
Diakonisches Werk Vogelsberg legt Statistik 2021 vor1.650 Menschen nahmen Angebote des Diakonischen Werks wahr
VOGELSBERG (ol). In den Beratungsstellen in Alsfeld und Lauterbach sowie in der Wohnungsnotfalleinrichtung „La Strada“ haben 1.650 Menschen die Angebote des Diakonischen Werks Vogelsberg zur Beratung, Begleitung und Unterstützung in den unterschiedlichen Arbeitsgebieten wahrgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte zum wiederholten Male ein leichter Anstieg der Zahlen beobachtet werden.
Die Kontakthäufigkeit der einzelnen Klienten bleibe konstant hoch, heißt es in der Pressemitteilung des Diakonischen Werk Vogelsberg. Dies erkläre sich durch Krisen beziehungsweise Notlagen in die Menschen geraten. Es ist von einer hohen Anzahl von Menschen zu berichten, die sich in schwierigen multiplen Lebenssituationen bewegen.
Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung
In der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung haben sich die Zahlen stark erhöht, 160 Frauen/Familien mit Beratungsbedarf haben das Angebot wahrgenommen. Zuschüsse aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ konnten vermittelt werden. Hier handelt es sich um eine einkommensabhängige Unterstützung (Bundesmittel) zur Erstlingsausstattung, die jedoch nicht zurückgezahlt werden muss.
Gesundheitsförderung von Frauen/Familien
Mit 135 Ratsuchenden ist die Zahl der Frauen und Männer im präventiven Beratungssegment Gesundheitsförderung von Frauen/Familien konstant hoch. Mit der Zielgruppe wurden 50 hoch psychisch Belastete erreicht. Bei diesen 50 beratenen Müttern/ Vätern wurde – zusätzlich zur Kurberatung – in 30 Fällen mindestens ein weiteres Angebot empfohlen, Erziehungsberatung insgesamt 15 Mal und Ehe-/ Paar- und Trennungsberatung acht Mal. Außerdem wurde auf das Angebot der Allgemeinen Lebensberatung und das offene Familienfrühstück im Diakonischen Werk Vogelsberg verwiesen.
Aufgrund der Beratungsvielfalt in den Beratungsstellen und der kurzen Wege konnte meist zeitnah eine entsprechende Folgeberatung angeboten und wahrgenommen werden. Damit konnte ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsförderung und Entlastung der Familien geleistet werden. Dies korreliere mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, in der eine zunehmende Belastung in allen Lebensbereichen beobachtbar sei, die sich vermehrt in psychischen Problemen widerspiegelt.
Beratung von Tätern bei Häuslicher Gewalt
Im Arbeitsbereich „DIA log“, Beratung von Tätern bei Häuslicher Gewalt, haben 50 Menschen das Beratungsangebot aufgesucht. Durch den hohen Bekanntheitsgrad im Vogelsberg und die Netzwerkarbeit mit Schulen, Behörden wie Polizei und dem Landkreis, suchen Ratsuchende auch als Selbstmelder die Beratungsstelle in Alsfeld und Lauterbach auf.
Durch Zuweisungen von Gericht und Auflagen der Polizei, waren laut Pressemitteilung im Berichtsraum nur sehr wenig gewalttätige Männer in die Beratung gekommen. Der Hauptanteil der Personen, die die Beratung wahrgenommen haben, sind durch Familiengerichte und Jugendamt vermittelt worden. Der Landkreis Vogelsberg und das Land Hessen unterstützen den Beratungsschwerpunkt.
Wohnungsnotfallhilfe
Einer der größten Arbeitsbereiche des Diakonischen Werks Vogelsberg ist die Wohnungsnotfallhilfe. Menschen ohne festen Wohnsitz können in Alsfeld das Übergangswohnheim La Strada nutzen. Dort befindet sich auch die Fachberatungsstelle als Anlaufstelle für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, ein Tagesaufenthalt mit Küchennutzung und Betreutes Wohnen.
In diesem Bereich wurden wieder 250 Menschen mit vielfältigen Hilfsangeboten unterstützt. 200 Männer und 50 Frauen holten sich Hilfe in La Strada. Etwas höher als der Bundestrend, liegt der Prozentsatz des weiblichen Anteils in der Wohnungsnotfallhilfe La Strada. Besonders zu erwähnen sind auch die Kontakte, die durch die Auszahlung der Tagessätze und die Bereitstellung von Bekleidung (Ausgabe aus der Kleiderkammer) bestehen.
Daneben ist eine umfassende Nachbetreuung im Bereich des Betreuten Wohnens für eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sowie zur Inklusion in die Gesellschaft notwendig. Ein Förderverein ist unterstützend im Arbeitsbereich tätig.
Verfahrensberatung in der Flüchtlingsarbeit
Verfahrensberatung in der Flüchtlingsarbeit wird zentral in Lauterbach für den Vogelsbergkreis mit einer 50 Prozent – Vollzeitstelle angeboten. Dieses Angebot hat insgesamt 229 geflüchtete Menschen erreicht.
Einen regelmäßigen Austausch gibt es zwischen den verantwortlichen Trägern in der Flüchtlingsarbeit und dem Bereich Asyl im Landkreisamt, auf der Leitungsebene sowie zwischen den Sozialarbeitern. Daneben bestehen weitere Netzwerke, in denen die Mitarbeitende der Verfahrensberatung eingebunden sind (Runde Tische, Netzwerk Migration, und weitere).
Wichtige Unterstützungsangebote konnten wegen der Pandemie in 2021 nicht in gewohnter Form als Gruppenangebote fortgeführt werden. Einzeltermine konnten die eingespielten Gruppenaktivitäten nur bedingt ersetzen.
„AGIL – aktiv geht´s immer leichter“
Ende 2021 hat das Diakonische Werk das Projekt „AGIL – aktiv geht´s immer leichter“ im Diakonischen Werk Vogelsberg einstellen müssen. Die beantragten Fördermittel sind ausgelaufen und alternative Förderungen konnten nicht realisiert werden. In Zusammenarbeit mit der Diakonie Hessen und dem Landessportbund Hessen wurden Übungen für Senioren entwickelt, die Muskelkraft, Balance und die Koordination trainieren.
Familienzentrum
Die Beratungsstelle in Lauterbach ist als anerkanntes Familienzentrum des Landes Hessen registriert. Neben diversen Vortragsveranstaltungen wird ein regelmäßiges Familienfrühstück angeboten. Das Angebot richtet sich an alle Menschen/Familien, die andere kennenlernen, sich zu verschiedensten Themen austauschen oder informieren wollen. Die Treffen stehen in der Regel unter einem Thema und finden an dem Vormittag statt, an dem im Haus gleichzeitig Einzeltermine angeboten werden können. Dieses Gruppenangebot konnte in 2021 nur bedingt angeboten werden. Einzeltermine waren hier ein notwendiger, aber nicht vollwertiger Ersatz.
Des Weiteren entwickelten sich in Kooperation mit dem Jugendamt ab Sommer 2019, Angebote für Pflegeeltern im Bereich Schulung und Coaching, die auch in 2021 in bewährter Form fortgeführt werden konnten.
Ebenfalls gut nachgefragt und gut besucht waren die Schwerpunkte Lebensberatung und Ehe- und Paarberatung, sowie die angegliederte Erziehungsberatung. Hier konnten mehr als 300 Personen mit den Angeboten erreicht werden, heißt es weiter.
Tafelkunden
In der Beratungsstelle Alsfeld besteht eine sehr hohe Nachfrage durch sogenannte „Tafelkunden“, die hier beraten und an die Tafel nach erfolgter Einkommensprüfung weitergeleitet werden.
Pandemiebedingte Änderung der Methodik
„Eine große Herausforderung war natürlich auch in 2021 die Pandemie, die uns mit ihren unterschiedlichen Facetten stark beschäftigt hat. Hier konnte es in den meisten Fällen gelingen, durch Kreativität und Flexibilität den Kontakt zu vielen Menschen zu halten und in geänderter Methodik fortzuführen“, so das Diakonische Werk. Der leichte Anstieg der Zahlen, gehe einher mit einem größeren Aufwand die Kontakte in geänderter Form fortzuführen. In diesem Zusammenhang mussten Ausgaben für Technik und Zeit für Schulungen investiert werden, um die Methodenvielfalt zu erweitern und sich zukunftsfähig aufzustellen. Diese Phase ist bei weitem noch nicht abgeschlossen.
„Die Mitarbeiter des rDW Vogelsberg haben hier gut mitgezogen und waren mit Anregungen, Rat und Tat bei der Sache und haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Pandemie in 2021 wie auch schon in 2020 relativ gut bewältigt werden konnte.“
Positiv bemerkbar sei noch, dass sämtliche Förderer und Kostenträger der Arbeit des Diakonischen Werks wohlwollend und positiv auf ihre Bemühungen und Arbeitsergebnisse reagiert hätten und es an keiner Stelle zu unverhältnismäßigen Mittelkürzungen gekommen sei.
Die Umstrukturierung (Landesverband/gGmbH) ist zwischenzeitlich Ende 2021 umgesetzt worden, ohne das es mittelbare Auswirkungen auf unsere Arbeitsangebote für die Menschen vor Ort gehabt hätte. Die Vertrags- und Netzwerkpartner wurden zeitnah informiert.
Die Mitgestaltung der sozialpolitischen Landschaft im Vogelsbergkreis ist weiterhin ein wichtiger Auftrag und Anliegen des Diakonischen Werks Vogelsberg. So wird in kirchlichen, sozialpolitischen und gemeinwesenorientierten Gremien aus den vielfältigen Arbeitsbereichen mitgearbeitet. Daneben finden Informationsveranstaltungen in Schulen und Kindergärten statt. Ehrenamtliche Mitarbeit ruhe aktuell in vielen Arbeitsbereichen bedingt durch die Pandemie.
Öffentlichkeitsarbeit
Intensive Öffentlichkeitsarbeit findet durch das Verfassen regelmäßiger Presseberichte über Veranstaltungen, Sammlungen, Angebote des Diakonischen Werks und Newsletter statt. So erhalten Netzpartnern, Leistungsträger, Einrichtungen aus anderen Landkreisen und Regionen, Dekanate und Kirchen zeitnah aktuelle Informationen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es einen hohen Beratungsbedarf in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen unseres Diakonischen Werkes gab. Die Mitarbeitern hatten durchweg gut zu tun und haben an Ihrer Leistungsgrenze gearbeitet, um den unterschiedlichsten Anfragen der Vogelsberger Bewohnern gerecht zu werden.
„Ausblickend kann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Anfragen perspektivisch weiter zunehmen werden und auf eine gleichbleibende Anzahl von Mitarbeitern treffen werden. Die Ausfinanzierungen der Arbeitsgebiete lassen hier keine Stellenaufstockungen zu, so das zukünftig mit entsprechenden Wartezeiten bei Terminanfragen zu rechnen ist.“
Als evangelischer Wohlfahrtsverband kann das Diakonische Werk Beratungen kostenfrei anbieten, die Vertraulichkeit ist selbstverständlich gewährt. Daneben ist die Beratung konfessionsunabhängig.
Kontaktmöglichkeiten
Informationen und Terminvereinbarungen gibt es unter den Telefonnummern:
Beratungsstelle in Lauterbach: 06641 – 646690
Beratungsstelle in Alsfeld: 06631 – 72031
La Strada Wohnungsnotfallhilfe in Alsfeld: 06631 – 776450
Auch interessant:



Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren