücktritts von Frau Heilbronn auch gleich mal fünf Nachrücker gemeldet haben? Und ob der für die Bürgermeisterin auch so überraschen kam?
    Eines kann man der Erklärung der ausscheidenden Stadträtin aber sehr wohl entnehmen: Auch die in einer Kleinstadt zu lösenden Probleme oder zu bewältigenden Herausforderungen überfordern die Amtsträger zum großen Teil doch erheblich. Zeitliche und fachliche Überforderung lassen sich hier gar nicht trennen, denn um sich sachkundig zu machen und ggf. Expertise in Anspruch zu nehmen, braucht auch ein „kluger Kopf“ zu allererst ausreichend Zeit. Hier kommt das Ehrenamt an seine Grenzen. Und wird für die Allgemeinheit dann u.U. sehr teuer.

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