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Nach dreitägigem Audit: Alle Stationen des Alsfelder Kreiskrankenhauses sind zertifiziertMedizinsch-pflegerischen Prozesse sind top

ALSFELD (ol). „Wir sind nicht das kleine Krankenhaus am Rande der Stadt, wir können uns durchaus mit größeren Häusern vergleichen und müssen uns hinter ihnen nicht verstecken“, sagt Dr. Arno Kneip mit Blick auf die neue Zertifizierung, die das Alsfelder Kreiskrankenhaus jetzt bekommen hat.

In der Pressemitteilung des Kreiskrankenhauses heißt es, drei Tage lang wurde in der Klinik ein sogenanntes Audit durchgeführt – dabei wurden Arbeitsprozesse überprüft, Mitarbeiter befragt oder kontroliert, ob die notwendigen Wartungen der medizinischen Geräte durchgeführt worden sind. Am Ende gab es die Zertifizierung für die medizinisch-pflegerischen Prozesse.

Und zwar für das gesamte Haus, für die Fachbereiche Innere Medizin, Geriatrie und Pneumologie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie sowie für Anästhesie und Intensivmedizin, sagt Qualitätsmanagerin Saskia Heister nicht ohne Stolz. Salopp formuliert: Alle Angebote des Krankenhauses haben die Prüfung bestanden. Das ist nicht selbstverständlich, viele Häuser, die sich zertifizieren lassen, beschränken das Audit auf einzelne Stationen/Bereiche, weiß Heister.

Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess über Jahre hinweg

2013 fand die erste Überprüfung im KKH Alsfeld statt. Damals ging es im Wesentlichen darum, ob für die einzelnen Arbeitsabläufe Strukturen erstellt sind, erinnert sich der ärztliche Leiter Dr. Kneip. Gecheckt wurde, „ob die Dinge, die auf dem Papier stehen, auch so umgesetzt werden“. Zudem hatten die Auditorinnen ein Auge darauf, ob die rechtlichen Anforderungen erfüllt sind. So wurde zum Beispiel überprüft, ob das Medikamentenmanagement umgesetzt wird.

Nach mehreren erfolgreichen Überprüfungen geht es mittlerweile auch um den Blick nach vorne. „Man muss auch in die Zukunft schauen und sich fragen, wo gibt es Risiken und wie geht man mit ihnen um?“, erklärt Dr. Arno Kneip. „Es geht um die Frage, wie entwickelt man sich weiter? Zum Beispiel beim Wissensmanagement. Wie schaffen wir es, das Wissen der älteren Mitarbeiter an die Jungen weiterzugeben?“ Die Zertifizierungen über all die Jahre hinweg, für Dr. Kneip stellen sie einen „kontinuierlichen Verbesserungsprozess“ dar. Zudem hilft der Blick von außen, denn die Auditorin ist bei einer externen Zertifizierungsgesellschaft beschäftigt, die auf den Gesundheitsbereich spezialisiert ist, sie hat genügend Erfahrungen und Anregungen auch in anderen Kliniken gesammelt.


Zertifizierung zeigt hohen Standard

Natürlich ist eine Zertifizierung mit einem hohen Dokumentationsaufwand verbunden, letztendlich zahlt sich das jedoch im Klinikalltag aus, sind sich Dr. Kneip, Saskia Heister und Pflegedienstleiterin Nelli Isinger einig. „Gerade für Neueinsteiger ist das hervorragend, sie können auf die Dokumentation und die Strukturen zurückgreifen.“ Alle Arbeitsabläufe sind klar beschrieben und Einarbeitungskonzepte liegen vor. „Alle, die am Audit beteiligt waren, sind zufrieden.“ Insgesamt, so das abschließende Fazit Dr. Kneips, „bieten wir mit unserer Arbeit einen hohen Standard“. Das hat nicht zuletzt die erneute Zertifizierung gezeigt.