Gute Stimmung beim Frühlingsempfang Vogelsberger SPD: Der heimische Landtagskandidat und SPD Kreisvorsitzende Swen Bastian, seine Stellvertreterin Susanne Schaab und „Werder-Bremen-Legende“ Willi Lemke im Gespräch. Foto: Heiko Müller

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"Werder Bremen Legende“ Willi Lemke beim 4. Frühlingsempfang der SPD Vogelsbergkreis:„Sport, Ehrenamt und Vereinsarbeit sind die besten Mittel gegen Einsamkeit“

VOGELSBERGKREIS (ol). Zum vierten Frühlingsempfang der SPD Vogelsbergkreis konnte Vorsitzender und Landtagskandidat Swen Bastian nicht nur „Werder Bremen Legende“ Willi Lemke, sondern auch zahlreiche Besucher im vollbesetzten Gewölbekeller des Eulenfangs begrüßen. Im Mittelpunkt des Abends standen der Sport und das Ehrenamt.


Neben Vertretern von Vogelsberger Sportvereinen, Gewerbetreibenden und Initiativen, waren auch Joachim Arnold, Vorstand der OVAG, Lothar Behounek, Geschäftsführender Direktor der Landesmusikakademie, der FDP-Kreisbeigeordnete Walther Althaus und Landrat a.D. Dr. Jochen der Einladung gefolgt. Mit einem Impuls führte Swen Bastian in das Thema ein. Dabei blickte er der Pressemitteilung zufolge auf die anstehende Volksabstimmung zur Änderung der Hessischen Verfassung, die am 28. Oktober gemeinsam mit der Landtagswahl durchgeführt werden solle. Geplant sei unter anderem die Verankerung neuer Staatsziele: „Neben dem Sport, der schon heute Staatsziel sei, sollen die Kultur und der ehrenamtliche Einsatz für das Gemeinwohl hinzukommen. Das müsse sich dann aber auch konkret auswirken, beim Bau und der Modernisierung von Sport-, Vereins- und Kulturstätten zum Beispiel.

Diese Bereiche dürfen künftig nicht weiter als freiwillige Leistungen der Kommunen gelten, die dann wegfallen, wenn das Geld knapp ist.“, so Bastian. Politik müsse auf allen Ebenen Partner der Vereine und des Ehrenamts sein, nicht in Sonntagsreden, sondern ganz konkret, so wie im Vogelsbergkreis etwa durch die umfangreiche Jungend- und Sportförderung geschehe.

Der Hauptredner des Abends, Willi Lemke, habe als ehemaliger Manager des SV Werder Bremen gemeinsam mit Otto Rehhagel die „goldenen 1980er und 1990er Jahre“ des norddeutschen Profifußballclubs geprägt. Zu den Erfolgen der „Ära Lemke“ zähle der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, zwei deutsche Meistertitel und drei DFB-Pokalsiege. Darüber hinaus sei Lemke Senator für Bildung und Wissenschaft sowie für Inneres und Sport der Freien Hansestadt Bremen und Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport gewesen.

Das beste Mittel gegen Einsamkeit

Mit seinem rund einstündigen Vortrag spannte der Bremer einen weiten Bogen und habe seine Zuhörer mit persönlichen Einblicken in seine Lebensgeschichte begeistert. Sport, Ehrenamt und Vereinsarbeit seien die besten Mittel gegen Einsamkeit. Wenn es jemanden schlecht gehe, dann bekomme das kaum jemand mit, wenn er in einer Muckibude allein vor sich hintrainiert. Im Sportverein sei das anders. Dort sei man nicht nur gemeinsam aktiv, sondern stehe auch füreinander ein, sagte Lemke.

Der Sport sei wie auch die ehrenamtliche Sozial-, Kultur- und Vereinsarbeit der „Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“. Das Ehrenamt sei nicht zu ersetzen. Deshalb wünsche sich Lemke weniger Bürokratie. „Unsere Ehrenamtlichen müssen entlastet und nicht belastet werden. Der Staat könnte gar nicht zahlen, was die Ehrenamtlichen alles leisten“, sagte Lemke.

Veränderungsbedarf in Deutschland

Als Sonderberater des UN-Generalsekretärs habe er rund 120 Länder bereist und sei immer froh gewesen, wieder nach Deutschland zurückzukommen. „Wir leben in einem großartigen Land. Um Vieles, was uns selbstverständlich erscheint, beneiden uns Milliarden Menschen auf der ganzen Welt“, schilderte Lemke seine Eindrücke. Doch trotzdem sei nicht alles gut in Deutschland, wo es durchaus Veränderungsbedarf gebe: „Wir brauchen die bestmögliche Betreuung für unsere Kinder, kostenfrei, so früh wie möglich und mit sportlichen und kulturellen Bausteinen. Es muss mehr Geld in die Bildung investiert werden“, forderte Lemke, denn es sei nicht zu akzeptieren, dass Deutschland mehr Geld für Rüstung ausgebe, als für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Auch die Gesundheitsversorgung und die Mobilität auf dem Land benannte der ehemalige Werder-Manager als Handlungsfelder, die es anzupacken und zu verbessern gelte. Er habe in seinem Leben viele Beispiele erleben dürfen, die zeigen, dass durch gesellschaftlichen Zusammenhalt und Engagement etwas bewegt werden könne. Jeder könne die Welt verändern. Dafür müsse man weder Fußballmanager noch UN-Sonderbotschafter sein. Die Verbesserung der Welt fange im persönlichen Umfeld an. Sie sei Tag für Tag aufs Neue möglich, sagte Lemke zu den Gästen zum Abschluss des Frühlingsempfangs.

6 Gedanken zu “„Sport, Ehrenamt und Vereinsarbeit sind die besten Mittel gegen Einsamkeit“

  1. @ Vogelsberger 15.05.2018 um 11:15 Uhr
    Die ZEIT-Quelle bestätigt Ihre Darstellung nicht, sondern relativiert sie. So schreibt die ZEIT:
    „Weggelassen hatte das Blatt [die BILDzeitung], daß der Fußballmanager genaugenommen eher ein Agent des bundesdeutschen Verfassungsschutzes war. Ihm hatte sich Lemke sofort nach den ersten Avancen des sowjetischen Geheimdienstes im Sommer 1971 offenbart. Auf Bitten der Hamburger Verfassungsschützer hat sich Lemke von 1971 bis 1975 zum Schein genau ein dutzendmal „konspirativ“ mit seinem KGB-Kontaktmann getroffen, um ihm so geheime Details wie etwa die Privatadressen ausgesuchter SPD-Politiker aufzutischen. Der Verfassungsschutz versprach sich langfristig Rückschlüsse auf KGB-Strategien, wie der pensionierte Verfassungsschützer Hans-Josef Horchem jetzt in seinen Memoiren ausplauderte.“
    Mit anderen Worten: Lemke war nie Doppelagent. Lemke hat sich absolut gesetzeskonform verhalten. Lemke hat sich im Auftrag der Verfassungsschützer unseres Landes als eine Art „Lockvogel“ zur Verfügung gestellt und damit sogar gewisse Risiken auf sich genommen.
    Die absonderlichen PR-Aktivitäten von Herrn Bastian hatte „Sonderparteitag“ m.E. treffender aufs Korn genommen als Sie mit ihren falschen Anschuldigungen. Aber natürlich haben Sie in diesem Punkt Recht: Es muss nicht jeder sich bietende Anlass aufgegriffen werden, um die SPD und ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl ins Gespräch zu bringen. Von einem Erneuerungsprozess sehe ich leider auch nichts. Das liegt aber nicht so sehr an Herrn Bastian, den ich am 1. Mai als sehr aufgeschlossenen und reformbereiten Nachwuchspolitiker kennen gelernt habe, sondern an den vielen Etablierten wie Nahles, Scholz usw., die einfach zu lange in den oberen Etagen des Staates verbracht haben und keinen echten Kontakt mehr zu den „kleinen Leuten“ haben.

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  2. @ Vogelsberger
    Sehen Sie, das ist eben der Unterschied zwischen seriöser und unseriöser Quellenauswertung. Die Kernaussage in der von mir genannten Quelle lautet:
    >> Weggelassen hatte das Blatt [BILD], daß der Fußballmanager genaugenommen eher ein Agent des bundesdeutschen Verfassungsschutzes war. Ihm hatte sich Lemke sofort nach den ersten Avancen des sowjetischen Geheimdienstes im Sommer 1971 offenbart. Auf Bitten der Hamburger Verfassungsschützer hat sich Lemke von 1971 bis 1975 zum Schein genau ein dutzendmal „konspirativ“ mit seinem KGB-Kontaktmann getroffen, um ihm so geheime Details wie etwa die Privatadressen ausgesuchter SPD-Politiker aufzutischen. Der Verfassungsschutz versprach sich langfristig Rückschlüsse auf KGB-Strategien, wie der pensionierte Verfassungsschützer Hans-Josef Horchem jetzt in seinen Memoiren ausplauderte.<<
    Der Artikel ist eben k e i n weiterer Beleg für eine Doppelagententätigkeit Lemkes, sondern das genaue Gegenteil.
    Wenn es Ihnen "mehr um den angekündigten Erneuerungsprozess der SPD" gegangen wäre, hätten sich hierfür sicherlich überzeugendere Beispiele gefunden. Im Kern gebe ich Ihnen aber insofern Recht, als die hier publizistisch aufbereiteten Aktivitäten des SPD-Direktkandidaten mehr mit dem Beschwören alter SPD-Herrlichkeit zu tun haben als mit einem überzeugenden Zukunftsprogramm, das ich auch bei der Bundespartei (siehe der von Olaf Scholz eingebrachte Haushalt) nicht sehen kann. Hier herrscht wieder nur das übliche Reförmchen-Kleinklein nach dem Goetheschen Motte: "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
    Und jeder geht zufrieden aus dem Haus." Und zwar aus dem "Williy-Brand-Haus". Und das will die SPD bis heute nicht begreifen.

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  3. @Bitte keine Fakenews
    Der Hinweis auf eine weitere Quellenangabe (Zeit) von Ihnen bestätigt die Agententätigkeit von Herrn Lemke nur um ein weiteres.
    Bewerten werde ich diese Tätigkeit des Herrn Lemke nicht.
    Es geht mir eigentlich mehr um den angekündigten Erneuerungsprozess der SPD der die Republik einige Monate beschäftigt hat.
    Von dieser angekündigten Erneuerung ist jedenfalls nichts zu spüren.
    Stattdessen werden alte „Legenden“ auf Veranstaltungen aufgewärmt. Es ist für mich nur ein weiterer Beleg dafür, dass die SPD nie etwas ändern wollte. Es geht nur um Mandate, Minister- u. Staatssekretärsposten.

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  4. Weiß gar nicht, was Sie haben! Ein SPD-Nachwuchs-Politiker, der sich gegen Sonntagsreden ausspricht – das reicht doch für weitere 155 stolze SPD-Jahre in der Versenkung. Gibt es nicht vielleicht eine Marinekameradschaft oder reitende Gebirgsmarine im Vogelsberg, in deren Kreis Herr Bastian beispielsweise den jetzt 105-jährigen U-Boot-Kommandanten Reinhard Hardegen einladen könnte. Der ist auch eine Legende, auch aus Bremen und als Mitbegründer der CDU in Bremen auch für das Ehrenamt. Zitat:

    „Wir waren der Meinung, dass es zu viele Sozis in Bremen gibt, und wollten das ändern.“

    Wikipedia berichtet über frühere Verdienste:
    >> Er versenkte auf acht Feindfahrten 22 Schiffe mit insgesamt 118.314 BRT und beschädigte fünf Schiffe mit 46.500 BRT. Beim Unternehmen Paukenschlag Anfang 1942 versenkte er zehn Schiffe. Karl Dönitz funkte: „An den Paukenschläger Hardegen. Bravo! Gut gepaukt. Dönitz.“ Am 23. Januar 1942 erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Auf der zweiten Amerikafahrt von März bis Mai 1942 versenkte er wieder zehn Schiffe. Dafür wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Das Ritterkreuz sollte nach den Verleihrichtlinien eigentlich erst für eine Versenkung von mehr als 100.000 BRT Schiffsraum vergeben werden, das Eichenlaub für mehr als 200.000 versenkte BRT, eine Vorgabe, die Hardegen klar nicht erfüllte. Die Verleihung entsprach aber der damaligen Marinepraxis, deren Ziel es war, der Öffentlichkeit mehr erfolgreiche U-Boot-Kommandanten präsentieren zu können.<<
    Tja, frei nach Honoré de Balzac: Wo eine Karriere ist, ist auch ein Beschiss!

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  5. Der Erneuerungsprozess der SPD beginnt also mit Einladung einer „Legende“.
    Alte Geschichten von „legendären“ Erlebnissen des Herrn Lemke.
    Ich hoffe er hat seine „spannende“ Geschichte als Doppelagent(siehe, Focus, Wikipedia) nicht ausgeblendet.

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